Greven
Im Geschäftslokal ausgerastet

Greven -

1200 Euro Strafe, dazu wurde ein Mann aus Greven verurteilt, weil er in einem Geschäft ausgerastet und dem Mitarbeiter an die Kehle gegangen war. Der Mitarbeiter wurde nur leicht verletzt. Der Täter hatte sich über einen Vertrag geärgert. Zu Tatzeitpunkt befand er sich in einer depressiven Phase.

Mittwoch, 24.06.2020, 06:33 Uhr

Wer Verträge abschließt, sollte das Kleingedruckte lesen. Einem 51 Jahre alten Grevener wurde erst 24 Stunden nach einem Vertragsabschluss klar, dass der neue Kontrakt viel schlechter war, als der alte. Als der Mitarbeiter eines Kommunikationsunternehmens in einer Filiale in Münster den Vertrag nicht stornieren wollte, rastete der Kunde aus. Am Dienstag stand der Grevener wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Steinfurt. Dem bisher nicht vorbestraften Angeklagten blieb nichts anderes übrig, als ein Geständnis abzulegen. Denn vom Vorfall existierte ein unbestreitbares Video, das im Laufe des Prozesses gezeigt wurde.

Video

Deshalb wurden zu dieser Verhandlung auch keine Zeugen geladen. Im Video war zu sehen, wie der Täter und sein Sohn in der Filiale mit zwei Mitarbeitern verhandelte und wild gestikulierte. Danach verließen beide das Geschäftslokal. „Wir wurden einfach rausgeschmissen“, erläuterte der Beschuldigte, der nach kurzer Zeit mit seinem Sohn in die Filiale zurückkehrte. Nach einem erneuten kurzen Wortwechsel war zu sehen, wie der Angeklagte einem Mitarbeiter plötzlich auf die Hand schlug, ihm an die Kehl e ging und würgte. Der bereits vom Jugendgericht mit einer Geldauflage in Höhe von 250 Euro belegte Sohn trat später auch noch zu. „Ich war drei Wochen vorher aus der Psychiatrie entlassen worden und hatte an diesem Tag einen Nervenzusammenbruch“, begründete der Täter seinen Ausraster. Erst danach habe er sich bei der Verbraucherzentrale erkundigt, ob der Kontrakt einem Widerrufsrecht unterliegt. Daraufhin sei der Vertrag auch storniert worden. „Mein Mandant ist kein Querulant“, unterstrich sein Verteidiger. Ein ärztliches Attest bescheinigte eine schwere depressive Episode. Die Verletzungen des Mitarbeiters hielten sich in Grenzen. Die Staatsanwältin forderte eine Geldstrafe: 1800 Euro. Der Richter milderte die Strafe auf 1200 Euro ab.

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