Benefizaktion, Rekordversuch und Wetteinsatz: DJK plant Geisterspiel
Minimum: 4500 verkaufte Tickets

Greven -

Angesichts von coronabedingten Einnahmeausfällen hat die DJK Greven eine zündende Idee: Um Geld in die Kasse zu bekommen, veranstaltet der Verein ein imaginäres Geister-Fußballspiel gegen den KSV Hessen Kassel. 4500 Tickets sollen hierfür verkauft werden – Minimum. Ein Teil der Einnahmen soll ferner für einen guten Zweck gespendet werden.

Montag, 29.06.2020, 05:37 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 05:40 Uhr
Initiator Benjamin Yu und sein Sohn Yannik hoffen, dass das DJK-Stadion beim virtuellen Geistermatch symbolisch aus allen Nähten platzt, damit der KSV im kommenden Jahr ganz real in Greven spielt und zusätzlich eine möglichst hohe Spendensumme zusammenkommt.
Initiator Benjamin Yu und sein Sohn Yannik hoffen, dass das DJK-Stadion beim virtuellen Geistermatch symbolisch aus allen Nähten platzt, damit der KSV im kommenden Jahr ganz real in Greven spielt und zusätzlich eine möglichst hohe Spendensumme zusammenkommt.

Mehr als 4500 Tickets will die DJK Greven für ein imaginäres Geisterspiel gegen den KSV Hessen Kassel verkaufen, im Gegenzug kommt dann der Südwest-Regionalligist im nächsten Jahr für ein paar Tage in die Emsstadt. Das geht aus einer Pressemitteilung der DJK hervor.

Hintergrund der Aktion sind die Einnahmeverluste aufgrund der Corona-Pandemie. DJK und KSV wollen sich mit dieser Aktion nicht nur gegenseitig helfen, sondern nach eigenen Angaben auch ein Drittel der Einnahmen spenden. Ganz nebenbei würde auch noch Geschichte geschrieben, wie es in der Mitteilung weiter heißt.

Ohne Corona hätten am vorvergangenen Wochenende mehr als 70 Mannschaften und über 1200 Übernachtungsgäste beim traditionellen Jugendfußballturnier von DJK die Emsaue bevölkert. Ende Juli hätten im Kasseler Auestadion beim Saisonauftakt etliche tausend Fans die Rückkehr des KSV Hessen in die Regionalliga gefeiert. Das Sommerturnier musste ausfallen, das erste KSV-Spiel findet frühestens im September statt – und dann eventuell ohne Zuschauer. Somit haben beide Vereine ähnliche Probleme: Einnahmen brechen weg, laufende Kosten bleiben.

In dieser Situation hatte Benjamin Yu eine zündende Idee. Zufälligerweise ist er Fan beider Vereine: Der gebürtige Nordhesse wohnt seit 2006 in Greven, Sohn Yannik spielt seit dem Kindergartenalter bei DJK im Tor, demnächst in der U 14.

Direkt nach dem Corona-bedingten Shutdown begann der KSV Unterstützertickets für ein imaginäres Geisterspiel zu verkaufen, um durch diese Form des Spendensammelns wenigstens ein paar Einnahmen zu generieren. Als die endgültige Absage des DJK-Sommerturniers feststand und auch hier klar war, dass es zu finanziellen Einbußen kommen würde, überlegte Yu, wie man beiden Vereinen helfen könnte.

„Bei der DJK ist alles ziemlich familiär. So habe ich über die Jahre natürlich auch etliche engagierte Personen kennengelernt und mitbekommen, wie enttäuscht sie über den Ausfall des Turniers waren“, erklärt Spielervater Yu. Bei den Kasseler „Löwen“ sei zwar alles ein paar Nummern größer, auch da gebe es aber viele Ehrenamtler, die mit Herzblut dabei sind.

Der 46-jährige griff also die Idee der Unterstützertickets auf und präsentierte den Verantwortlichen beider Vereine seine Pläne: Ein imaginäres Geisterspiel zwischen dem B-Ligisten und dem Regionalligisten. Weil das an sich noch nicht sonderlich spektakulär ist, schlug er eine Challenge vor, verbunden mit einer großangelegten Benefizaktion. Am 14. August 2007 war Borussia Dortmund zu Gast im Stadion der Blau-Weißen, was mit 4500 Leuten so voll war wie nie. Wenn es gelingen sollte, diese Zahl zu übertreffen, sollte der KSV zu einem Testspiel nach Greven kommen. Yu schlug außerdem vor, dass ein Drittel der Einnahmen gemeinnützigen Organisationen gespendet wird, die in beiden Städten tätig sind.

Die DJKler waren von dem Projekt angetan. „Es ist eine gute Idee, die uns auch ein wenig hilft, die finanziellen Ausfälle des Sommerturniers etwas zu kompensieren. Gleichzeitig können wir auch Institutionen unterstützen, die in diesen schwierigen Zeiten besonders gefordert sind“, meinte der Vorstandsvorsitzende Sven Thiele. Auch hier zeige sich die Kreativität der Mitglieder. Vielleicht, ergänzte Thiele, „entwickeln sich aus dieser Aktion weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit“.

Der KSV fand die Idee so gut, dass er sogar von sich aus den Einsatz erhöhte: Wenn der Rekord geknackt wird und die Rahmenbedingungen es wieder zulassen, will das Team im nächsten Sommer sein Trainingslager in Greven aufschlagen – und noch ein bis zwei weitere Testspiele gegen höherklassige Gegner in der Emsaue austragen. Dann profitieren DJK und KSV von weiteren Einnahmen aus Ticketverkäufen und dem Catering. Und die Fußballfans aus Greven und Umgebung könnten sich auf weitere sportliche Highlights freuen.

Dies ist jedoch erst einmal Zukunftsmusik, jetzt gilt es, mehr als 4500 Eintrittskarten für das imaginäre Geisterspiel am 31. Juli zu verkaufen. Tickets kosten 3 Euro, jeweils ein Euro geht an die beiden Vereine sowie an eine gemeinnützige Organisation. Die Tafeln beider Städte teilen sich die Spende aus den ersten 1000 verkauften Tickets, die Caritas würde von den zweiten 1000 Euro profitieren. „Da wir ja unbedingt die Rekordmarke knacken wollen, haben wir auch schon festgelegt, dass die DLRG, die Freiwilligenzentren und das Netzwerk roterkeil.net, welches Hoffnung für missbrauchte Kinder gibt, die jeweils nächsten Profiteure sein sollen“, so Yu, der nach eigenen Angaben hofft, dass durch die Verknüpfung mit dem Spendengedanken noch mehr Menschen Tickets kaufen.

Karten gibt es ab dem heutigen Montag (29. Juni)) in der DJK-Geschäftsstelle und zum Selbstausdruck unter www.ksvhessen.de/tickets. Bei einem Online-Kauf, darauf weist der Verein hin, liegt der Mindestbestellwert aus organisatorischen Gründen bei drei Tickets.

 

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