Badesee bei schöner Pfingst-Sonne eröffnet
Hygienekonzept besteht Pfingst-Probe

Saerbeck -

Saerbecks Badesee ist wieder geöffnet. Coronakonform. Das heißt, mehr als 300 Badegäste dürfen sich nicht am Strand tummeln. Ein gemütliches Erlebnis.

Dienstag, 02.06.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 09:13 Uhr
Hygienetest in den an Corona-Zeiten angepassten Sanitäranlagen: Ines Heilemann, Leiterin des Ordnungsamts, und Andreas Fischer, Leiter des Rettungswachdiensts beim Verein Wasser+Freizeit.
Der Wachdienst des Vereins Wasser+Freizeit hat den Badesee und die Badegäste im Blick (von rechts): Claus Mertes und Fabian Schulte mit Andreas Fischer, Ressortleiter Rettungswachdienst beim Verein Wasser+Freizeit. Foto: Gemeinde Saerbeck

Wo können wir schwimmen, wie viele Menschen dürfen gleichzeitig auf den Sprungturm, warum sind immer zwei Liegen zusammengebunden, wo muss man eine Alltagsmaske tragen? Es waren schon ein paar Fragen, die die Rettungsschwimmer vom Münsteraner Verein Wasser+Freizeit am ersten Tag der Saison am Badesee Saerbeck gestellt bekamen. Denn Sonne und angenehme Temperaturen konnten nicht darüber hinwegtäuschen: Saerbecks Naturfreibad hat am Pfingst-Samstag unter Corona-Bedingungen eröffnet.

Die ersten Besucher nehmen es gelassen: Hände desinfizieren und Kontaktdatenbogen am Zugang mitgebracht abgeben oder vor Ort ausfüllen, Plakette mit Nummer ziehen, weil Wochenende ist Eintritt zahlen – und ab geht es auf die Liegewiese, an den Sandstrand oder ins Wasser.

Guter Zusammenhalt im Rettungsschwimmer-Team

Was für die Badegäste des ersten Tags vielleicht ungewöhnlich wirkt, bedeutet für die Mitglieder des Vereins Wasser+Freizeit denn doch mehr Aufwand, zusätzliche Aufgaben und laufendes Planen, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde.

Nach den Vorbereitungen und dem Schreiben des Hygienekonzepts ist der erste Tag auch ein Testlauf.

Claus Mertes, zusammen mit Fabian Schulte der Rettungswachdienst in der ersten Woche, ist ein alter Hase und seit dem Start im Jahr 1982 jedes Jahr dabei. Der früherer Münsteraner wohnt zwar mittlerweile in Essen, ist seinem Verein und dem Badesee aber treu geblieben. In dieser Woche wohnt er mit seiner Frau Eva-Maria und den vier Kindern am See. Wie sein junger Kollege Fabian Schulte und 30 weitere Vereinsmitglieder bestätigt er jedes Jahr seinen Rettungsschwimmer-Schein und wacht dann eine Woche lang ehrenamtlich über die Sicherheit am See. Manche nehmen für diese ehrenamtliche Aufgabe extra Urlaub.

„Ich liebe den Badesee und Saerbeck, auch wenn ich jetzt in Essen wohne“, sagt Claus Mertes. Die Natur und die Menschen hier, das sei ein „Kleinod“. Er freue sich über die Möglichkeiten, die sein Verein zusammen mit der Gemeindeverwaltung habe, um den Badesee für die Menschen zu öffnen. Und abends, wenn der Letzte gegangen ist, „ist das hier ein super Vorgarten“, schmunzelt er. An der Rettungsschwimmer-Truppe schätzt er den guten Zusammenhalt im Team und schließt gleich Rathaus, Baubetriebshof und ganz Saerbeck mit ein.

Hygienekonzept bedeutet Mehraufwand

„Wir setzen auf eigenverantwortliches Handeln und Gestalten am Badesee und sind sehr froh, dass Wasser+Freizeit das ehrenamtlich macht“, gibt Ines Heilemann das Lob prompt zurück.

Die Leiterin des Ordnungsamts im Rathaus ist am Samstag dabei, als das Hygienekonzept seine Bewährungsprobe besteht. Die zusätzlichen Seifenspender sind installiert, einige Brausen und Wasserhähne stillgelegt, um auch im Sanitärbereich Abstand zu halten.

Liegen und Spielgeräte werden vor jedem Benutzerwechsel desinfiziert, Duschen, WC und Umkleiden abhängig von der Besucherzahl gereinigt. Alles ist markiert, ausgeschildert und okay.

Hygienekonzept

Das Hygienekonzept für den Badesee sieht unter anderem diese Regeln vor:

  • Die Besucherzahl ist zurzeit auf 300 begrenzt.
  • Es gelten die allgemeinen Hygiene- Abstandsregeln – letztere auch im Wasser.
  • Alltagsmasken werden für die Sanitäranlagen benötigt.
  • Am Eingang werden zum Nachverfolgen möglicher Infektionsketten die Kontaktdaten und die Zutrittszeit erfasst. Es wird gebeten, das Formular dafür möglichst schon ausgefüllt mitzubringen (zum Download auf www.saerbeck.de und www.wasser-freizeit.de).
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Für den Wachdienst bedeutet das Hygienekonzept natürlich Mehraufwand, sagt Claus Mertes. Führend sei dabei der Gedanke, mögliche Infektionsketten zu vermeiden und nötigenfalls nachvollziehen zu können. „Daran passen wir alles an“, erklärt er, „mit der sehr intensiven Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt fühlen wir uns sicher“.

Am ersten Tag ist auch Andreas Fischer dabei, der bei Wasser+Freizeit das Organisationsteam des Rettungswachdiensts leitet. Obwohl gar nicht im Dienst, hat er en See ständig im Blick: die matschenden kleinen Kinder und ihre Familien am Strand, die sportlichen Schwimmer, Sonnenbadende auf Gras und Liegen, Jugendliche auf dem Sprungturm – und freut sich. „Viele sind mit einem vorher ausgefüllten Kontaktdatenbogen gekommen, das hilft uns sehr“, sagt er, „alle bemühen sich“.

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