Stichweg an der Emsdettener Landstraße wird per Schild verkehrsberuhigt
Anwohner-Wunsch wird erfüllt

Reckenfeld -

Große Debatte, klein Straße – und eine einfach Lösung in Reckenfeld.

Samstag, 29.08.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 30.08.2020, 17:38 Uhr
Der Stichweg Emsdettener Landstraße 67-77 wird zur Spielstraße. In diesem Bereich sollen fünf Parkplätze eingerichtet werden.
Der Stichweg Emsdettener Landstraße 67-77 wird zur Spielstraße. In diesem Bereich sollen fünf Parkplätze eingerichtet werden. Foto: Oliver Hengst

Eine große Debatte um ein kleines Schild entfachte nun im Bezirksausschuss Reckenfeld ein Bürgerantrag. Mit einem solchen haben Bürger der Stadt die Möglichkeit, ein Thema auf die Tagesordnung zu setzen, so dass sich die Politik zwingend damit beschäftigen muss.

Ein Anwohner der Emsdettener Landstraße (Stichweg Emsdettener Landstraße 67-77) machte davon Gebrauch. Das Ansinnen: das Aufstellen eines Schildes, das die Straße zur Spielstraße (verkehrsberuhigter Bereich) macht, Schritttempo und Parkverbot außerhalb gekennzeichneter Flächen inklusive. Begründet wurde der Antrag nicht.

Die Ausschussmitglieder griffen das Thema dennoch bereitwillig auf. Auch weil die Meinungen durchaus auseinander gingen. Fritz Hesse (SPD) etwa hatte eine ganz klare Auffassung: „Ich habe da 32 Jahre gewohnt. Ich sehe nicht die Notwenigkeit, da irgendetwas zu ändern. Wir sind die ganze Zeit dort sehr gut ausgekommen.“ Etwas am jetzigen Zustand zu ändern, führe nach seiner Einschätzung nur dazu, dass dort Knöllchen verteilt werden.

Manche Parteienvertreter hatten im Vorfeld das Gespräch mit den Anwohnern gesucht und eine Art Umfrage durchgeführt. Unter anderem hatte Klaus Schwenken (CDU) ein Meinungsbild abgefragt. Von denen, die er erreicht hat, seien sieben für den Vorschlag und drei dagegen gewesen. Die Gegner des Vorschlages treibt wohl vor allem die Sorge um, wo sie künftig ihre Autos abstellen können.

Dazu muss man wissen: In einem verkehrsberuhigten Bereich (Spielstraße) darf man nur auf ausdrücklich markierten Flächen parken. Im Stichweg gibt es aktuell keine solchen Parkplätze – schlecht für jene, die keine oder nicht genügend Stellplätze auf dem eigenen Grundstück haben.

Laut Schwenken hätten sich auch mehrere Anwohner für ein Sackgassen-Schild ausgesprochen. Denn infolge der Sperrungen durch der Großbaustelle der Ortsdurchfahrt nehmen offenbar viele die erstbeste Möglichkeit, um abzubiegen – in der Hoffnung, eine Umleitung zu finden. Tatsächlich landen sie aber in einer Sackgasse.

Parkplätze einzurichten kostet nicht die Welt, erläuterte André Kintrup, im Rathaus für Straßenbau zuständig. Und ebenso wichtig: Die Kosten hätten nicht die Anwohner zu tragen. Fünf Parkplätze seien möglich.

Da eine Mehrheit der Anwohner für die Spielstraße sei, könne die CDU sich dem Vorschlag anschließen, sagte Schwenken.

An einem anderen Tag als Schwenken war Wolfgang Klaus (SPD) in der Straße unterwegs, um mit Anliegern zu sprechen. „Da sah das etwas anders aus.“ Auch Klaus selbst ist skeptisch. „Wer auf 50 Metern auf 50 Km/h beschleunigt, der macht das auch, wenn das ein verkehrsberuhigter Bereich ist.“ Hätte nicht nur ein Anwohner allein den Antrag gestellt, sähe „die Sachlage etwas anders aus“.

Man solle „in Gottes Namen das abnicken und den Leuten die Freude machen“, warb Franz-Josef Holthaus (CDU) dafür, das Mehrheitsvotum der Anlieger zu respektieren. Klaus-Dieter Niepel (SPD) befand ein Sackgassen-Schild für „eigentlich viel wichtiger“.

Das aber war nicht der Inhalt des Bürgerantrags, weshalb nur über das Spielstraßen-Schild abgestimmt wurde. Mehrheitlich (drei Nein-Stimmen der SPD) votierte der Ausschuss pro Spielstraße – ergänzt um die Forderung, dann auch Parkplätze einzurichten.

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