Eltern-Sorgen in Corona-Zeiten
Greven will mehr Busse einsetzen

GReven -

Noch hat Greven keine Zusatzbusse im Einsatz, um Schülern in Corona-Zeiten zu mehr Abstand zu verhelfen. Doch das soll sich ändern.

Freitag, 04.09.2020, 12:45 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 10:27 Uhr
Vorbildlich, aber nicht alle halten sich an die Maskenpflicht in den Schulbussen, die zudem oft sehr voll sind.
Vorbildlich, aber nicht alle halten sich an die Maskenpflicht in den Schulbussen, die zudem oft sehr voll sind. Foto: imagoimages

Überfüllte Schulbusse und jugendliche Fahrgäste, die auf die Maskenpflicht pfeifen – dieses und weitere Corona-Probleme treibt viele Eltern um. Abzulesen war dies an einer stattlichen Zuschauerzahl im Schulausschuss.

Eine der drängendsten Frage: Setzt die Stadt mehr Busse ein, um größere Abstände zwischen den jungen Fahrgästen gewährleisten zu können? Das wollte unter anderem Nicole Can als Vertreterin der Stadteltern wissen. Auch Andreas Henke, Leiter des Gymnasiums, erkundigte sich, ob Greven Fördermittel des Landes für diesen Zweck abrufe. Eltern würden ihn löchern, mangels Auskunft der Stadt könne er aber keine Auskunft geben. „Setzt Greven mehr Busse ein? Ich wüsste es auch gern.“

Die Antwort: Noch nicht, aber demnächst. Die Regelungen des Landes seien im Detail noch sehr frisch, nun aber könne man sich an die Antragstellung machen, erläuterte Miriam Wessendorf von der Stadtverwaltung. Kollege Frank Hänel ergänzte, dass Weilke drei zusätzliche Busse zur Verfügung stellen könne – für von der Stadt beauftragte Linien, denn nur für die sei man zuständig. Allerdings müssten die Busse erst formell ausgeschrieben werden, das koste nochmal zehn Tage. „Wir versuchen, möglichst viele Zuschüsse zu bekommen“, versprach Hänel. Allerdings: „Geld heißt noch nicht Busse“, erinnerte Wessendorf an ganz praktische Probleme, etwa Fahrermangel.

Die Maskenpflicht in den Bussen werde von den Busfahrern kontrolliert, wenn die Schüler einsteigen. Während der Fahrt könnten die Fahrer das nicht mehr, „weil sie sich dann natürlich aufs Verkehrsgeschehen konzentrieren müssen“, erläuterte Wessendorf. Bei Verstößen könne die Mitfahrt verweigert werden. Bislang habe es aber kaum Verstöße von Schülern gegeben.

Bei den kreisweit fahrenden RVM-Bussen sieht die Situation etwas anders aus, wie Beigeordneter Cosimo Palomba berichtete. Es seien schon deutlich mehr Busse unterwegs als üblich – etwa nicht genutzte Reisebusse. „Alles, was Räder hat, ist auf der Straße. Und doch reicht es nicht.“ Es sei wichtig zu wissen, dass in Bussen der sonst nötige Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gelte. „Das ist eine Gemengelage, die uns nicht zufrieden stellt. Aber eine Adhoc-Lösung gibt es nicht.“ Nach Auskunft des Gesundheitsamtes des Kreises gebe es in den Bussen „kein Infektionsgeschehen, das Anlass zur Sorge gibt.“

Auch die Maskenpflicht in den Schulen (die in NRW am Montag ausgelaufen ist) sorgt weiter für Unsicherheit. Palomba erklärte: „Auf Masken kann verzichtet werden. Die Schule kann aber eine Empfehlung aussprechen, die Masken dennoch zu tragen. Sie hat aber kein Durchgriffsrecht, wenn Masken nicht getragen werden.“

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