Wirtschaftsforum Greven lädt die Bürgermeisterkandidaten ein
Auf Distanz und nah beieinander

Greven -

Der Niederort wurde zum Forum. Grevens Bürgermeister-Kandidaten präsentierten sich dort am Samstag auf Einladung des Wifo.

Sonntag, 30.08.2020, 17:39 Uhr
Zahlreiche Zuschauer rund um den Niederort folgten der zweistündigen Diskussion. Nur für wenige durften wegen Corona vorne Stühle aufgestellt werden.
Zahlreiche Zuschauer rund um den Niederort folgten der zweistündigen Diskussion. Nur für wenige durften wegen Corona vorne Stühle aufgestellt werden. Foto: Günter Benning

1,50 Meter, das war die Distanz, die Grevens Bürgermeisterkandidaten auf der Ladefläche des Weilke-Lkws halten mussten. Corona bedingt. In der Sache, um die es am Samstagmorgen am Niederort ging, nämlich die wirtschaftliche Entwicklung Grevens, lagen sie dagegen oft nah beieinander.

Knackpunkte gab es etwa bei den Vorstellungen über eine neu aufgestellte Wirtschaftsförderung. Oder die Zukunft des FMO. Eingeladen zu dieser ersten öffentlichen Podiumsdiskussion hatte das Wirtschaftsforum Greven (Wifo).

Nur wenige rote Stühle aus dem Ballenlager durften direkt vor der Bühne aufgebaut werden. Aber zahlreiche Grevener verfolgten die Diskussion auf den Stühlen des Täglich und den Bänken rund um den Platz. „Ein echtes Forum“, meinte Moderator Günter Benning, Redaktionsleiter dieser Zeitung.

Eine wichtige Gemeinsamkeit: Jeder der Kandidaten – Dietrich Aden (CDU), Dr. Christian Kriegeskotte (SPD) und Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) – lehnte ein Wachsen der Stadt in Richtung Kroner Heide ab. Organisatorisch zu aufwendig, meinte Aden, denn da entstünde ein eigener Stadtteil. Wichtiger sei es, innerstädtische Verdichtung voranzutreiben, sagte Kriegeskotte, der immer wieder betonte, es müssten die Bürger rechtzeitig ins Boot geholt werden: „Vielleicht mit einem Online-Mitmachportal.“

Wifo-Mitglied Heinz Gräber, Vorsitzender des Arbeitskreises Innenstadt, stellte die Frage nach der städtischen Wohnbaugesellschaft: „Was kann die günstiger als ein privates Unternehmen?“

Hier gab es dann doch Unterschiede. Während Christian Kriegeskotte hervorhob, dass dadurch günstiger Wohnraum entstehen könnte, der auch in der Hand der Bürger bliebe, betonte Michael Kösters-Kraft, dass die Stadt in einer solchen Gesellschaft sozialpolitische Ziele verfolgen könne: Wohnen für Behinderte, alternative Wohnformen. Dietrich Aden dagegen, beim Landrat im Kreis Coesfeld im Kontakt mit einer Wohnbaugesellschaft, konnte sich diese Form auf Kreisebene vorstellen, aber nicht für eine Stadt wie Greven. Man brauche dazu Personal. Und wenn sie effektiv sein wolle, müsse sie ins Umland expandieren.

Kontroverse Ansichten gab es natürlich auch zum Thema FMO. In den Flughafen hätten die Eigner, kritisierte Michael Kösters-Kraft, schon viel zu viele Millionen investiert. Es komme darauf an, neue Konzepte für die Fläche zu entwickeln. Etwa das Terminal 2 mit Solarpanels auszustatten und dort Büros unterzubringen. Dietrich Aden setzte dagegen, dass der FMO in vielen Unternehmen Wert schöpfe, der in Form von Steuereinnahmen an die Kommunen zurückfließe. Wenn es um neue Konzepte gehe, hätten erst einmal die großen Anteilseigner, Münster, Osnabrück und der Kreis Steinfurt das Sagen.

Wichtig war allen Kandidaten, dass sich Greven in Richtung Ems entwickelt. Besonders betonten sie die Potenziale von Wohn- und Gewerbeflächen im Bereich links der Ems.

Tilo Scherf, ebenfalls Wifo-Mitglied, stellte eine Kernfrage: „Was qualifiziert Sie für die Aufgabe als Bürgermeister?“ Hier in aller Kürze:

Michael Köster-Kraft: „Ich weiß wie Politik funktioniert, ich weiß, wie das Rathaus tickt, und was man ändern muss. Und ich gebe nicht klein bei.“

Christian Kriegeskotte: „Ich habe mich viel mit Problemlösungsfragen beschäftigt, ich kenne die politischen Akteure in Greven seit 20 Jahren. Ich weiß um die Probleme. Ich würde die Bürger stärker einbinden.“

Dietrich Aden: „Das politische Handwerkszeug habe ich bei der Jungen Union gelernt. Juristisch habe ich mich auf kommunale Themen konzentriert. Mir macht es Spaß, das Bürgergespräch und die Verwaltungsarbeit zu verbinden.“

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