Auch eine der negativen Folgen von Corona
Camper erobern die Naturschutzgebiete

Saerbeck/Greven -

Ärgerlich: Immer mehr Wildcamper in Naturschutzgebieten. Möglicherweise ist am neuen Run auf die Natur auch das Coronavirus Schuld.

Dienstag, 09.06.2020, 08:18 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 08:54 Uhr
So stellt sich der Wohnmobilist das schöne Leben vor
So stellt sich der Wohnmobilist das schöne Leben vor Foto: dpa

Corona – und die Folgen für die Natur. „Es gibt einen extremen Anstieg von Leuten, die in der freien Natur ihre Freizeit verbringen“, sagt Stephan Grimoni. Auch dort, wo die Natur geschützt werden muss.

Grimoni ist nicht nur leitender Angestellter beim Grevener Natur-Touristikunternehmen Rucksackreisen. Sondern auch Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes Kanu. Geschäftlich lebt er vom Reiz der unberührten Natur. „Ich bin ein großer Freund davon, den Naturschutz so zu gestalten, dass es den Menschen möglich ist, die Natur zu genießen.“ Dazu gehöre aber eine ordentlich Portion Rücksichtnahme.

Wildcamper machen Gebiete unsicher

„Ein Großteil der Leute, die derzeit draußen unterwegs sind“, sagt er, „hat kein ethisches Verhalten eingeübt.“

Ein Dorn im Auge sind ihm vor allem die Camper, die mit ihren Vans oder großen Wohnmobilen mitten in die Naturschutzgebiete fahren.

„Teilweise wird da mit einem Dreikantschlüssel auch noch die Absperrung entfernt“, sagt er. Die Wildcamper machen dann Gebiete unsicher, die eigentlich zum Schutz der Natur leer sein sollten.

Wassersportler nehmen Überhand

Häufig stünden diese Freizeitkarossen an den Kanu-Anlegestellen, die deshalb teilweise nicht mit seinen Fahrzeugen zu erreichen seien. Die Kanuten hätten für die Wassernutzung eines Ausnahmegenehmigung, die Verladestationen seien nur für die kurzzeitige Nutzung gedacht.

„Pfingsten und Himmelfahrt, da war es massiv. Wo man hinkam, stand schon einer“, sagt Grimoni.

Überhand nähmen auch die Wassersportler, die derzeit mit aufblasbaren Booten auf die Ems gingen: „Die sind auf der Ems streng verboten.“ Einziger kleiner Trost für den Profi-Kanuten: „Das Klientel ist extrem wetterfühlig, die kommen nur bei bestem Wetter.“

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