Matthias Brinkschulte vertritt Pfarrer Lunemann
Moderator für die Gemeinde

Greven -

Matthias Brinkschulte vertritt derzeit Pfarrer Lunemann. Ein ganz neues Amt für den Pastoralreferenten.

Samstag, 23.05.2020, 09:29 Uhr aktualisiert: 23.05.2020, 09:40 Uhr
Matthias Brinkschulte ist für die Abwesenheit von Pfarrer Lunemann Gemeinde-Moderator.
Matthias Brinkschulte ist für die Abwesenheit von Pfarrer Lunemann Gemeinde-Moderator. Foto: Günter Benning

Matthias Brinkschulte ist Pastoralreferent in der katholischen St. Martinus-Gemeinde. Seitdem Pfarrer Klaus Lunemann seine Sabbat-Monate angetreten hat, leitet er als Moderator die Gemeinde. Mit ihm sprach unser Redaktionsmitglied Günter Benning.

 

Das ist ja eine ganz neue, vermutlich im Kirchenrecht gar nicht vorgesehene Funktion, Moderator einer Kirchengemeinde zu sein, wenn der Pfarrer fehlt?

Brinkschulte: Das ist ein Begriff, den es so in der Pastoral noch nicht gibt. Aber wir haben ihn hier vor Ort gewählt, um nach Antworten zu suchen, für die aktuelle Lage der Kirche. Ich moderiere und koordiniere die Gremien und das Pastoralteam vor Ort.

Was müssen Sie da tun?

Brinkschulte: Im Prinzip das, was ein leitender Pfarrer auch macht. Die Anfragen bündeln, schauen, wer Aufgaben übernehmen und Antworten geben kann. Dann haben wir eine neue Montagsrunde gegründet, in der alle Verantwortlichen aus den verschiedenen Bereichen Verbundleitung, Büroleitung, Verwaltung und meine Person für das Pastoralteam zusammenkommen.

Jetzt stellt man sich Kirchengemeinden eigentlich eher übersichtlich vor. Falsch?

Brinkschulte: Wir haben sechs Kirchorte und über hundert Mitarbeiter, alleine schon durch die Erzieherinnen in den sieben Kita-Einrichtungen, dazu das Pastoralteam, wohl am präsentesten für den theologischen und liturgischen Bereich und natürlich das Pfarrbüro, die Reinigungskräfte, die Friedhofsgärtner. Das ist schon eine große Belegschaft. Dazu kommen, Gott sei Dank, zahlreiche Ehrenamtliche.

Es gibt auch noch einen Verwaltungsreferenten?

Brinkschulte: Ja, Herr Hüttermann ist für das Rechnungs- und Finanzwesen zuständig, er ist das verwaltende Bindeglied zum Kirchenvorstand.

Es ist ja schon oft gesagt worden: wenn die Pfarrer fehlen, müssen andere deren Aufgabe übernehmen. In ihrem Fall ist das so?

Brinkschulte: In diese Richtung wird sicherlich in Zukunft weitergedacht werden müssen, weil die weniger werdenden Priester sich mehr darauf konzentrieren Gottesdienste zu feiern, für Seelsorge da zu sein. Aber kirchenrechtlich ist es noch so, dass die Priester der Pfarrgemeinde vorstehen sollen. Gleichzeitig erlebe ich, dass Priester sich immer mehr Fachleute und Ehrenamtliche hinzuziehen, die ihre Bereiche selbstständig übernehmen.

Sie sind Pastoralreferent, reicht das?

Brinkschulte: Neben meinem Studium und 16 Jahren Berufserfahrung allein in Greven habe ich im Januar eine zweijährige Fortbildung zum Thema „Leitung“ im Bistum Münster abschlossen.

Was ist die Aufgabe eines Pastoralreferenten im Vergleich zum Pastor?

Brinkschulte: Das lässt sich gar nicht im Detail beschreiben, weil die Handelnden so unterschiedlich und vielfältig wie die Charismen der Einzelnen sind. Allein in Greven haben wir fünf Pastoralreferentinnen und -referenten, die unterschiedlich tätig sind, ob musikalisch, schulisch, in den Katechesen oder im Kinder- und Jugendbereich. Ich erlebe das schon so, dass die Pastoralreferenten mehr in die Verantwortung genommen werden und in ihren Arbeitsbereichen selbstständig dafür Sorge tragen, dass die Gemeinde sinnvoll begleitet wird. Das nimmt deutlich zu im Vergleich zu früher, wo der Pfarrer immer noch mal sagte, ich schaue da noch mal drüber, oder ich komme doch zum Elternabend.

Das Zelebrieren von Gottesdiensten fällt nicht in Ihren Arbeitsbereich?

Brinkschulte: Wortgottesdienste, teilweise auch Begräbnisfeiern ja, aber keine Eucharistiefeiern, die bleiben dem Priester vorbehalten.

Sie sind verheiratet, haben drei Kinder, das bringt doch auch in die katholische Gemeinde einen anderen Zungenschlag, wenn man Leute hat, die mit dem Sakralen zu tun haben und gleichzeitig Kinder haben?

Brinkschulte: Es hat Vor- und Nachteile. Ich weiß, wovon ich spreche, wenn es um Freuden aber auch Belastungen von Familien geht und was es heißt, in Beziehung zu leben, Kinder zu erziehen, Werte und Normen zu vermitteln, weil ich dies alltäglich erlebe. Zeitlich bin ich dafür anders eingebunden.

Jetzt hat sich Pfarrer Lunemann eine Auszeit genommen. Auch das ist ungewöhnlich?

Brinkschulte: Das ist nicht mehr so unüblich. Das machen relativ viele seiner Kollegen, um sich kurz vor der Pensionierung klar zu werden, wie die kommenden Jahre gestaltet werden sollen. Bewusste Entscheidungen bedürfen oft guter Planung und Zeit, daher ist es sinnvoll. Es sind ja auch nur drei Monate.

Und Ihnen macht das Spaß?

Brinkschulte: Ich mache das sehr gerne. Für mich ist das eine neue Herausforderung, der ich mich stelle und durch die ich Gemeinde aktiv mitgestalten kann.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7419930?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker