Berufliche Orientierung für Frauen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge
Schritt in die Arbeitswelt wird vorbereitet

Greven -

Die Integrationsagentur Greven hat jetzt ein neues Projekt gestartet. Dessen Ziel ist es, die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Der Workshop ist gestartet mit Teilnehmerinnen aus Syrien und Afghanistan.

Montag, 06.07.2020, 17:51 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 10:39 Uhr
Bereiten sich auf die Berufswelt vor (v.r.n.l.): Shadia Alsermann, Zahra Heydari und Rawia Muhtadi
Bereiten sich auf die Berufswelt vor (v.r.n.l.): Shadia Alsermann, Zahra Heydari und Rawia Muhtadi Foto: Lernen fördern

Unter der Leitung von Nazanin Voskort startete jetzt die erste Gruppe eines neuen Projektes der Integrationsagentur Greven mit vier Teilnehmerinnen aus Syrien und Afghanistan. Ziel des Workshops ist es, die Chancen dieser Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und ihre Situation in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken.

Nazanin Voskort: „Geflüchtete und eingewanderte Frauen finden deutlich schwerer einen Zugang zum Arbeitsmarkt.“ Die Herausforderungen und Bedarfe für den beruflichen (Wieder)Einstieg seien vielfältig und komplex, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dabei verfüge ein beträchtlicher Teil dieser Frauen über einen guten Bildungsabschluss und über teils reiche berufliche Erfahrungen in ihrem Herkunftsland. „Doch leider werden Sie deutlich geringer von Maßnahmen der BA erreicht als Männer“, so Voskort..

Erwerbstätigkeit ist der wichtigste Schritt zur Integration von Geflüchteten. Der offene Austausch innerhalb der Gruppe vermittelt den teilnehmenden Frauen vor allem, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind.

Die Frauen sind mittlerweile „angekommen“. Ihre Kinder werden betreut oder gehen zur Schule. Die Integrations- und Sprachkurse haben sie auch schon erfolgreich absolviert. Doch meistens stockt es dann an diesem Punkt. Wie soll und kann es weiter gehen?

Zahra Heydari erarbeitet gerade eine Bewerbung für eine Ausbildung zur Fachlageristin, kann sich aber auch andere Wege in den Beruf vorstellen.

Rawia Muhtadis Traum ist es sich mit einem Cateringunternehmen selbstständig zu machen. Shadia Alsermann hat eim abgeschlossenes Lehramtsstudium und will nun Familie und Beruf vereinbaren – gerne in einem Freiwilligen sozialen Jahr.

Wöchentliche Treffen finden in den Räumlichkeiten der Begegnungsstätte Hansaviertel und des Vereins Lernen fördern statt. Der Erfahrungsaustausch und die Unterstützung ermutigt die Frauen, ihre Ziele zu erarbeiten und umzusetzen. Hierbei werden sie durch alle Phasen bei den regelmäßigen Gruppentreffen und Coaching/Case Management von Nazanin Voskort begleitet.

Erste Kontakte zu weiblichen Unternehmerinnen und Führungskräften sind schon geknüpft.

Nazanin Voskort wünscht sich, dass die Programmteilnehmerinnen kennen gelernt und ihre Potenziale erkannt werden und dass Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung mitübernehmen und Erfahrungen im Umgang mit interkultureller Vielfalt sammeln: „Wir freuen uns, wenn wir Brücken zwischen Unternehmen und den Teilnehmerinnen herstellen können. Wir suchen weiterhin nach motivierten Führungskräften, die die Frauen auf dem Weg zur Erwerbstätigkeit mitunterstützen wollen. Es ist vieles denkbar – von Betriebsbesichtigungen, Bewerbungstraining im Rahmen von fiktiven Vorstellungsgesprächen, Praktika, bis hin zur Patenschaften.“

Diese erste Gruppe soll nun über etwa drei Monate betreut werden, es sind jedoch noch weitere Plätze für die nächsten Gruppen frei. Teilnehmerinnen und Unternehmen, die in der interkulturellen Zusammenarbeit aktiv werden möchten, können sich an Nazanin Voskort, Integrationsagentur Greven,   0173 9063148 oder per Mail an voskort@lernenfoerdern.de wenden.

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