Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten beim ZWAR-Netzwerk
Wohnen, Pflege und Toiletten

Greven -

Das ZWAR-Netzwerk hat viele Mitglieder. Diese brachten die Themen vor, die ihnen unter den Nägel brennen.

Freitag, 04.09.2020, 12:55 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 10:10 Uhr
Den Fragen der Bürger stellten sich die drei BM-Kandidaten (von links.): Dr. Christian Kriegeskotte (SPD), Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) und Dietrich Aden (CDU).
Den Fragen der Bürger stellten sich die drei BM-Kandidaten (von links.): Dr. Christian Kriegeskotte (SPD), Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) und Dietrich Aden (CDU). Foto: Luca Pals

Der demografische Wandel macht es möglich: „Etwa ein Drittel der Grevener kommen aus dieser Bevölkerungsgruppe“, sagt Sven Thiele. Gemeint ist die Gruppe derer, die am Ende ihres Berufslebens stehen oder bereits im Rentenalter angekommen sind: Zwischen Arbeit und Beruf. In Greven gibt es seit 2018 für diese Menschen sogar das ZWAR-Netzwerk. Und weil, so wie es Thiele am Mittwochabend beschrieb, fast jeder Dritte Grevener sich zu dieser Altersgruppe zählen kann, besteht in Zeiten des Wahlkampfes für die Kandidaten hier besonders viel Chance Stimmen abzugrasen.

Das Netzwerk hatte ins Ballenlager eingeladen, Uwe Feudel zeigte sich ob der großen Resonanz erfreut und Sven Thiele führte als Moderator durch den Abend. Zweieinhalb Stunden lang fühlte er den Kandidaten auf den Zahn, ließ das Publikum zu Wort kommen und prüfte „wichtige Eigenschaften eines Bürgermeisters.“ Die übliche Vorstellungsrunde zu Beginn wurde abgeändert: „Sie haben sich schon so oft in den vergangenen Wochen getroffen. Dann stellen Sie sich nun gegenseitig vor.“

Erste Prüfung – das Zuhören – haben sie bereits bestanden: Die Lebensläufe der Mitbewerber wissen alle, Dietrich Aden kennt die Leidenschaft von Dr. Christian Kriegeskotte: „Das Tanzen.“ Kriegeskotte über Dr. Michael Kösters-Kraft: „Er führt mit seiner Frau das Café Malik in Münster.“ Und der Bewerber aus den Reihen der Grünen sagt: „Radfahren und Rucksack reisen – das sind die Hobbys von Dietrich Aden.“

Schluss mit lustig, Thiele kann auch anders: Der Umbruch in der SPD-Spitze, das „gehobene Alter“ von Kösters-Kraft oder der Vorwurf an Dietrich Aden, dass dieser Greven nur als Sprungbrett nutzen würde. Die Kandidaten kontern in gewohnter Manier. Kriegeskotte versichert: „Ich kann mich auf meine Parteibasis verlassen.“ Kösters-Kraft schmunzelt: „Ich habe Leidenschaft für das Amt und für Greven. In der Politik gibt es noch viel ältere Menschen.“ Und Aden erklärt: „Ich hatte mehrere Angebote, aber ich habe mich sehr bewusst für Greven entschieden und lebe nun in dieser wunderbaren Stadt.“

Ab in die Diskussion: Zwar sei der Anschein erweckt worden, die Altersgruppe des ZWAR-Netzwerkes sei in den Wahlprogrammen nicht richtig präsentiert worden, die Kandidaten geben aber viele Punkte an: „Wir wollen gemeinsame Treffpunkte in der Innenstadt anbieten“, sagt Kriegeskotte, Kösters-Kraft spricht sich für eine Verbesserung von „guter Versorgung in unmittelbarer Nähe“ aus, Aden betont die Wichtigkeit altersgerechter Wohnungen. Für alle drei steht ein sicheres barrierefreies Fortbewegen in der Innenstadt, der Ausbau von Radwegen und die Optimierung von Infrastruktur in der Innenstadt auf dem Plan.

Differenzen entstehen beim Dauerthema Wohnen: Während Aden sich gegen eine Wohnungsbaugesellschaft ausspricht, befürworten seine Gegenkandidaten aus dem grünen und roten Lager diese. Aden: „Bis eine solche Gesellschaft gegründet wurde, ist viel Zeit vergangen. Wir brauchen aber jetzt Wohnungen.“ Dabei setze er vor allem auf Nachverdichtung, Kriegeskotte sagt: „Wir müssen den Wohnungsmarkt mehr in die eigene Hand nehmen.“ Kösters-Kraft ist sich sicher: „Einen größeren Flächenverbrauch können wir uns nicht mehr leisten.“

Was brennt dem ZWAR-Netzwerk noch unter den Nägeln? Eine öffentliche Toilette in der Innenstadt. Die ist seit vielen Jahren ein Thema, an der Umsetzung scheitert es aber.

Weiteres Thema: Die Pflege. Kriegeskotte spricht sich für gute Wohnmöglichkeiten im Alter und eine Attraktivitätssicherung für Fachpersonal aus, Kösters-Kraft fehlt eine ambulante Tagespflege.

 

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