Innenminister Reul im Ballenlager
„Einfach einmal Danke sagen“

Greven -

Lob fürs Ehrenamt. Bei einem Wahlkampfbesuch im Grevener Ballenlager lobte Landesinnenminister Herbert Reul den Einsatz von Ehrenämtlern in der Stadt.

Montag, 31.08.2020, 06:00 Uhr
Herbert Reul (3.v.l.) in der Diskussion mit Dietrich Aden (2.v.l.) und die Ehrenamtlichen
Herbert Reul (3.v.l.) in der Diskussion mit Dietrich Aden (2.v.l.) und die Ehrenamtlichen

Eins vorab: Das Ballenlager war voll. So voll wie es in der leidigen Corona-Zeit eben geht. Zwar mit Abstand zueinander, aber stets geschlossen stehen Mitglieder und Unterstützer der CDU in diesen Tagen hinter ihrem Kandidaten Dietrich Aden. Und der hat ein straffes Programm. Polit-Prominenz unterstützt den 32-Jährigen fast im Tages-Rhythmus: Am Donnerstag Gesundheitsminister Jens Spahn, am Freitag NRW-Innenminister Herbert Reul.

Ein beliebter Gast mit einer klaren Haltung: „Recht und Ordnung bestimmt der Staat“ oder „Die Ausrüstung der Polizei war ein Witz.“

Sätze, die in den Reihen der Christdemokraten gut ankommen. An einem Abend, an dem wegen seiner Prominenz zwar Reul im Vordergrund stand, es aber eigentlich um eine andere Gruppe gehen sollte: Die Ehrenamtlichen.

Oder um es mit den Worten von CDU-Landratskandidat Mathias Krümpel zu sagen: „Diese Menschen sind der Kitt in unserer Gesellschaft.“ Ganz andersrum verlaufe aber die Kurve, stellt Markus Pieper (MdEP) fest: „Die Wertschätzung fürs Ehrenamt nimmt immer mehr ab.“

Einerseits würden sich weniger Menschen ehrenamtlich engagieren, andererseits würde diesen kaum noch Dankbarkeit entgegengebracht werden. Ein Aspekt, der dem aufstrebenden Aden besonders wichtig ist: „Das Beispiel Kommunalpolitiker. Die Menschen investieren so viel Zeit darein. Und das neben ihrem Job.“

Dem Dreischritt „zuhören – handeln – da sein“ will Aden auch hier folgen: „Man muss die Probleme der Menschen verstehen und kann sie dann erst anpacken. Dafür will ich einstehen.“

Sieht Reul auch so: „Sie müssen erst das Problem benennen.“ Zu diesem Zeitpunkt spricht er bereits über die innere Sicherheit in NRW: Die Bekämpfung von Clan-Kriminalität, Razzien in Shisha-Bars und die Rassismusdebatte in der Polizei – stets stellt er sich hinter seine Beamten: „Wir müssen die Menschen gut und besser ausrüsten. Die Ausgaben in den letzten Jahren waren enorm. Wir haben uns sehr verbessert.“

Er sagt aber auch: „Natürlich sind Polizisten fehlbar und gefährdet – auch für Rassismus. Deswegen haben wir nun Beauftragte für diesen Bereich eingestellt.“

Der Schwenk zum Ehrenamt: „Eigentlich ist vieles banal: Einfach mal Danke sagen. Das löst schon viel aus“, sagt Reul. Mit der Kampagne „NRW sagt Respekt“ startete in der vergangenen Woche ein Projekt, dass die „Kultur des Dankesagens stärken“ will. In Corona sieht auch der auf dem ersten Blick grimmige Innenmister eine Chance: „Die Menschen haben sich wieder unterstützt. Viele Ehrenamtliche waren unterwegs. Lasst uns das für nach Corona beibehalten.“

Mit Marcel Brinke von DRK und Michael Martschinke, bis vor drei Monaten 17 Jahre beim TVE tätig, saßen zwei Ehrenamtliche in der Diskussionsrunde. Für Martschinke war es stets „ein Ausgleich zum theoretischen Studium.“

Brinke schlägt vor bessere Anreize für junge Menschen im Ehrenamt zu setzen. Es sind Vorschläge wie diese, die Aden „mitnehmen und drüber nachdenken will.“

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