ReBüVe hat Vereine zum geplanten Bürgerhaus befragt
„Es gibt großen Bedarf“

Reckenfeld -

Der Reckenfelder Bürgerverein (Re-Bü-Ve) scharrt mit den Hufen. Lieber heute als morgen würden die Ehrenamtlichen mit den Vorbereitungen für das Bürgerhaus in der Ortsmitte starten. Aber: Noch sind ihnen die Hände gebunden.

Donnerstag, 04.06.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 15:59 Uhr
Ein Foto aus Zeiten, als die Schule noch eine Schule war: Der hintere Teil des Altbaus (mit weißer Tür) soll künftig als Bürgerhaus genutzt werden.
Ein Foto aus Zeiten, als die Schule noch eine Schule war: Der hintere Teil des Altbaus (mit weißer Tür) soll künftig als Bürgerhaus genutzt werden.

 

In der Sitzung des Bezirksausschusses machte Christian Erdmann, zweiter Vorsitzender des Bürgervereins, deutlich: „Das Bürgerhaus liegt uns sehr am Herzen. Wir möchten das Thema daher noch mal in Erinnerung bringen.“ Inzwischen habe man den Raumbedarf bei den Vereinen abgefragt. Das Ergebnis: „Es gibt großen Bedarf“, fasste Erdmann zusammen. Weshalb er die Frage an den Bürgermeister anschloss: „Gibt es Möglichkeiten, das zu beschleunigen?“

„Nein“, lautet dessen klare Antwort. Man müsse vorgeschriebene Fristen und Verfahren einhalten. Bei etwaigen Förderanträgen sei es oftmals sogar „förderschädlich“, schon mit Bauarbeiten zu beginnen, bevor ein Förderantrag gestellt oder bewilligt sei. Insofern müsse man erst den Bebauungsplan ändern, um dann das Projekt Bürgerhaus in Angriff nehmen zu können.

Ludger Mussenbrock vom ReBüVe machte aus seiner Ungeduld kein Geheimnis: „Es will mir nicht recht in den Kopf, dass man jetzt nichts tut, bis ein fertiger Bebauungsplan da ist. Wir können viel Arbeit im Vorfeld leisten.“ Als Beispiel nannte er unter anderem die Berechnung der Statik, die Raumplanung, die Planung der Bauarbeiten und mehr. „Wir müssen damit nicht warten.“

Zumal Mussenbrock davon ausgeht, dass der Bebauungsplan Anfang 2021 wirksam werde und das dann folgende Verfahren (Förderanträge stellen etc.) im schlechtesten Fall einige Jahre in Anspruch nehmen könnte.

„Ein Bebauungsplan ist ein hochkomplexes Gebilde“, betonte Bürgermeister Peter Vennemeyer. „So ein Bebauungsplanverfahren dauert in der Regel drei Jahre. Da sind wir schon sportlich mit einem Jahr.“ Die Fachabteilungen des Rathauses arbeiteten auch daran. Es sei also nicht so, dass man nichts tue.

In der selben Sitzung wurden in Sachen Ortsmitte bereits Fakten geschaffen. Für einen Bereich in direkter Nachbarschaft des künftigen Bürgerhauses wurde eine Änderung des Flächennutzungsplanes auf den Weg gebracht. Dies wurde nötig, weil etwa an der Stelle, an der jetzt noch der Hauptschul-Altbau (mit Aula unter dem Dach) steht, ein neues Wohn- und Geschäftshaus, errichtet werden soll, das dann Platz für einen „großflächigen Einzelhandelsbetrieb“ bieten soll. Wer dort einziehen soll ist noch offen. Das stadtplanerische Ziel ist jedoch klar formuliert.

Die Baugrundstücke, die in der Ortsmitte erschlossen werden, sollen bereits gemäß eines „Punktekataloges“ vergeben werden, den der Hauptausschuss in der kommenden verabschieden soll. Bezug zum Ort, Dauer der Ortsansässigkeit, Erwerbstätigkeit im Ort, Familiengröße, ehrenamtliche Tätigkeit und ähnliches mehr bestimmen darüber, wie hoch die Chancen von Bewerben sind, ein Grundstück zu erhalten.

Vennemeyer machte auf Nachfrage eines Reckenfelder Bürgers jedoch sehr deutlich, dass jemand mit hoher Punktzahl das Grundstück deshalb nicht günstiger bekommt. „Das ist gar nicht zulässig.“ Und die Grundstücke würden definitiv nicht unter dem marktüblichen Preisniveau verkauft werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7435717?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker