Jugendamt hat während der Corona-Zeit Angebote für Kinder und Jugendliche aufrecht erhalten
Viel Lob für „sagenhaften Einsatz“

Greven -

Bis zu 700 Grevener Kinder haben während des Lockdowns Notbetreuungsangebote in Kitas und Schulen in Anspruch genommen. Auch sonst gab und gibt es im Jugendamt viel zu regeln. Für den Einsatz gab es nun Lob. Das Jugendamt sei in der Krise zur Hochform aufgelaufen.

Dienstag, 23.06.2020, 12:09 Uhr aktualisiert: 23.06.2020, 13:00 Uhr
In den nahenden Ferien sollen möglichst viele Angebote stattfinden, um wieder etwas mehr Normalität einkehren zu lassen.
In den nahenden Ferien sollen möglichst viele Angebote stattfinden, um wieder etwas mehr Normalität einkehren zu lassen. Foto: Maximilian Fitting

Bis zu 700 Grevener Kinder haben während des Lockdowns Notbetreuungsangebote in Kitas und Schulen in Anspruch genommen. 450 von ihnen sind in Kindertageseinrichtungen betreut worden, etwa 70 in der Tagespflege und 180 in den Grund- und weiterführenden Schulen. Diese Zahlen legte nun das Jugendamt der Stadt vor, als es im Jugendhilfeausschuss um die Frage geht, wie gut (oder schlecht) Kinder und Familien bislang durch die Krise gekommen sind.

Dies geschah auf Anregung von Lore Hauschild (Grüne), die von einer Lage sprach, „die in zukünftigen Geschichtsbüchern als ganz besondere und extreme Situation auftauchen wird“. Diese Zeit verlange Kindern und Jugendlichen viel ab. Und dennoch hätten sich die meisten nach ihrer Wahrnehmung in der Öffentlichkeit an die Regeln gehalten. „Die Kinderspielplätze waren leer und die Jugendlichen haben sich den Aufklagen weitestgehend gefügt.“ Angesichts zunehmender Lockerungen müsse man den Kindern und Jugendlichen, so Hauschild, nun signalisieren, dass man für sie da sei und gerade in den Ferien für sie sorge.

Den Ball nahm Beate Tenhaken, die im Rathaus den Fachbereich Soziales, Jugend und Bildung verantwortet, bereitwillig auf. „Wir wollen in den Ferien möglichst viel anbieten. Wir haben bewusst nichts abgesagt.“ Mitte Mai habe man bei einem Runden Tisch mit den Trägern der Jugendhilfe besprochen, was geht. Und das ist eine ganze Menge. In teilweise coronabedingt angepasster Form kommen reichlich Angebote zusammen, die in diesem Sommer zumindest ein Stück Normalität bieten sollen. Neben der Ferienskiste auf dem Hof Wigger und einem Abenteuercamp sind dies unter anderem Kreativ- und Sportwochen sowie Aktionswochen der Jugendarbeit Reckenfeld sowie kulturelle und musikalische Veranstaltungen der städtischen Jugendarbeit. Zudem wird die Cliquenarbeit in den Ferien fortgesetzt. Und natürlich gibt es wieder Einzelangebote verschiedener Anbieter, etwa Stadtbibliothek, Outlaw, WebiKul, Stadtarchiv und weitere mehr. Auch die Lebenshilfe hat Ferienangebote vorbereitet.

Vor allem die Ferienkiste ist ein essenzieller Baustein. „Die ist so wichtig für Greven, die findet statt und wird auch finanziert. Punkt“, sagte Tenhaken.

Auch Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf wurden weiter betreut – Corona hin oder her. Familien-Hausbesuche, die dem Kinderschutz dienen, fanden durchgängig statt. „Der Bezirkssozialdienst war immer handlungsfähig“, sagte Tenhaken. Die Teams seien rasch in zwei Teams aufgeteilt worden, „die sich auch bis heute nicht begegnen.“ Ambulante Hilfen zur Erziehung seien ebenfalls weitergelaufen. Und auch andere Beratungs- und Hilfsangebote hätten weiter angeboten werden können. Angebote an oder im Umfeld von Schulen haben dagegen nicht stattfinden können, weil die Schulen eben geschlossen hatten. Gleichwohl sei es gelungen, über digitale Kanäle den Kontakt zu Jugendlichen zu halten. Viel länger hätte es allerdings auch nicht dauern dürfen, weil der Faden immer dünner geworden sei.

„Wir haben kein vermehrtes Aufkommen von Kinderschutzfällen, von häuslicher Gewalt oder von Hilfeantragen“, bilanzierte Tenhaken durchaus zufrieden.

„In Krisenzeiten ist das Jugendamt zur Hochform aufgelaufen“, lobte Ausschussmitglied Hans-Peter Metje. „Entgegen allen Unkenrufen“ hätten die Mitarbeiter der Verwaltung gezeigt, „dass sie auch sehr innovativ und kreativ arbeiten können“ – und nicht auf die Stunde gucken. Er hob den „sagenhaften Einsatz“ des Jugendamtes hervor.

Beigeordneter Cosimo Palomba lobte seine Mitarbeiter ebenfalls: Er sei „stolz auf das Team“, manche von ihnen hätten zehn Wochen lang Bereitschaft gemacht, Tag und Nacht.

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