Verein Lumania-Kongo unterstützt Marienschwestern von Kwango
Aktiv gegen die bittere Armut

Greven/Reckenfeld/Tecklenburg -

Der Verein „Lumania-Kongo“ unterstützt Infrastrukturmaßnahmen in der Stadt Kikwit im Kongo. Dort war Dr. Julius Kafuti, von 2010 bis 2013 in der damaligen Lukas-Gemeinde im Grevener Westen tätig, einst als Kaplan im Einsatz.

Freitag, 07.08.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 09:55 Uhr
Mit Spenden aus Greven und Tecklenburg wird unter anderem diese Schule, das Lyceum Vedisa, unterstützt.
Mit Spenden aus Greven und Tecklenburg wird unter anderem diese Schule, das Lyceum Vedisa, unterstützt. Foto: Privat

Es ist schon viel erreicht – aber es gibt auch noch eine ganze Menge zu tun. Also wird der Verein „Lumania-Kongo“ nicht müde, Klinken zu putzen und die Werbetrommel zu rühren. Sie hoffen auf aktive Mitstreiter und natürlich auch auf jene, die einen finanziellen Beitrag leisten können und wollen. Denn ohne Geld ist keine Hilfe möglich.

Der Verein unterstützt Infrastrukturmaßnahmen in der Stadt Kikwit im Kongo. Dort war Dr. Julius Kafuti, von 2010 bis 2013 in der damaligen Lukas-Gemeinde im Grevener Westen tätig, einst als Kaplan im Einsatz. Er ist, obwohl er inzwischen in Garbsen tätig ist, noch immer Vorsitzender des Vereins „Lumania-Kongo“, in dem sich rund 20 aktive Mitglieder aus Greven, Reckenfeld und Tecklenburg engagieren.

Einer von ihnen ist Anton Kintrup aus Reckenfeld, der als Kassenwart Spenden zusammenträgt und sie schließlich auf den Weg Richtung Afrika bringt. Beim Besuch in der Redaktion hat er eine zweiseitige Auflistung von bislang unterstützen Projekten dabei – und eine weitere Seite, auf der aktuelle und künftige Projekte aufgelistet sind. „Es herrscht dort bittere Armut“, weiß Kintrup. Er tauscht sich regelmäßig mit Kafuti aus und steht auch in Kontakt mit den Marienschwestern von Kwango. Vor allem deren Projekte sind es, die die Grevener und Tecklenburger unterstützen.

Kikwit liegt rund 500 Kilometer von der Hauptstadt Kinshasa entfernt. Wegen der Rivalitäten um Bodenschätze gilt jener Teil des Landes als gefährliche Gegend. Landflucht treibt die arme Bevölkerung in die Städte – auch nach Kikwit. Die dortige Infrastruktur ist dafür jedoch nicht ausgelegt. Und die Regierung kümmert sich nicht. Also kümmern sich kirchliche Organisationen wie eben die Marienschwestern. Sie bauen und betreiben Schulen, Krankenhäuser, Altenheime und mehr – zum Teil mit einfachsten Mitteln. „Sie wollen die Menschen, die kommen, nicht abweisen – sie sind eben arm“, sagt Kintrup. Also versuchen die Schwestern bestmöglich zu helfen.

Und der Verein hilft mit. Bislang flossen auf mehrere Jahre und Projekte verteilt mehr als 25 000 Euro an die Marienschwestern. Mal ging es um die Finanzierung eines Photospektrometers für ein Krankenhaus, mal um ein Büro und einen Multifunktions-Anbau für eine Schule, mal wurden Nähmaschinen und landwirtschaftliche Geräte gekauft, die für die Ausbildung von Mädchen als Schneiderin, Gärtnerin oder Landwirtschaftskräfte ausgebildet wurden. „Das ist Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Kintrup.

In der Regel finanziere man nur die Materialien, die Bauarbeiten übernehmen dann oft Lehrer und Schüler. Etwa an der Schule St. Marie Kikwit Nzinde, wo ein marodes Dach erneuert werden musste. „Die Gebäude stammen zum Teil noch aus der Kolonialzeit“, sagt Kintrup. Mit deutschen Baustandards könne man das nicht vergleichen. Deshalb ist mit wenig Geld schon viel zu erreichen. Wobei „wenig“ relativ ist. Für einen so kleinen Verein haben die Grevener und Tecklenburger schon eine erstaunlich große Summe zusammengetragen – aus Beiträgen und Spenden von Mitgliedern, aber auch von externen Unterstützern.

Die Arbeit geht weiter – derzeit stehen drei Projekte auf der Agenda: Für das Lyceum Yedisa wird Holz gebraucht, um Schulbänke zu reparieren oder neue zu bauen. In dem Gymnasium werden inzwischen 1150 Jungen und Mädchen unterrichtet. Für eine 45-köpfige Praktikanten-Gruppe soll ein Hühnerstall gebaut werden – damit sie eine Hühnerzucht aufbauen können, aber auch, um mit dem Verkauf von Eiern die Einnahmesituation zu verbessern. Und nicht zuletzt soll eine Solaranlage installiert werden, um das Gebäude auch abends gut ausleuchten zu können – denn viele Schüler lernen wegen der großen Tages-Hitze lieber in den kühleren Abend- und Nachtstunden.

Für all dies werden wieder mehrere tausend Euro benötigt. Wer den Verein unterstützen möchte, kann Spenden auf folgendes Konto bei der Volksbank Greven überweisen: IBAN DE38 4006 1238 0027 8985 00.

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