Ausstellungseröffnung auf einer Wiese im Bioenergiepark
Die üblichen Todsünden

Saerbeck -

Sieben Todsünden. Sieben Kunstwerke. Am Samstag wurde im Bioenergiepark eine ungewöhnliche Installation eröffnet.

Sonntag, 05.07.2020, 10:08 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 14:14 Uhr
Peer Stuwe (3.v.r.) erläuterte seinen Gula-Grill.
Peer Stuwe (3.v.r.) erläuterte seinen Gula-Grill. Foto: Günter Benning

Schön, dass gleich beide Bürgermeisterkandidaten für Saerbeck, Florian Bücker und Dr. Tobias Lehberg, auf die Wiese im Bioenergiepark gekommen waren. Fand jedenfalls Amtsinhaber Wilfried Roos: „Als Bürgermeister muss man wissen, wie man mit Todsünden umgeht.“

Für eine Kunstausstellung war es schon ein ungewöhnlicher Ort. Die 200 Meter hohen Windräder schraubten hörbar im Wind, die hübschen gelben Blumen zu Füßen der Vernissagen-Besucher waren das giftige Jakobskreuzkraut, von dem man besser die Finger lässt.

Über die Wiese verteilt standen sieben Pkw-Anhänger, die meisten mit Aufbauten in der Größe von Dixie-Klos. Saligia, so heißt diese Schau, die seit 2019 durch sieben Orte fährt, in Saerbeck ist sie bis zum 7. Juli zu sehen.

Die Sieben Todsünden

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  • Sieben Todsünden in Saerbeck

    Foto: Günter Benning
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Die sieben Todsünden – sieben als magische Zahl – gehören seit dem Mittelalter zum Glaubenskanon der katholischen Kirche, erklärte Jan-Christoph Tonigs, künstlerischer Leiter des Klosters Berlage. Der Titel der Ausstellung setzt sich aus den Anfangsbuchstaben dieser Untugenden zusammen:

Superbia, der Hochmut,

Avaritia, der Geiz,

Luxuria, die Wollust,

Ira, der Zorn,

Gula, die Völlerei,

Invidia, der Neid,

Acedia, die Faulheit.

Tobias Lehberg, der „unabhängige Bürgermeisterkandidat“, zückte jedenfalls sein Handy, um die bildnerischen Darstellungen jener Gefahren festzuhalten, vor denen Wilfried Roos gewarnt hatte. Zum Beispiel Dietmar Schmales sehr unauffällige Skulptur zum Thema Avaritia, dem Geiz.

Man sieht auf der Fläche des Hängers einen Minihänger mit einem Minihäuschen im Rostlook (rundes Foto). So klein, aber doch ziemlich teuer. „Das ist ein 3-D-Druck mit behandeltem Edelstahl“, erklärt der Künstler vor Ort. Denn der Geizige hat ja wohl Geld, er lässt es aber so erscheinen, als ob er am Hungertuch nage.

Nicht weit entfernt hatte der Westladbergener Künstler Peer Christian Stuwe seine Anklage aufgebaut. Den Gula-Grill. Gula, die Völlerei.

Man sieht dort auf doppelseitigen Ständern Bilder von einer Fresssucht, wie sie zu den schlimmsten Krankheiten der reichen Gesellschaften gehört. Auf den Rückseiten sind dann wieder ausgehungerte afrikanische Kinder dargestellt. „Wir nehmen denen das Wenige noch weg“, sagt Stuwe, „was sie haben.“ In seinem pinken Aufbau gab es Informationen über den Hunger und den Überfluss der Welt.

Aussuchen konnten sich die Künstler ihr Thema nicht. Die sieben Todsünden wurden verlost. Aber jeder hat hier seinen sehr individuellen Ausdruck gefunden. Am üppigsten – auch für den Aufbau der mobilen Installation – war da die Neid-Skulptur von Katharina Krenkel. Krenkel macht Textil-Kunst. Sie hat ihren Anhänger mit seinem Aufbau ganz in Gold getaucht. Und rundherum einen gewaltigen Bordüren-Zaun gehäkelt. Wegen der Symbolik, erklärte Jan-Christoph Tonigs, habe sie sich nicht mit fünf Häkelnadeln begnügt, sondern gleich sieben genommen. Das Material für diesen kräftigen Zaun, durch den die Neidischen blicken müssen, ohne dem Objekt ihrer Begierde näher zu kommen, war Pressengarn für Heuballen. „Am Ende“, so Tonigs, „hatte Krenkel, „einen kaputten Arm.“

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