„Grevener Bote“ zu Nationalsozialismus und Kriegsende
Dramatische Zeitzeugen-Berichte

Greven -

Vor 75 Jahren kapitulierte das Deutsche Reich, in Greven fand der letzte Akt des 2. Weltkrieges bereits Ostern 1945 statt.

Mittwoch, 05.08.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 09:58 Uhr
„Grevener Bote“ zu Nationalsozialismus und Kriegsende: Dramatische Zeitzeugen-Berichte
Foto: Heimatverein Greven

In diesen Tagen gedenkt die Welt den US-amerikanischen Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Mit der Kapitulation Japans endete dann am 2. September der Zweite Weltkrieg auch in Asien, nachdem er in Europa mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht bereits Anfang Mai 1945 vorüber war. Am 7. Mai 1945 kapitulierte das Deutsche Reich gegenüber den westlichen Alliierten bedingungslos; einen Tag später erfolgte die Kapitulation dann gegenüber der Sowjetunion, so dass der 8. Mai 1945 das offizielle Ende des Krieges in Europa markierte.

In Greven fand der letzte Akt des 2. Weltkrieges aber bereits gut fünf Wochen vorher statt, nämlich Ostern 1945. „Vergleiche mit dem Grauen von Hiroshima und Nagasaki verbieten sich natürlich. Aber Greven war ja ebenfalls von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs nicht verschont geblieben“, heißt es in einer Mitteilung des Heimatvereins.

Wer sich ein Bild über den Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit in Greven machen möchte, den verweist der Heimatverein auf die mit 56 Seiten umfangreiche Nummer 15 der Reihe „Grevener Bote“ von März 2012. Seinerzeit hatten Hans-Dieter Bez, Peter Jalufka und Karl Christian Schaefer ein umfangreiches und bebildertes Werk zusammengestellt, das sich mit diesem Thema befasste.

So erzählt die Zeitzeugin Margarethe Meier vom Schulalltag in den 1930er Jahren. Ein Artikel befasst sich mit der zweifelhaften Ehre des Besuches einer Grevener Kunstausstellung 1936, die geprägt war von heroischen Menschenbildern, kernigen Bauerntypen und idyllischen Landschaften. Ganz abgesehen von den damals allgegenwärtigen Führerbildern. Das Tagebuch von Anneliese Schmidt berichtet ausführlich vom Grauen der Jahre 1940 bis 1944. Ein weiterer hochdramatischer Augenzeugenbericht ist ein Brief von Carl Biederlack vom 23. April 1945, in dem er das Kriegsende beschreibt. Auch werden die Räumung des Nordviertels, die letzten Kampfhandlungen und die Neuordnung der Verwaltung thematisiert.

Erhältlich ist dieser „Grevener Bote“ für 4 Euro im Heimathaus in der Alten Post (Mittwoch und Samstag zwischen 10 und 12 Uhr – ab 12. August). Alternativ kann er unter info@heimatverein-greven.de bestellt werden.

  • Der Heimatverein Greven hatte für das Frühjahr anlässlich des 75. Jahrestages des Kriegsendes eine Ausstellung im Rathaus vorbereitet, die Corona-bedingt so nicht stattfinden konnte. Der Verein hofft, diese Ausstellung im Frühjahr 2021 nachholen zu können.
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