Vorsichtige neue Besuchsregelung im Maria-Josef-Hospital
„Die Leute sind vorsichtig“

Greven -

Seit Montag dürfen Patienten im Maria-Josef-Hospital wieder besucht werden, sofern ein strenges Reglement eingehalten wird.

Dienstag, 26.05.2020, 09:56 Uhr aktualisiert: 26.05.2020, 15:48 Uhr
Gespräch im Eingang des Maria-Josef-Hospital: Britta Möller (l.) und Besucherin Mechtild Eilers.
Gespräch im Eingang des Maria-Josef-Hospital: Britta Möller (l.) und Besucherin Mechtild Eilers. Foto: Günter Benning

Britta Möller arbeitet normalerweise im Bildungs- und Gesundheitszentrum um die Ecke. In Corona-Zeiten hat sie eine neue Aufgabe. Im Eingang des Maria-Josef-Hospitals kontrolliert sie Besucher. Seit Montag dürfen Patienten wieder besucht werden, sofern ein strenges Reglement eingehalten wird. „Die meisten akzeptieren das“, sagt Möller, „einige auch nicht.“

Mechtild Eilers hat volles Verständnis für die Vorsichtsmaßnahmen. Die Grevenerin hat gerade ihren Mann besucht, der schon einige Zeit auf der geriatrischen Station liegt: „Man merkt, wie vorsichtig viele Leute sind“, sagt sie.

Vier Tage müssen die Patienten im Haus sein, dann darf der erste Besuch kommen. „Für Patienten, die schon länger hier liegen“, sagt Pressesprecherin Martina Cwojdzinski, „heißt das, die Besucher können sofort kommen.“

Am Eingang hängt der obligatorische Handdesinfizierer. Dann muss man sich bei Britta Möller anmelden. Neben ihr liegt einer Liste aller Patienten. Wer schon Besuch hatte, wird mit dem gelben Marker gekennzeichnet. Ein Patient, ein Besucher, eine Stunde – das ist die Regel. Mechtild Eilers kennt es aus der Uniklinik in Münster: „Da kommt man ohne Personalausweis gar nicht rein.“

Eigentlich hätte schon am Montag bei jedem Besucher die Temperatur gemessen worden sein, sagt Britta Möller, „aber das Gerät ist noch nicht da.“ Es soll berührungsloses Fiebermessen ermöglichen. Wer zu hohe Temperatur hat, muss draußen bleiben.

Dr. Lioba Essen ist seit August letzten Jahres die Chefärztin der Inneren Abteilung, zu der unter anderem die beiden Corona-Stationen im Maria-Josef-Hospital gehören. „Der Normalzustand ist damit sicher noch nicht erreicht“, sagt sie, „ich finde es auch gut, dass man es schrittweise und vorsichtig macht.“ Ausnahme bei Sterbenden und Schwerstkranken haben es vorher auch gegeben. „Es ist wie in der Gesellschaft insgesamt, man muss vorsichtig die Lockerungen erweitern und gucken, wie die sich auf unseren Betrieb und die Infektionszahlen auswirken.“

Auch wenn am Wochenende die Zahl der infizierten Covid-19-Infektionen in Greven auf einen gesunken ist, fürchtet Essen, dass es im Herbst im Zusammenhang mit den üblichen Influenza-Erkrankungen zu einer zweiten Welle der Covid-19-Infektionen kommen könnte.

Mechtild Eilers hat sich im Internet schon sechs Formulare ausgedruckt, mit denen man sich im Krankenhaus-Foyer anmelden muss: „Ich bin total für die Vorsichtsmaßnahmen, wenn mein Ehemann schwer krank ist – würde ich mich nicht gegen diese Regularien wehren.“

An der Pforte wartet sie jetzt auf ihre Tochter, die sie abholt. In der Handtasche hat sie ein Bild der ganzen Familie. „Aber mein Mann hat sofort gemerkt“, schmunzelt sie, „dass unser Baby fehlt.“

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