„Saligia“-Ausstellung macht Station im Bioenergiepark
Todsünden on Tour

Saerbeck -

In Saerbeck rollte am Freitagmittag die Tournee-Ausstellung „Saligia“ an. Auf sieben Anhängern zeigt sie die sieben Todsünden, die eigentlich Hauptlaster sind, die von schlechtem Charakter zeugen. Bundesweit tätige Künstler haben die mobilen Objekte geschaffen, darunter der Saerbecker Peer Stuwe, der mit dem „Gula-Grill“ einen Schnellimbiss in Rosa schuf.

Samstag, 04.07.2020, 06:58 Uhr aktualisiert: 04.07.2020, 07:00 Uhr
Ankunft im Bioenergiepark: Die „Saligia“-Künstler wurden gestern auf ihrem Weg von Rheine nach Saerbeck gefilmt.
Ankunft im Bioenergiepark: Die „Saligia“-Künstler wurden gestern auf ihrem Weg von Rheine nach Saerbeck gefilmt. Foto: Katja Niemeyer

Vier Stunden haben die „Sieben Todsünden“ gestern für die Fahrt von Rheine nach Saerbeck benötigt. Gegen 13 Uhr traf die Karawane am Eingang des Bioenergieparks ein. Dann hieß es erst einmal wieder warten.

Das kleine Filmteam benötigte ein wenig Vorsprung, um die sieben Anhänger, auf denen Superbia (Hochmut), Avaritia (Geiz), Luxuria (Wollust), Ira (Zorn), Gula (Völlerei), Invidia (Neid) und Acedia (Faulheit) festgezurrt sind, richtig in Szene zu setzen. Die Anhänger hingen an Autos, die von den Schöpfern der Werke gelenkt wurden. Sieben bundesweit tätige Künstler, die seit rund einem Jahr mit der Ausstellung „Saligia“ – das Wort setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Todsünden zusammen – durchs Land touren.

Fünfter von insgesamt sieben Standorten ist der Bioenergiepark. Hier wird die Ausstellung am heutigen Samstag um 14 Uhr in Form eines moderierten Kunst-Picknicks offiziell eröffnet. Neben Bürgermeister Wilfried Roos sprechen die Kunsthistorikerin Ingrid Raschke-Stuwe sowie Jan-Christoph Tonigs, künstlerischer Leiter des Klosters Bentlage in Rheine, wo die Installationen zwischenzeitlich und wegen der Corona-Pandemie länger als geplant zwischengelagert worden waren.

Nun sind sie aber wieder on Tour. Anlass für die Kuratoren Raschke-Stuwe und Tonigs, einen Reiseabschnitt und den Saerbecker Standort der „Sieben Todsünden“ unter einem Windrad in einem Film festzuhalten. Dieser werde in Kürze im Rathaus gezeigt, verspricht Raschke-Stuwe.

Für „Saligia“ haben die sieben bundesweit tätigen Künstler die sogenannten sieben Todsünden – eigentlich Hauptlaster, die von schlechtem Charakter zeugen – in der künstlerischen Sprache der Jetzt-Zeit interpretiert. So hat der Saerbecker Peer Stuwe mit dem Gula-Grill einen Schnellimbiss in Rosa geschaffen, der die Ambivalenz von bitterer Armut und Völlerei darstellen soll. Rosa deshalb, weil mit der Farbe ein leckerer, süßlicher Geschmack assoziiert werde, erläutert der Künstler. „Rosa lockt an. Ein Marzipan-Schweinchen ist rosa.“

Im Bioenergiepark zog die Kolonne im Schneckentempo vorbei am Eingangshäuschen und dem Energiesparhaus bis zu einer Wiese, auf der die Anhänger mit den fest montierten Kunstobjekten in Form einer Wagenburg aufgestellt werden sollten. Ein Wagen wird das Ensemble aber schon in Kürze vorübergehend wieder verlassen. Laut Raschke-Stuwe wird er für die Zeit der Ausstellung vor dem Rathaus positioniert.

Zu sehen ist „Saligia“ im Bioenergiepark Saerbeck, Riesenbecker Straße 54, bis zum 7. Juli wochentags von 10 bis 17 Uhr und am Samstag von 14 bis 16 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

Nächste Station ist das Museum Abtei Liesborn, letzte dann die Flottmann Hallen in Herne.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7479786?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker