Zwei Mal in Tankstelle eingebrochen: Bewährungsstrafe
Angeklagter kündigt totale Kehrtwende seines Lebens an

Greven/Rheine -

Das lange Vorstrafenregister des Angeklagten, der sich jetzt vor dem Schöffengericht in Rheine wegen zweier verantworten musste, hatte gegen eine Bewährungsstrafe gesprochen. Allerdings zeigte sich der 22-Jährige geständig. Das Urteil lautet deshalb ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung. Außerdem muss der Grevener 500 Sozialstunden leisten.

Montag, 25.05.2020, 12:21 Uhr aktualisiert: 25.05.2020, 12:30 Uhr
Vor dem Schöffengericht in Rheine musste sich ein Grevener verantworten, weil er in zwei Mal in eine Tankstelle eingebrochen war.
Vor dem Schöffengericht in Rheine musste sich ein Grevener verantworten, weil er in zwei Mal in eine Tankstelle eingebrochen war. Foto: colourbox.de

Zwei Einbrüche in dieselbe Tankstelle in Greven in der Nacht zum 24. Juli 2019 und zum 4. September 2019 verhandelte jetzt das Schöffengericht in Rheine gegen einen 22-jährigen Angeklagten aus Greven. Zwischen den Taten hatte er wegen Diebstahls eine Woche Jugendarrest verbüßt, zuvor schon zweimal Jugendarrest abgesessen, insgesamt drei Monate und drei Wochen. Das belastete ihn schwer und stellte eine Bewährung in Frage. Weil er sich aber in der Verhandlung vollkommen geständig zeigte, die „primäre Schuld“ (Staatsanwältin) übernahm und eine totale Kehrtwendung seines Leben nachweisen konnte, verurteilte das Schöffengericht ihn wegen beider Taten zu einem Jahr und sechs Monaten mit Bewährung und 500 Sozialstunden.

„Wenn Sie gegen die Auflage verstoßen, droht der Widerruf der Bewährung“, machte die Richterin ihm in der Urteilsbegründung unmissverständlich klar. Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft in vollem Umfang. Die Staatsanwältin sprach in ihrem Plädoyer deutliche Worte: „Wenn man zwischen zwei Taten eine Woche Arrest nach einem Gerichtsurteil verbüßt, fragt man sich: Wird das Gericht überhaupt ernst genommen?“ Sein Vorstrafenregister war mit sechs Eintragungen lang. Der Angeklagte sagte, dass er sich inzwischen von seinem bisherigen Freundeskreis vollständig distanziert hätte. „Ich habe Scheiße gebaut und muss dafür gerade stehen“, bekannte er in seinem letzten Wort.

Den Entschluss fassten er und seine Komplizen, gegen die noch ermittelt wird, am Hallenbad in Greven. „Ich brauchte Geld, weil das Arbeitsamt mich für drei Monate vom Arbeitslosengeld gesperrt hatte, nachdem ich die Auflage, beim Jobcenter Arbeit zu suchen, nicht befolgt hatte.“

In beiden Fällen schlug er mit einem Gullideckel des Tankstellengeländes die Fensterscheiben ein. Die Täter räumten die Zigarettenregale leer und entwendeten Tabakwaren im Wert von 3760,13 Euro, die sie in Sporttaschen packten. Zudem hebelten sie die Paketstation von DHL in der Tankstelle auf und stahlen dort einen Modellbagger im Wert von 500 Euro sowie ein iPhone 6S zum Aktionspreis von 380 Euro. Die Beute verteilten die Diebe untereinander und verkauften sie. Nach eigenen Angaben erhielt der Angeklagte insgesamt etwa 520 Euro inklusive Handyverkauf über Ebay-Kleinanzeigen. Ein Großabnehmer in Emsdetten hätte drei Euro pro Zigarettenschachtel gezahlt.

Der Tankstellenpächter wies in seiner Zeugenanhörung auf den immensen Sachschaden der „brutalen Aufbrüche“ hin, der laut Anklage knapp 2200 Euro betrug. Die zweite Tat blieb allerdings im Versuch stecken, weil der Angeklagte versehentlich mit dem Fuß Alarm ausgelöst hatte und geflüchtet war. Er entschuldigte sich bei dem Zeugen und versprach, für den Schaden aufzukommen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7421471?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker