Mühlenstraße und Hansaring
Buckelpisten geht‘s an den Kragen

Greven -

„Wir sollen und wollen die Bürger früh in den Prozess mit einbeziehen“ sagt André Kintrup, Geschäftsbereichsleiter Verkehr und Grün beim TBG.

Freitag, 21.08.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 27.08.2020, 09:19 Uhr
Die Mühlenstraße selbst und die Kanalisation darunter sind in einem desolaten Zustand.
Die Mühlenstraße selbst und die Kanalisation darunter sind in einem desolaten Zustand. Foto: Peter Beckmann

Man könnte sich trefflich streiten, welche der beiden Straßen in einem schlechteren Zustand ist. Beide Straßen – Hansaring und Mühlenstraße – haben da einige Argumente zu bieten. Und für beide Straßen soll sich bald etwas ändern. Die Mitglieder des Betriebsausschusses beschlossen am Mittwochabend, die Stadtverwaltung mit Planungen für die Erneuerung der beiden Straßen zu beauftragen.

Und das soll, so die Aussage der Verwaltung, in beiden Fällen auch mit einer frühzeitigen Beteiligung der Anlieger über die Bühne gehen. „Obwohl dies in den jetzigen Corona-Zeiten nicht einfach werden dürfte“, erklärte André Kintrup, Geschäftsbereichsleiter Verkehr und Grün beim TBG.

Die Mühlenstraße hat dabei sogar zwei Probleme. Neben der desolaten Fahrbahn ist auch die Kanalisation in einem sehr schlechten Zustand. „Für den Zustand von Kanalisationen gibt es eine Benotung von 1 bis 5 und es gibt die Mühlenstraße“, fand Klaus Rading, Geschäftsbereichsleiter Abwasser beim TBG, drastische Worte und zeigte entsprechende Bilder, die das Schadensbild aufzeigten.

Kintrup betonte, dass eine Planung für Straße und Kanal dringend notwendig sei, „unabhängig von übergeordneten Konzepten.“ Gemeint sind damit Quartiersplanungen, die in den Ausschüssen schon diskutiert wurden und die zum Beispiel den Bau einer größeren Wohnanlage und eines Supermarktes beinhalten (wir berichteten). Grundsätzlich sei die Straßenplanung variabel und so ausgelegt, dass auch in Zukunft der Verkehr aufgenommen werden könne.

„Wir sollen und wollen die Bürger früh in den Prozess mit einbeziehen, doch dafür muss man auch erste Ideen haben, die wir jetzt erarbeiten wollen“, sagte Kintrup. Den Auftrag dazu erteilte die Politik am Mittwoch.

Auch der Hansaring im Bereich zwischen Barkenstraße und Grüner Weg ist ein Dauerbrenner. „Die Planungen, diesen engen Straßenabschnitt auszubauen, wurden immer wieder verschoben“, verdeutlichte Kintrup. Dabei sei die Straße in einem desolatem Zustand. „Es handelt sich dabei um einen erstmaligen Ausbau.“ Und nicht zuletzt deswegen müssten auch hier die Anlieger, die dann wohl 90 Prozent der Kosten tragen müssen, frühzeitig beteiligt werden.

Natürlich wolle man alle möglichen Varianten für den Ausbau prüfen. „In einigen Bereichen bieten sich nur Mischverkehrsflächen an“, sagte Kintrup. In anderen Bereichen gebe es Pkw-Stellflächen, die sich zur Hälfte auf privatem, und zur anderen Hälfte auf städtischen Flächen befänden. „Auch hier muss überlegt werden, wie man dort weiter verfährt.“

Einen ungefähren zeitlichen Verlauf hatte Kintrup auch parat. „Wir hoffen auf einen Baubeschluss für Frühjahr 2021 und einen Baubeginn Ende 2021 oder Anfang 2022.“

Aber auch hier stelle die Bürgerbeteiligung die Verwaltung vor Schwierigkeiten. „Bei der hohen Zahl der Anlieger wird es schwer werden, eine Räumlichkeit zu finden, die den Corona-Vorgaben gerecht wird.“

Auch für dieses Projekt erhielt die Verwaltung den einstimmigen Auftrag der Politik.

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