Urkundenfälschung und Kennzeichenmissbrauch
Wiederholungstäterin entgeht einer harten Strafe

Greven -

Nicht zum ersten Mal stand die Übeltäterin vor Gericht. Acht Vorstrafen seit 2017 hat die 48-jährige Frau auf dem Kerbholz.

Donnerstag, 06.08.2020, 11:30 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 09:58 Uhr
Urkundenfälschung und Kennzeichenmissbrauch: Wiederholungstäterin entgeht einer harten Strafe
Foto: Mike Oelerich

Einfach ein vorhandenes Kfz-Kennzeichen von einem Pkw an ein anderes Fahrzeug anzubringen und damit herumzukutschieren, ist zwar kein Kavaliersdelikt, aber auch keine schwerwiegende Straftat. Wenn aber der Übeltäter nicht zum ersten Mal wegen dieses Deliktes vor Gericht steht, kann das zu mehr als nur einer Geldstrafe führen. Am Dienstag musste sich eine 48 Jahre alte Frau aus Ladbergen vor dem Amtsgericht Steinfurt wegen Urkundenfälschung und Kennzeichenmissbrauchs verantworten.

Acht zum Teil einschlägige Vorstrafen seit 2017 hatte die Mutter zweier erwachsener Kinder auf dem Kerbholz. Unter anderem auch wegen Betruges, schweren Diebstahls und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Vor fünf Wochen sei die gebürtige Telgterin in Lingen zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden, informierte ihre Anwältin das Gericht. Das Urteil sei jedoch noch nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwältin warf ihr in Steinfurt vor, am 10. Februar ein Kennzeichen entsiegelt und an einem an einem See in Greven abgestellten VW Passat angebracht zu haben. Die Nummernschilder gehörten eigentlich zu einem Audi. Außerdem soll die Ladbergenerin zwei Tage später den Volkswagen von diesem Stellplatz ohne Versicherungsschutz unerlaubterweise weggefahren haben. Der Audi habe defekt am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) gestanden und sei später von einem Händler abtransportiert worden.

„Ich habe die Kennzeichen abmontiert und diese an den VW Passat angebracht, um das Gerede der Nachbarn zu vermeiden“, erklärte die Angeklagte. Weil jedoch der Verpächter des Sees ihr nahegelegt habe, den Pkw woanders zu parken, habe sie sich ins Auto gesetzt und den Wagen auf einem 50 Meter entfernten Privatparkplatz abgestellt. „Ich habe mir nichts Böses dabei gedacht. Ich wollte doch gar nicht mit dem Auto fahren“, sagte die 48-Jährige.

Die Polizei wurde durch den ohne Kennzeichen am FMO parkenden Audi stutzig, machte die Halterin ausfindig und stellte sie am Grevener See zu Rede. „Wir sind davon ausgegangen, dass sie den Passat zur Zulassungsstelle fahren wollte“, meinte ein als Zeuge geladener 27 Jahre alter Polizeibeamter aus Lengerich. Eine 52 Jahre alte Nachbarin aus Greven bestätigte den Ordnungshütern, dass sie gesehen habe, wie die Angeklagte mit dem Wagen Richtung Ausfahrt weggefahren sei, aber nicht wohin. „Das haben noch mehr Leute gesehen und auch mit dem Handy aufgenommen“, ergänzte die Zeugin.

Trotzdem waren sich die Staatsanwältin und Richterin einig, das Verfahren wegen der nach ihrer Überzeugung zu dünnen Beweislage einzustellen.

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