Ausstellung „Irrweg Pestizide“ eröffnet
Grüne suchen Dialog mit der Landwirtschaft

Saerbeck -

Die Wanderausstellung „Irrweg Pestizide“ der Toxikologin Dr. Anita Schwaier und der Künstlerin Sybilla Keitel soll zum Dialog anregen für eine Landwirtschaft in der Insekten und bäuerliche Betriebe überleben können.

Freitag, 14.08.2020, 10:30 Uhr aktualisiert: 18.08.2020, 09:41 Uhr
Waren bei der Eröffnung der Ausstellung „Irrweg Pestizide“ dabei: Norwich Rüße (Grünen-Landtagsabgeordneter) (links), Landratskandidatin Birgit Neyer und der parteilose Bürgermeisterkandidat Dr. Tobias Lehberg (vorne rechts).
Waren bei der Eröffnung der Ausstellung „Irrweg Pestizide“ dabei: Norwich Rüße (Grünen-Landtagsabgeordneter) (links), Landratskandidatin Birgit Neyer und der parteilose Bürgermeisterkandidat Dr. Tobias Lehberg (vorne rechts).

Der Grünen-Ortsverband will sich nach eigenen Angaben mit der Rolle der Landwirtschaft beim Klima- und Artenschutz auseinandersetzen und mit der Landwirtschaft den Dialog suchen. Gelegenheit dazu biete die kürzlich eröffnete Wanderausstellung „Irrweg Pestizide“ der Toxikologin Dr. Anita Schwaier und der Künstlerin Sybilla Keitel. Mit der Ausstellung soll die traditionelle Landwirtschaft ausdrücklich nicht angegriffen oder verteufelt, sondern ein Dialog angeregt werden für eine Landwirtschaft in der Insekten und bäuerliche Betriebe überleben können, heißt es in einer Mitteilung des Ortsverbandes.

Zur Eröffnung der Ausstellung begrüßte das Sprecher-Team des Ortsverbands, Maya Stubbe und Tobias Spahn, den Sprecher für Landwirtschaft, Natur-, Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz der grünen Landtagsfraktion, Norwich Rüße, sowie Landratskandidatin Birgit Neyer und den parteilosen Bürgermeisterkandidaten Dr. Tobias Lehberg.

In seiner Einführung umriss Rüße aktuelle Probleme der Landwirtschaft wie Kostendruck, Konkurrenz mit dem Weltmarkt, niedrige Lebensmittelpreise und Verdrängung bäuerlicher Betriebe durch industrielle Produktion. „Die Strategie von Wachsen oder Weichen hat nicht zu einer ökonomischen Entlastung der Landwirte geführt“, so Rüße. Intensive Landwirtschaft, die auf maximale Erträge ausgerichtet ist, sei mit Natur- und Artenschutz nicht zu vereinbaren. „Es muss sich in der Fläche etwas ändern. Blühstreifen reichen nicht aus, um das Artensterben aufzuhalten“, so Rüße. Das erfordere aber auch ein Umdenken der Gesellschaft, andere Förderstrukturen und höhere Verbraucherpreise. Rüße zweifelte daran, dass eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft nur über freiwilliges Verbraucherverhalten zu erreichen ist und forderte mehr politische Vorgaben für eine notwendige Agrarreform.

Die Landratskandidatin und Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung im Kreis Steinfurt, Birgit Neyer, sah hier allerdings auch Marktchancen für die regionale Landwirtschaft: „Ich kann mir eine bessere Vermarktung von bäuerlichen Qualitätsprodukten aus dem Münsterland vorstellen.“ Sie sah auch Chancen für technische Verbesserungen zur Reduzierung von Pestizideinsatz in der traditionellen Landwirtschaft und verwies auf neue Start-Up-Unternehmen in Osnabrück.

Die Ausstellung „Irrweg Pestizide“ ist bis zum 8. September im Büro von Bündnis 90/Die Grünen zu besichtigen. Öffnungszeiten sind sonntags von 10.30 bis 13 Uhr, dienstags von 19 bis 21 Uhr und auch nach Rücksprache ( 02574/291).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7534467?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker