Erhebung Bund der Steuerzahler
Greven: Gebühren im Mittelfeld

Greven -

Sind die Gebühren für Abfallentsorgung und Abwasser in Greven im Vergleich mit anderen Hoch oder eher niedrig? Ein Ergebnis liegt vor.

Donnerstag, 06.08.2020, 10:30 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 09:56 Uhr
Erhebung Bund der Steuerzahler: Greven: Gebühren im Mittelfeld
Foto: Guido Grochowski - Fotolia.com

Abfallentsorgung und Abwasser kosten Geld. Und die meisten Bürger wissen sogar wie viel, eben weil sie es bezahlen müssen. Stellt sich die Frage: Sind diese Gebühren in Greven im Vergleich mit anderen hoch oder eher niedrig? Der Bund der Steuerzahler hat jetzt entsprechende Zahlen von allen Kommunen in NRW veröffentlicht. Ergebnis: Greven turnt irgendwo im Mittelfeld herum.

Um halbwegs handfeste Vergleiche ziehen zu können, müssen natürlich die Grunddaten vergleichbar sein. So zum Beispiel beim Abfall. Hier werden ein Restmüllgefäß und eine Biotonne mit jeweils 120 Litern und einer 14-tägigen Leerung vorausgesetzt. Laut Bund der Steuerzahler kostet das in Greven 288 Euro im Jahr. Und das liegt über dem Durchschnitt in NRW (269,94 Euro). Die teuerste Kommune ist Münster (640,80 Euro), die preiswerteste Gemeinde ist Kaarst mit 146,20 Euro.

Wobei: In diese Berechnung fällt auch die Entsorgung des Papierabfalls in haushaltsüblicher Menge. Nur: Diese Entsorgung wird in Greven von zwei Firmen auf eigenes Risiko durchgeführt. Entsprechende Gebühren fallen also in Greven nicht an.

Auch für die Ermittlung der Abwassergebühren hat der Bund der Steuerzahler mit Hilfe einer Musterfamilie versucht eine Vergleichbarkeit herzustellen. So wird bei der Abwassergebühr ein 4-Personen-Haushalt mit einem Frischwasserverbrauch von 200 Kubikmetern und einem Grundstück mit 130 Quadratmeter versiegelter Fläche vorausgesetzt. Unter diesen Voraussetzungen kostet die Abwasserentsorgung, die sich aus Schmutzwassergebühren und Niederschlagswasserentsorgung zusammensetzt, in Greven aktuell 647,80 Euro. Der NRW-Schnitt liegt bei 726,49 Euro, der Schnitt im Kreis Steinfurt bei 639,59 Euro.

Spitzenreiter in NRW ist die Gemeinde Waldbröl im Oberbergischen Kreis mit 1246,60 Euro Abwassergebühren pro Jahr, am wenigsten zahlen die Bürger in Reken (246,50 Euro).

Bleibt die Frage: Welche Faktoren haben Einfluss auf die Gebühren? „Die Grevener können am Wertstoffhof Grünschnitt und Sperrmüll kostenfrei abgeben. Das im Vergleich zu anderen Städten erhöhte Abfallaufkommen dieser Fraktionen – das sicherlich auch dem guten Service geschuldet ist – führt unmittelbar zu gesteigerten Kosten“, erklärt Meike Bücker-Gittel, Leiterin der Technischen Betriebe Greven (TBG).

Die Erhöhung der Niederschlagswassergebühr sei durch die Betriebs- und Kapitalkosten für die Herstellung der Notentlastungen durch den Deich an Emsinsel und Kerkstiege begründet. „Bei der Schmutzwassergebühr sind die Kosten der vierten Reinigungsstufe für die Elimination von Mikroschadstoffen und Mikrokunststoffen berücksichtigt.“ Außerdem müsse in Greven jeder Tropfen Schmutzwasser mindestens einmal auf seinem Weg zur Kläranlage gepumpt werden.

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