Trompeter Roger Meads hat nach langer Corona-Pause heute wieder einen Auftritt
Endlich wieder Schützen-Lieder

Reckenfeld -

Viele Jahre war es für Trompeter Roger Meads selbstverständlich, Schützenfeste landauf, landab musikalisch zu begleiten. Bis Corona kam. Heute kann er endlich mal wieder spielen.

Mittwoch, 10.06.2020, 19:58 Uhr aktualisiert: 12.06.2020, 15:48 Uhr
Roger Meads in Mauritz: Heute spielt er bei einer Kranzniederlegung am Mahnmal in Reckenfeld.
Roger Meads in Mauritz: Heute spielt er bei einer Kranzniederlegung am Mahnmal in Reckenfeld. Foto: Privat

Seit vielen Jahren, genauer: seit 1980, ist der Reckenfelder Trompeter Roger Meads regelmäßiger Gast auf Schützenfesten landauf, landab. Nicht weil er sich dort Bratwurst und Kaltgetränk schmecken ließe – nein, er ist natürlich in musikalischer Mission unterwegs.

In ganz NRW und weit darüber hinaus sind die Dienste des Trompeters gefragt. So spielte er schon im gesamten Münsterland, in Osnabrück, Minden, Bad Oeynhausen, in vielen sauerländischen Orten, und griff auch in Braunschweig und Bremen zur Trompete, wenn dort die Schützen ihre Regenten feierten. Und natürlich ist er auch in Greven und vor allem in Reckenfeld – der Wahlheimat des Briten – regelmäßig im Einsatz.

Aber in diesem Jahr ist eben nichts wie sonst. Landauf, landab fallen Schützenfeste aus. Und damit fallen auch die Auftritte von Roger Meads ins Wasser. Am heutigen Donnerstag aber, am Feiertag Fronleichnam, darf er endlich mal wieder sein Instrument auspacken. Meads spielt bei der Kranzniederlegung am Reckenfelder Mahnmal. „Das mache ich gern“, sagt er. Als er gefragt wurde, hat er deshalb nicht lange überlegen müssen. Wenigstens einen Schützen-Termin wollte er in dieser Saison gern absolvieren. „Aus Respekt vor den Schützenbrüdern und Schützenschwestern“, sagt er. Und auch, um der Gefallenen der Kriege zu gedenken. Dafür ist das Mahnmal gegenüber der Pfarrkirche St. Franziskus schließlich da. Roger Meads, der Engländer, lebt in Deutschland – zwei Nationen, die sich einst bekämpften. Dass das überwunden ist, freut den Musiker. Er fühlt sich wegen seiner persönlichen Geschichte der Völkerverständigung auf besondere Weise verpflichtet.

Bei der Kranzniederlegung heute ab 11 Uhr spielt er unter anderem „Ich bete an die Macht der Liebe“, „Ich hatte einen Kamerad“ und „Großer Gott wir loben Dich“.

Meads bekommt die Corona-Pandemie nicht nur in Form ausfallender Schützenfest-Auftritte zu spüren. Er bangt auch um sein traditionelles Benefizkonzert zugunsten der Reckenfelder Feuerwehr im Oktober. „Das ist noch nicht sicher. Es könnte sein, das es ausfallen muss“, sagt er traurig. „Ich werde im September entscheiden.“ Bis dahin könne sich die Lage vielleicht weiter entspannen. Was ihn hoffen lässt, dass die Einschränkungen für Bühnen-Künstler dann fallen und Konzerte mit Publikum wieder möglich sind.

Damit ihm während der Zeit des musikalischen Stillstandes die Decke nicht auf den Kopf fällt, hat sich Roger Meads – wie so viele in diesen Wochen – ausgiebig der Gartenarbeit gewidmet.

Auch einen weiteren privaten Aspekt beeinflusst die Krise: die Urlaubspläne von Roger Meads und seiner Gattin Manuela. Sie wollten eigentlich – na klar – nach England. Doch daraus wird nichts, weil die Quarantäneregeln dem entgegenstehen. „Vielleicht im nächsten Jahr“, sagt der Musiker.

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