Sahra Wagenknecht begeistert im Niederort
„Den Regierenden auf die Füße treten“

Greven -

Eine der bekanntesten Politikerinnen der Linden sprach gestern vor rund 200 Interessierten im Niederort und warb für ihre Partei.

Donnerstag, 03.09.2020, 14:45 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 10:24 Uhr
Sahra Wagenknecht wusste mit ihrer Rede am Mittwochnachmittag zu überzeugen und unterstützte Thomas Hudalla und die anderen Genossen vor Ort beim Wahlkampf.
Sahra Wagenknecht wusste mit ihrer Rede am Mittwochnachmittag zu überzeugen und unterstützte Thomas Hudalla und die anderen Genossen vor Ort beim Wahlkampf. Foto: Peter Beckmann

Ein großer Politiker werden? Das möchte so manch einer. Aber: Das ist ein ganz harter Job. Beispiel? Da wäre Sahra Wagenknecht, eine der bekanntesten Politikerinnen der Linken. Gestern Nachmittag sprach sie vor rund 200 Interessierten im Niederort und warb für ihre Partei.

Sie kam früher als ursprünglich geplant. Ein Auftritt in der Talkshow von Sandra Maischberger am Abend war dazwischen gekommen. Wobei sie sowieso momentan in NRW von Stadt zu Stadt zieht und eine Wahlkundgebung nach der anderen absolviert und versucht, die Genossen vor Ort zu unterstützen.

Dass eine ganz besondere Person erwartet wird, war gestern nicht zu übersehen. An allen Ecken des Niederorts stehen Polizeibeamte. Und irgendwo rund um die Bühne sind ganz unauffällig Beamte des BKA unterwegs. Wagenknecht ist eben eine gefährdete Person, die geschützt werden muss.

Aber all das nimmt sie lässig hin, ihre knapp halbstündige Rede begeistert die Menschen, die trotz der frühen Zeit zum Niederort gekommen sind. Natürlich steht das Thema soziale Gerechtigkeit ganz oben auf der Themenlist. Sie teilt aus gegen die Regierung, gegen das Großkapital, setzt sich für die „kleinen Leute“ ein. „In der Corona-Zeit wurde endlich klar, was die systemrelevanten Berufe sind“, sagte sie und bemängelte, dass daraus keine Konsequenzen gezogen wurden. „Der Pflegeberuf ist ein knochenharter Job wird aber miserabel bezahlt. Da ist es kein Wunder, dass es einen Mangel an Pfleger gibt.“

Vorher hatte Thomas Hudalla, aktuell Ratsherr der Linken, Primus auf der Reserveliste für den Grevener Rat und Kandidat für den Kreistag, Bilanz gezogen und sich und seinen lokalen Genossen ein Zeugnis ausgestellt. Dabei ging es um den Wertstoffhof, die Erhöhung der Mittel für Kultur und Jugend, um die Schaffung von mehr Stellen in der Verwaltung, die Einstellung von Sozialarbeitern und und und. „Wir haben zu all dem mit beigetragen“, stellte er der Grevener Linken ein gutes Zeugnis aus.

Letztendlich bekamen die Grevener Genossen von Sahra Wagenknecht noch einen Auftrag, der sowohl im Lokalen, als auch im Bund ganz wichtig sei. „Wir müssen den Regierenden auf die Füße treten, sonst ändert sich nichts“, sagt sie und ward recht schnell wieder im schwarzen Audi verschwunden – auf dem Weg zur Talkshow.

Politiker sein? Das ist ein wirklich verdammt harter Job. Vor allem in Wahlkampfzeiten . . .

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