Elisabeth Frische wird 90
Gleichberechtigung und Familienforschung

Greven -

Elisabeth Frische ist Familienforscherin aus Passion. Am Samstag wird sie 90.

Samstag, 29.08.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 30.08.2020, 17:38 Uhr
Elisabeth Frische wird heute 90 Jahre alt.
Elisabeth Frische wird heute 90 Jahre alt. Foto: Monika Gerharz

Am heutigen Samstag wird Elisabeth Frische 90 Jahre alt. Mit unermüdlichem Engagement und nie erlahmender Neugier hat sie in Greven vielfältige Spuren hinterlassen.

Geboren in Breslau, kam Elisabeth Frische 1946 mit ihrer Mutter und sechs Geschwistern nach Greven. Sie besuchte die pädagogische Akademie in Emsdetten und arbeitete dann als Volksschullehrerin, zunächst in Emsdetten und von 1973 bis 1990 an der St.-Martini- Grundschule. Ihren Schülerinnen und Schüler vermittelte die stets elegant gekleidete Lehrerin nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern auch eine aktive Lebenseinstellung.

Ihrer Zeit voraus, ließ sie sich 1982 für den Umgang mit Schülern ausländischer Herkunft fortbilden, lernte Türkisch und besuchte ihre türkischen Schüler zuhause, um das Vertrauen der Eltern zu gewinnen und den Kindern den Weg ins deutsche Bildungssystem zu bahnen. Ganz nebenbei machte sie noch die Meisterprüfung in Hauswirtschaft.

In Greven engagierte sich Elisabeth Frische zuerst in der Katholischen Frauengemeinschaft und als Diözesanreferentin. 1969 trat sie in die CDU ein und wurde dort zu einer Protagonistin für Gleichberechtigung von Frauen in Politik und Gesellschaft. Von 1972 bis 1975 war sie Ratsherrin, damals eine von zwei Frauen zusammen mit 20 Männern in der CDU-Fraktion. Sie engagierte sich für Kinderbetreuung, den Bau von Spielplätzen und mehr Chancen für Frauen. Dass Gleichberechtigung damals noch keinesfalls eine Selbstverständlichkeit war, musste sie auch am eigenen Leibe erfahren und legte ihre politischen Ämter 1975 nieder.

Nach der Pensionierung startete sie erneut durch, diesmal als Familienforscherin. Zunächst gründete sie den Arbeitskreis Familienforschung in Lippetal, dem Herkunftsort der Familie Frische, und seit 2015 einen entsprechenden Arbeitskreis im Grevener Heimatverein. Mit ihren Untersuchungen über die Grevener Auswanderer nach Amerika im 19. Jahrhundert und über die Grevener Gefallenen im Ersten Weltkrieg leistete die „Grande Dame der Familienforschung“ wichtige Beiträge zur Stadtgeschichte.

Die Jubilarin nimmt nach wie vor per Email und WhatsApp lebhaft am Zeitgeschehen teil. Ihren Geburtstag begeht sie im familiären Kreis zusammen mit ihren drei Kindern und sechs Enkeln.

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