Volksbank-Fusion und die Folgen
Wachsen und schrumpfen

Greven/Telgte/Lengerich -

Volksbank Münsterland Nord. Die neue Bank ist seit dem 1. September juristisch im Dienst. Vorstand Friedhelm Beuse und Regionaldirektor Andreas Hartmann erklären die Perspektiven.

Dienstag, 15.09.2020, 17:32 Uhr
Volksbank-Vorstand Friedhelm Beuse (l.) und Regionaldirektor Andreas Hartmann vor der Grevener Volksbank.
Volksbank-Vorstand Friedhelm Beuse (l.) und Regionaldirektor Andreas Hartmann vor der Grevener Volksbank. Foto: Günter Benning

Man muss sich an neue Namen gewöhnen. Die Volksbank Greven heißt jetzt Volksbank Münsterland Nord. Der ehemalige Vorstand Andreas Hartmann firmiert jetzt als Regionaldirektor Nord. Und sein Ex-Kollege Dietmar Dertwinkel ist der Regionaldirektor Süd. Aber nur vorübergehend, kündigt Friedhelm Beuse an, einer der fünf Vorstände der neuen regionalen Mega-Bank, die rechtlich am 1. September aus der Taufe gehoben wurde. Das Licht der Welt erblickte damit die zweitgrößte Volksbank in NRW – nach Dortmund. 1100 Mitarbeiter, 6,7 Milliarden Euro Bilanzsumme und 140 000 Mitglieder. Der Kurs steht auf Wachstum. Nur beim Personal soll geschrumpft werden.

Weniger Personal

15 Prozent weniger, 170 Stellen bis 2024. „Das schaffen wir durch die normale Mitarbeiterfluktuation“, ist sich Andreas Hartmann sicher, der die neue Aufgabenverteilung am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Greven vorstellte. Und dieser Personalabbau ändere nichts daran, dass die Bank jährlich 30 Azubis ausbilde. Langfristig herrsche Mangel an qualifizierten Kräften.

Vorausgegangen war eine geplante Übernahme. Zunächst übernahm die VR Bank Kreis Steinfurt in Rheine die Volksbank Greven und die Vereinigte Volksbank Münster. Hauptsitz ist Münster. Marktfolge und Nichtmarktbereiche werden an den Verwaltungsstandorten Telgte und Rheine erledigt. Die Regionalbereich Nord, Mitte und Süd übernehmen das Alltagsgeschäft.

Von Lotte nach Freckenhorst

Für Hartmann heißt das, sein Revier reicht jetzt von Lotte nach Freckenhorst von Nord nach Süd und von Ostbevern nach Altenberge. Wichtig für ihn: Für die Kunden ändere sich so gut wie nichts. „Und über Kredite bis neun Millionen Euro kann ich noch selber entscheiden“, sagt er, „das ist doch schon was.“

Ändern wird sich allerdings einiges für Großkunden. Die Fachbereiche für große Firmenkunden, Landwirtschaft, Heilberufe, Windkraft und Bauträgerfinanzierungen – alles, wo viel Geld fließt – werden gebündelt. Hartmann: „Da fahren unserer Berater in der Regel zu den Kunden raus.“

Die Fusion sorgt für Synergieeffekte. So wird künftig die Personalabteilung mit über 20 Mitarbeitern in Greven residieren, ebenso wie das Zahlungsverkehrsmanagement. „Unsere Büros“, sagt Hartmann, „sind mehr als gefüllt.“ Tatsächlich arbeiten in Greven acht Mitarbeiter mehr als zuvor.

Derzeit hat die Großbank noch 92 Standorte, davon 42 mit Mitarbeitern. Auf eine Reduzierung wird man sich einstellen müssen. Wobei auch Automatenfilialen Abwrack-Kandidaten sind. Die zunehmende Zahl von Automatensprengungen, sagt Vorstand Friedhelm Beuse, sei besorglich: „Wir gehen an eine neue Risikoüberprüfung.“

Risikoüberprüfung

Die Fusion ist weiter im Gang. Derzeit hat die Bank fünf Vorstände und drei Regionaldirektoren. Altersbedingt werden in den nächsten Jahren Vorstände ausscheiden, dafür sollen die Regionaldirektoren nachrücken. Also, vermutlich wieder die alten Vorstandstitel für Andreas Hartmann und Dietmar Dertwinkel.

Die Zukunft sieht Friedhelm Beuse im digitalen Geschäft: Das Online-Geschäft wuchs von Januar 2018 bis Dezember 2019 um 49 Prozent. Mobiles Payment um 111 Prozent. ‚Die größte Filiale, hieß es am Montag, sei das Kunden-Dialog-Center. Besucher im vergangenen Jahr: 482 647.

Drei Fragen an Regionaldirektor Andreas Hartmann

 

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