Flohmarkt nach der Corona-Pause: Mit Abstand – und im Regen
Die Kassen klingeln

greven -

Der Neustart der Grevener Flohmärkte startet mit Dauerregen, die Besucher kommen trotzdem.

Montag, 07.09.2020, 06:19 Uhr aktualisiert: 11.09.2020, 10:20 Uhr
Der Flohmarkt war am Samstag trotz des Schmuddelwetters gut besucht.
Der Flohmarkt war am Samstag trotz des Schmuddelwetters gut besucht. Foto: Luca Pals

Als Grevener Flohmarkt-Liebhaber hat man es wohl 2020 nicht leicht: Erst blockiert die Corona-Pandemie seit Ausbruch im März die monatlichen Veranstaltungen. Dann bricht mit dem Neustart am Samstag die Wolkendecke auf und ergießt sich über der bunten Menschengruppe. Dass sich so mancher von all diesen Widrigkeiten nicht abhalten ließ, zeigt wohl vor allem eines: Die Menschen lechzen nach Kontakt und der Freude am Unterhalten und Feilschen. Also rein ins feuchte Flohmarkt-Treiben:

Die Kassen klingeln

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  • Flohmarkt Greven

    Foto: Luca Pals
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Anders als sonst führt mein Weg mich nicht über die Marktstraße, es geht auf den Wilhelmplatz. Direkt neben der evangelischen Kirche. Die ersten Menschen, die ich durch den nun immer stärker werdenden Regen sehe, tragen Anzüge – bin ich hier wirklich richtig? Ja. Flohmarkt findet statt. Die Anzugträger führt es allerdings in die Kirche: Die Konfirmation steht an.

Aber zurück zum Flohmarkt: Dieser erstreckt sich über den ganzen Parkplatz, ein großzügiger Zwei-Meter-Abstand zwischen den Ständen bietet Bewegungsfreiheit und den notwendigen Corona-Abstand. Die Kamera raus: Ein Foto für einen kleinen Überblick. Zu diesem Zeitpunkt werden schon längst die Planen rausgeholt, die Schätze aus den eigenen vier Wänden abgedeckt, manch einer baut seinen Stand bereits mit fehlender Hoffnung auf spätere Sonnenstrahlen ab.

Der ein oder andere Besucher ist aber trotz nun Starkregens dennoch zu sehen. Wohl denen, die an diesem Münster-Wetter-Morgen einen Pavillon aufgestellt haben, der Regenschirm hilft natürlich auch.

Was noch hilft? Abstand einhalten, die Hände mit Desinfektionsmittel reinigen und den Mund-Nasen-Schutz tragen. Gleich an dem Eingang macht mir ein Schild dies mehr als deutlich: Weiter geht’s hier nur mit „Schnuttenpulli“.

Und daran halten sich auch alle, wie Nadine Hagedorn und Stefanie Gunemann aus Greven mir berichten: „Die Abstände werden eingehalten. Wir haben noch keinen ohne Maske gesehen.“ Mechthild Brinker aus Neuenkirchen bietet „gute Sachen für kleines Geld“ an und lobt: „Der Platz ist sehr kompakt und übersichtlich. Die Kunden können wegen der Abstände auch um die Tische gehen.“ Zusammen mit Doris Wehneng geht sie seit einem Jahr auf die Grevener Flohmärkte und sagt: „Hier ist es schöner als auf der Marktstraße.“ Wehneng lobt: „Man konnte sich online anmelden, uns wurde ein WC-Wagen bereit gestellt – es ist eine perfekte Organisation.“ Alle befragten Verkäufer stimmen in diesem Canon ein.

Und die Kassen klingeln auch an diesem Tag. Trotz Corona, trotz Regengüssen. Jessica, Jaro und Thomas aus Greven sind zufrieden: „Mit dem Umsatz haben wir nicht gerechnet.“ Ähnlich ist es bei Bernhard Meyer und Matthias Zölle: „Bis 10 Uhr war sehr guter Betrieb. Wir sind zufrieden und kommen nächsten Monat wieder.“ Und das obwohl sie die einzigen sind, die bei meiner kleinen Befragung sagen: „Oben auf der Marktstraße fanden wir es schöner. Da ist mehr Laufkundschaft. Für den neuen Platz muss es sich wohl erst einmal herumsprechen.“

Und der Stimmungstest? „Klasse“, freuen sich Stefanie, Simon und Sam Janssen aus Greven, die es sich unter einem Regenschirm gemütlich gemacht haben: „Man merkt, dass die Leute Flohmarkt vermisst haben. Es ist einfach schön, mal wieder ins Gespräch zu kommen.“ Stefanie Janssen sagt auch: „Zum Be- und Entladen ist der Platz hier besser als die Innenstadt.“

Der Münsteraner Thomas Wulfers bringt es gut auf den Punkt: „Man hatte während Corona viel Zeit, da hat man auch mal ausgemistet. Es ist viel bei rum gekommen.“ Und: „Die Menschen vermissen den Trubel einfach. Eine Dame hat zu mir schon gesagt: Endlich wieder Flohmarkt.“

 

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