Ordensschwestern verabschiedet
Die „Kinderbewahrschule“ war der Anfang

Greven -

Nach 116 Jahren endet die Ära der Ordensschwestern im Gertrudenstift.

Mittwoch, 02.09.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 12:22 Uhr
Die beiden letzten Ordensschwestern in Greven, Schwester Theresina und Schwester Christin, wurden im Rahmen eines kleinen Abschiedsfestes im Garten des Gertrudenstifts verabschiedet.
Die beiden letzten Ordensschwestern in Greven, Schwester Theresina und Schwester Christin, wurden im Rahmen eines kleinen Abschiedsfestes im Garten des Gertrudenstifts verabschiedet. Foto: Kirchengemeinde

Kürzlich wurden die beiden letzten Ordensschwestern Schwester Theresina und Schwester Christin in der Abendmesse verabschiedet (wir berichteten bereits). Nach insgesamt 116 Jahren endet damit auch die Ära der Ordensschwestern im Gertrudenstift.

Pfarrer Klaus Lunemann und Frank Möllmann vom Pfarreirat sprachen im Namen der ganzen Pfarrgemeinde großen Dank aus. Schwester Christin ging in ihren Abschiedsworten darauf ein, dass ein Abschied auch immer einen Aufbruch, einen Neubeginn bedeutet, sowohl für sie persönlich, wie auch für die Menschen in Greven. An dem Gottesdienst in der Martinuskirche nahmen mehrere Bewohner und Mitarbeitende des Gertrudenstiftes teil.

Gekommen waren auch Schwester Paula (Provinzvorsteherin) und Schwester Bertilia, die in ziviler Kleidung „Farbe“ mitbrachten. Im Anschluss gab es ein kleines Abschiedsfest im Garten des Gertrudenstifts, das auch mit coronabedingt wenigen Teilnehmern festlich gestaltet war. Dr. Sünderkamp bedankte sich mit einer modernen Auswahl live vorgetragener Songs und stellte jedes Mal den Bezug zwischen Songtext und der Lebenseinstellung und dem Wirken der Schwestern her. Die Mitarbeitenden bedankten sich mit einem Präsentkorb.

Im Jahr 1904 begann die Geschichte der Schwestern der göttlichen Vorsehung in Greven mit dem alten Bauernhaus Frede (daher die heutige Adresse: Fredenstiege). Damals kamen vier Schwestern aus Münster nach Greven, um zunächst in der „Kinderbewahrschule“ und ab 1909 im neu errichteten Gertrudenstift jungen Mädchen, Frauen und Arbeiterinnen das Kochen und Nähen beizubringen. Das Gertrudenstift wurde für viele Generationen zum Dreh- und Angelpunkt, bot Raum für Vereine und war Ort für zahlreiche Veranstaltungen wie auch Exerzitien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg änderten sich die Aufgaben der Schwestern im Gertrudenstift. Es gab weniger Arbeiterinnen, dafür umso mehr Aussiedlerkinder aus Polen, die hier bis 1975 Deutschunterricht erhielten. Seitdem stieg die Zahl älterer Damen, zumeist pensionierte Lehrerinnen, die versorgt und gepflegt wurden. Mit steigender Anzahl pflegebedürftiger Menschen wurde ab 1981 das heutige St. Gertrudenstift neu erbaut.

Seit 1987 gehörte auch Schwester Lauda zum Konvent. Sie verstarb nach kurzer schwerer Krankheit im Februar dieses Jahres. Seit 18 Jahren prägte Schwester Theresina das Leben im und um das St. Gertrudenstift. Sie geht in den Konvent an der Barbara-Klinik in Hamm-Heessen. Schwester Christin kam 2013 nach Greven und wechselt nun zur Friedrichsburg in Münster.

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