Antrittsbesuch des neuen Kreisdechanten Dr. Jochen Reidegeld beim Caritasverband Emsdetten-Greven
Die Armen werden nicht gesehen

Greven -

Dr. Jochen Reidegeld besucht den Caritasverband Emsdetten-Greven. Er möchte die Arbeit der vielen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Ehrenamtlichen unterstützen.

Freitag, 10.07.2020, 11:00 Uhr
Der neue Kreisdechant Dr. Jochen Reidegeld (3. von links) beim Caritasverband Emsdetten-Greven im Gespräch mit (von rechts) Berthold Böing (Zweiter Vorsitzender des Caritas-Rats), Klaus Wilp (Erster Vorsitzender), Doris Abeler und Bernward Stelljes (Vorstand des Caritasverbands), Matthias Kaiser (Kreisdekanats-Geschäftsführer), Ansgar Kaul (Fachbereichsleiter Caritasverband) und Sophie Oberfeld (Ehrenamtskoordinatorin Caritasverband).
Der neue Kreisdechant Dr. Jochen Reidegeld (3. von links) beim Caritasverband Emsdetten-Greven im Gespräch mit (von rechts) Berthold Böing (Zweiter Vorsitzender des Caritas-Rats), Klaus Wilp (Erster Vorsitzender), Doris Abeler und Bernward Stelljes (Vorstand des Caritasverbands), Matthias Kaiser (Kreisdekanats-Geschäftsführer), Ansgar Kaul (Fachbereichsleiter Caritasverband) und Sophie Oberfeld (Ehrenamtskoordinatorin Caritasverband). Foto: Unser Greven

„In unserer bürgerlichen Mittelstandskirche kennen wir die armen Menschen oft gar nicht.“ Dieser Satz von Dr. Jochen Reidegeld, seit Januar Kreisdechant der 24 katholischen Pfarrgemeinden im Landkreis Steinfurt, gilt sicher nicht für den Caritasverband Emsdetten-Greven.

Jochen Reidegeld, der gebürtig aus Greven stammt, sagte ihn jetzt bei seinem Antrittsbesuch im Caritas-Haus in Emsdetten. Wegen der Corona-Pandemie etwas später als geplant, traf er sich mit Mitgliedern des hauptamtlichen Vorstands, des Caritasrats und Mitarbeitenden. Sein erklärtes Ziel: „einen engen Draht zur Caritas aufbauen, weil hier das Kerngeschäft der Kirche gemacht wird – das Evangelium leben“.

Diese Arbeit wolle er als Kreisdechant unterstützen, erklärte Jochen Reidegeld. Dass neben den rund 400 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 300 Ehrenamtliche im Verband tätig sind, fand der Geistliche beeindruckend. Aus kirchlicher Sicht wolle er die Arbeit der Caritasverbände im Kreisdekanat „für die Pfarreien als Teil der kirchlichen Arbeit sichtbar machen“, kündigte Jochen Reidegeld an. „Das ist keine outgesourcte Nächstenliebe“, sagte er.

Die Aktivitäten des Caritasverbands Emsdetten-Greven in den Fachbereichen Hilfen für Menschen mit Behinderung, für Kinder, Jugendliche und Eltern, für ältere und kranke Menschen sowie für Sucht- und psychisch kranke Menschen seien vom Lockdown infolge der Corona-Pandemie nicht verschont geblieben, erläuterte Bernward Stelljes, Verbandsvorstand für Personal und Fachdienste. Hier wie auch im Bereich der Zusammenarbeit mit den drei Träger-Pfarreien des Verbands (St. Martinus in Greven, St. Pankratius in Emsdetten und St. Georg in Saerbeck) werde die Arbeit nun wieder hochgefahren, schilderte Caritas-Fachbereichsleiter Ansgar Kaul.

Als Beispiele für das positive Wirken der etwa 300 Ehrenamtlichen im Verband nannte er neben den Tafeln und Kleiderstuben unter anderem das Sozial-Lotsen-Projekt in Emsdetten, den sozialen Mittagstisch in Greven und das gerade gestartete Projekte „Mal Zeit!“ in Saerbeck.

Für die nächste Zeit bereitet Sophie Oberfeld als neue Ehrenamtskoordinatorin beim Caritasverband das Ehrenamtsprojekt „Sprachpaten“ für Menschen mit Migrationshintergrund vor. Bei Jochen Reidegeld rannte sie damit offene Türen ein. Ein solches Projekt sei „ein Vorteil für beide Seiten und für die Integration.“

„Für bestimmte Beratungs- und Dienstleistungen brauchen wir finanzielle Mittel vom Bistum Münster“, warb Bernward Stelljes beim Chef der kirchlichen Mittelinstanz um Unterstützung. Mit Blick auf Austrittszahlen prognostizierte er, „die Veränderungen in der Kirche werden sich auf unsere Arbeit auswirken“.

„Nachhaltige Folgen“ hätten der Umgang mit dem Thema sexueller und Machtmissbrauch in den Kirchen und die Diskussion im Rahmen des synodalen Wegs, stellte Bernward Stelljes gegenüber dem Kreisdechanten fest.

Der stimmte zu und sagte, beides „rührt an die Grundbeschaffenheit der Kirche“. Sie müsse „glaubwürdig Konsequenzen ziehen und mit den Menschen in Kontakt kommen“, forderte er. Würde der synodale Weg scheitern, „sehen wir noch ganz andere Zahlen als jetzt“.

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