Mensa-Anbau an der Erich-Kästner-Grundschule
Essen in Schichten ist bald passé

Reckenfeld -

Eigentlich ist die Baustelle schon weit über den ersten Spatenstich hinaus. Aber in Corona-Zeiten ist eben alles anders.

Freitag, 04.09.2020, 13:05 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 10:11 Uhr
Planer, Politiker und weitere Beteiligte rahmten Schulleiterin Christel Heisler (zweite von links) beim offiziellen ersten Spatenstich ein
Planer, Politiker und weitere Beteiligte rahmten Schulleiterin Christel Heisler (zweite von links) beim offiziellen ersten Spatenstich ein Foto: Oliver Hengst

Sie könnten auch direkt auf der Baustelle anfangen, so beherzt wie die sieben Männer und Frauen mit den bereitgestellten Spaten umgingen. Sieben zusätzliche Helfer könnten beim Fertigstellen des Anbaus der Erich-Kästner-Grundschule nicht schaden. Doch nach dem ersten Spatenstich und dem obligatorischen Foto legten die Ehrengäste die Gerätschaften lieber doch wieder beiseite und überließen den Handwerkern das Feld.

Die haben schon allerhand geschafft. Die Bodenplatte des Mensa-Neubaus ist bereits fertig. „Wir fangen schon mit den ersten Mauern an“, erläuterte Architekt Dominik Bodem. Berufskollege Jörn Warnebier (twoo Architekten Köln) ergänzte: „Eine mögliche bauliche Erweiterung ist bereits berücksichtigt.“ Die Fassade des Baus erhalte einen rötlichen Ziegel und nehme somit die Optik umliegender Gebäudeteile auf, gleichwohl setze man bewusst auf eine besonders ruhige Fassadengestaltung. Grund: Die Schule ist in den zurückliegenden Jahren schon mehrfach erweitert und umgebaut worden, da wolle nun man keinen Baukörper, der optisch neue Unruhe bringt, sondern einen, der sich behutsam einfügt und mit den anderen Gebäudeteilen kommuniziert.

Aktuell, erläuterte Schulleiterin Christel Heisler, gebe es für einige Schüler Unterricht in Containern und für viele der 359 Schüler Mittagessen in Schichten. „Durch den Neubau wird sich all das entspannen“, freut sie sich. Der Zeitplan sieht vor, dass der Anbau im Oktober 2021 bezogen werden kann. Heisler begrüßt auch die bereits mitgedachte Möglichkeit einer baulichen Erweiterung. Man begreife sich als „Schule für Reckenfeld“, eine eventuelle Fünfzügigkeit der aktuell vierzügigen Schule sei machbar.

Bürgermeister Peter Vennemeyer erinnerte an den komplizierten Prozess auf dem Weg zum Anbau. Man habe die ursprünglich favorisierte Lösung Teil-Abriss und Neubau buchstäblich über den Haufen werfen müssen. Die Variante 2, die nun umgesetzt werde, sei indes keinesfalls zweite Wahl. Der Anbau biete Platz für eine neue Mensa, zwei Klassenräume, einen Tandemraum und einen Musikraum. „Wir bekommen hier einen zeitgemäßen und zweckmäßigen Anbau mit einer geräumigen Mensa, die auch als Versammlungsraum genutzt werden kann.“

Die Lösung bietet mehrere Vorteile: Dass erst der Anbau und dann, zeitlich entzerrt, die Sanierung und Umbau des Altbaus angegangen werde, mache weniger Provisorien nötig und entlaste die Schule im Unterrichtsalltag. Anderenfalls hätte man über längere Zeit eine „Containerschule“ gehabt. „Das bleibt der Schulgemeinde nun erspart“, freut sich Vennemeyer.

Und nicht zu vergessen: Mit dem Altbau bliebe ein für Reckenfeld historisch bedeutsames Gebäude erhalten. Die Lösung passe zu Reckenfeld, „denn sie verbindet etwas Gewachsenes mit etwas Modernem. Neues entstehen lassen und einem Ort trotzdem seinen Charakter lassen, das ist ein Ideal von Modernisierung, meine ich“, sagte Vennemeyer.

Der Anbau hat auch Auswirkungen auf die Gestaltung und die Struktur des Schulhofes. Manche Spielgeräte sind an neue Stellen ausgewichen oder ganz neu hinzugekommen.

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