"Entwarnung" für Briefwähler
Post-Mitarbeiter streikten im Briefzentrum Greven-Reckenfeld

Reckenfeld -

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag ihre Warnstreiks ausgeweitet. Auch am Standort Greven-Reckenfeld legten Postler zeitweise die Arbeit nieder, und zwar im Briefzentrum, das ab 0 Uhr am Donnerstag bestreikt wurde. Unterdessen wird nicht mit Verzögerungen beim Eingang von Briefwahlunterlagen gerechnet.

Donnerstag, 10.09.2020, 16:30 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 20:27 Uhr
"Entwarnung" für Briefwähler : Post-Mitarbeiter streikten im Briefzentrum Greven-Reckenfeld
In elf Bundesländern hatten Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

„Betroffen war die Eingangsschicht“, sagte Jürgen Rohoff, Betriebsratsvorsitzender des Standortes. Nach seinen Eindrücken hätten sich rund 20 Mitarbeiter an der Aktion, die von „ver.di“ initiiert worden sei, beteiligt.

Die Eingangsschicht bearbeitet Postsendungen, die in der Nacht ankommen und für die PLZ-Region 48 bestimmt sind. Die Post wird in Reckenfeld sortiert und dann zu den Zustellstützpunkten transportiert. Das benachbarte Paketzentrum war vom Warnstreik nicht betroffen.

Streikaktionen auch in Dülmen und Osnabrück 

Zu genauen Zahlen von Sendungen, die durch den Warnstreik liegen blieben, vermochte Rohoff zwar nichts zu sagen. Aber: „Fakt ist: Wenn um die 20 Leute in einer Schicht fehlen, dann wird es Verzögerungen geben.“ Die liegengebliebenen Briefe würden einen Tag später zugestellt. Der Warnstreik sei mit Auslaufen der Schicht gegen 7 Uhr beendet worden. Auch in Dülmen und Osnabrück soll es zu Streikaktionen gekommen sein. 

Zu konkreten Streik-Auswirkungen in der Region wollte sich die Post nicht äußern. Sie teilte auf Anfrage lediglich mit, dass „die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten.“ Hinsichtlich der Briefwahlen in NRW werde die Deutsche Post „unter anderem durch Prozessanpassungen versuchen, jegliche Beeinträchtigungen durch die Streiks zu verhindern“.

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Wahlleiter trotz Streiks gelassen

Mit Atemschutzmaske und auf Abstand: Rund 14 Millionen Menschen in NRW dürfen an diesem Sonntag (13.9.) über Bürgermeister, Landräte und Kommunalparlamente abstimmen. Weil wegen der Corona-Pandemie vielerorts weniger Wahllokale verfügbar sind, müssen sich Wählerinnen und Wähler auf etwas Wartezeit einstellen. Viele haben deshalb ihre Stimme schon per Briefwahl abgegeben.

Trotz des Warnstreiks bei der Post müssen sie sich aber keine Sorgen machen. Der Landeswahlleiter rechnet nicht mit Verzögerungen: „Wir gehen nicht davon aus, dass dies Auswirkungen hat“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Die Post habe zugesagt, sie könne die streikbedingten Ausfälle ausgleichen.

1,3 Millionen Briefe und 130.000 Pakete blieben liegen

Bedingt durch Corona stehen vielerorts weniger Wahllokale zur Verfügung. Wenn es örtlich um 18 Uhr noch Warteschlangen geben sollte, wird die Tür nicht vor ihrer Nase zu gemacht: Der Landeswahlleiter hat nach Angaben des Sprechers verfügt, dass wartende Wähler ihre Stimme abgeben dürfen.

Unterdessen blieben am zweiten Tag des Post-Warnstreiks bundesweit 1,3 Millionen Briefe und 130.000 Pakete liegen.

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