Juristischer Streit um Sportanlage an der Wöstenstraße
Öffentlichkeit bleibt draußen

Greven -

Der Zaun um die Anlage wird auf zwei Meter erhöht und um abschließbare Tore und Videokameras ergänzt.

Freitag, 04.09.2020, 13:00 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 10:11 Uhr
Der Zaun um die Anlage wird auf zwei Meter erhöht und um
Der Zaun um die Anlage wird auf zwei Meter erhöht und um Foto: Peter Beckmann

Nachbarn der Sportanlage neben der Gesamtschul-Mensa fühlten sich durch Lärm belästigt und haben geklagt – und nun Aussicht auf ruhigere Abendstunden. Das Ergebnis der Gerichtsverhandlung in der vergangenen Woche: Die Stadt wird den Zugang außerhalb der Schulzeit sperren. Dafür wird der vorhandene Zaun auf zwei Meter erhöht, die Arbeiten laufen aktuell schon. Zudem werden abschließbare Tore installiert. Auch Kontrollgänge und eine Videoüberwachung sollen gewährleisten, dass sich außerhalb der Unterrichtszeiten niemand mehr unbefugt auf der Anlage aufhält. Angesichts dieser Zusagen haben die Anwohner während der Verhandlung die Klage zurückgezogen. Eine einstweilige Verfügung wurde damit abgewendet. Das Gericht hat eine enge zeitliche Frist gesetzt, innerhalb der die Stadt die Maßnahmen umsetzten muss. Das wurde am Mittwoch im Schulausschuss, der auch für Sportfragen zuständig ist, bekannt.

„Das heißt, es gibt keinen Zugriff mehr für Freizeitsport?“, wollte Stevens Gomes (SPD) wissen. Und bekam die klare Auskunft: Genau so ist es. Anwohner der Wöste oder anderer Gebiete müssen draußen bleiben.

Offenbar hatte es seit der Fertigstellung des Sportareals immer wieder vor allem in den Abendstunden so genannte „Fehlnutzungen“ gegeben – sprich: Ansammlungen von Menschen, die Lärm machen und damit die Anwohner gegen sich aufbrachten. Dass sich die Stadt im Verfahren verpflichtet hat, die Nutzung ab 16 Uhr zu unterbinden, irritierte Ingo Krimphoff, Leiter der Gesamtschule, denn es gebe Sportunterricht der Oberstufe bis 18 Uhr. Für diesen nutze man in Corona-Zeiten auch die Outdoor-Anlage. Frank Hänel, in der Stadtverwaltung für Schulangelegenheiten zuständig, präzisierte daraufhin: Schulbetrieb sei bis 18 Uhr zulässig. Aber jegliche andere Nutzung müsse um 16 Uhr enden, auch an den Wochenenden und in den Ferien ist die Fläche tabu.

Die Erstellung eines Lärmgutachtens war laut Hänel bei der Einrichtung des Platzes nicht notwendig, weil die Anlage als schulische Fläche ausgewiesen ist. Mit einem Bebauungsplanverfahren soll dies geändert und die Fläche formell zur Sportfläche werden – dann könnte sie wieder länger, beziehungsweise überhaupt öffentlich zugänglich werden. Dafür muss ein Lärmgutachten erstellt werden. Im Rahmen dieses Verfahrens müssen natürlich die Anliegen der (klagenden) Anwohner berücksichtigt werden. In welchem Umfang die Fläche künftig nutzbar ist, bleibt also abzuwarten.

Aktuell gibt es schon Kontrollen, allerdings noch nicht mit der erhofften Wirkung. Wenn kontrolliert werde, verließen die Nutzer die Sportanlage zwar. „Aber sobald der Kontrolleur weg ist, kommen sie wieder. Videoüberwachung ist da effektiver. Da wird gerade dran gearbeitet“, erläuterte Hänel. Auch Scherben würden schon jetzt regelmäßig entfernt.

Für Jürgen Diesfeld (CDU) sind die Bedenken der Anlieger durchaus nachvollziehbar, sie hätten „zurecht auf ihre Anliegen hingewiesen“. Die Faktenlage sei aktuell „völlig klar“. Nun müsse man abwarten, was das Bebauungsplanverfahren ergebe.

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