Freilichtbühne: Negativrekord in der verkürzten Corona-Saison
Nichtmal 3000 zahlende Gäste

Reckenfeld -

Das war zu erwarten: In der Corona-Saison hat die Freilichtbühne Reckenfeld einen Negativrekord bei den Besucherzahlen aufgestellt. Doch der Blick geht schon nach vorne.

Mittwoch, 16.09.2020, 19:28 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 09:44 Uhr
Eine verkürzte Spielzeit und reduzierte Kapazitäten führten in dieser Saison zu einem Negativrekord bei den Besucherzahlen.
Eine verkürzte Spielzeit und reduzierte Kapazitäten führten in dieser Saison zu einem Negativrekord bei den Besucherzahlen. Foto: Sven Thiele

Eine für die Freilichtbühne besondere Saison ist am Wochenende mit den letzten Aufführungsterminen von „Die Welle“ zu Ende gegangen. Und wie nicht anders zu erwarten war, sind die Zuschauerzahlen in diesem Jahr deutlich in den Keller gegangen. Die in den vergangenen Jahren erfolgsverwöhnten Bühnen-Aktiven zählten in diesem Sommer nur einen Bruchteil jener Besucherzahlen, die sie gewohnt sind.

„Auch ein Rekord“, sagt Bühnen-Geschäftsführerin Petra Niepel etwas gequält lächelnd. Leider eben ein Negativrekord. „Wir haben 2840 Karten verkauft.“ Zum Vergleich: Der bisherige Allzeit-Rekord, aufgestellt im Jahr 2019, liegt bei knapp 23 000 zahlenden Besuchern. Selbst in weniger erfolgreichen Saisons lag die Besucherzahl in der Regel über der 15 000er-Marke.

Nun also weniger als 3000. Was natürlich der Corona-Situation geschuldet ist. Die Saison war deutlich verkürzt, bei den wenigen Aufführungen musste zudem die zulässige Zuschauerzahl reduziert werden. Das Kinderstück fiel komplett ins Wasser.

Und speziell bei der Wiederauflage von „Pension Schöller“ wurde oft nicht mal das mögliche Limit von 300 Zuschauern ausgeschöpft. „Das war für die Corona-Zeit wohl das falsche Stück“, bilanziert Petra Niepel. „Es spricht eben vor allem ältere Besucher an und die sind noch sehr vorsichtig.“ So kam es, dass meistens selbst ein Teil der 300 zur Verfügung stehenden Plätze frei blieb.

Genau anders herum lief es bei der „Welle“, das sich eher an junges Publikum richtete. Hier gab es durchaus verstärkte Nachfrage, so dass die anfangs noch deutlich niedriger angesetzten Kapazitäten auf 100 Zuschauer pro Termin heraufgesetzt werden mussten. Das konnte die Gesamtbilanz aber nicht retten.

„Gretchen“ mit den konzeptionell bedingten maximal 50 Zuschauen pro Aufführung steuerte auch nur sehr überschaubare Zuschauerzahlen bei. Und die vier „Storno“-Termine und das Konzert machten am Ende den Kohl auch nicht fett.

Die Zahlen weiß man an der Bühne einzuordnen. Die Enttäuschung hält sich in Grenzen, war es doch wichtig, überhaupt ein kulturelles Angebot machen zu können. Immerhin ist die Saison so nicht gänzlich ins Wasser gefallen. Viele andere Freilichtbühnen der Region haben unter dem Eindruck der Pandemie recht früh in der Saison entschieden, alles abzusagen. In Reckenfeld hielt man sich lange ein paar Hintertürchen auf und stellte letztlich ein zwar reduziertes Angebot, aber eben immerhin ein Angebot auf die Beine.

Und nun richtet sich der Blick wieder nach vorne. Alle an der Bühne eint die Hoffnung, dass die kommenden Saison wieder „normal“ verlaufen kann. Erste Pflöcke sind bereits eingeschlagen worden. „Ritter Rost steht bereits fest“, sagte Petra Niepel. Das Kinderstück hätte eigentlich in diesem Sommer aufgeführt werden sollen und wird sich nun im Spielplan 2021 wiederfinden. Klar ist auch, dass „Spamalot“ – das für 2020 geplante Erwachsenenstück – im kommenden Jahr nicht gezeigt wird. Eine konkrete Alternative hat man aber schon ins Auge gefasst. „Da müssen noch Details abgestimmt werden“, sagt Petra Niepel.

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