Beide Bürgermeisterkandidaten werben mit Videos um grüne Stimmen
Großes Kino der Kandidaten

Greven -

Es geht am kommenden Sonntag bei der Stichwahl vor allem um grüne Stimmen. Das macht sich auch in Online-Videos der beiden Bewerber bemerkbar.

Mittwoch, 23.09.2020, 11:26 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 14:05 Uhr
Dietrich Aden präsentiert sich als Neu-Grevener.
Dietrich Aden präsentiert sich als Neu-Grevener. Foto: SPD/CDU

Der eine steht am Beach und spricht über Natur- und Kulturschutz. Der andere geht langsam über den Brentanoweg und präsentiert sich als überzeugter Neu-Grevener. Dr. Christian Kriegeskotte (SPD) und Dietrich Aden (CDU) kämpfen um Wählerstimmen. Und noch nie waren Bürgermeisterkandidaten so aktiv in den sozialen Medien unterwegs wie bei dieser Stichwahl – mit bewegten Bildern.

Es geht am kommenden Sonntag für beide Seiten vor allem um grüne Stimmen. Grevens Linke haben sich im Vorfeld für den SPD-Kandidaten ausgesprochen, Reckenfeld direkt für den CDU-Kandidaten. Die anderen Parteien geben sich neutral. Aber am meisten – das wissen die Wahlkampfmacher – ist beim grünen Stammpublikum zu holen. Immerhin ist die Ökopartei auf 19,4 Prozent bei der Kommunalwahl gekommen – etwa soviel wie alle anderen kleinen Parteien zusammen.

Dietrich Aden setzt dabei in einem seiner jüngsten Wahlvideos auf Multikulti. Sein Spot beginnt mit Samir Bajramovic, Friseurmeister mit bosnischen Wurzeln, dann kommen der frisch gewählte CDU-Ratsherr Dames Joud, gebürtig aus Syrien, und die Architektin Khaoula aus Tunesien – so geht es weiter bis zur stellvertretenden Bürgermeisterin Christa Waschkowitz-Biggeleben, geboren im Sauerland. Die Botschaft: Woher sie auch kommen, für alle ist Greven Heimat. Und sie wollen die Stadt gestalten.

Auch Dr. Christian Krieges­kotte, der im Wahlkampf Lastenräder und E-Autos präsentiert, spricht grüne Themen an. Er greift strittige Punkte an. So sieht man ihn am Beach über Naturschutz und die Ansprüche der Menschen reden. Und vor dem Rathaus greift er die PCB-Belastung und ihre Folgen für die Mitarbeiter der Verwaltung auf. Für die nächsten Tage sind weitere Videos „zu den wichtigen Grevener Fragen“ angekündigt.

Die Videos sind dabei von verblüffender Qualität. So beginnt ein Kriegeskotte-Spot mit einem Drohnenflug über der Emsbrücke. Im Aden-Film sind alle Akteure in Bewegung, sie laufen quasi der Kamera hinterher. Was noch vor wenigen Jahren technisch kompliziert und teuer gewesen wäre, rückt jetzt in die Greifweite lokaler Wahlwerber. So begleiten den Aden-Wahlkampf schon seit Beginn zwei jüngere Fotografen, die mit professionellen Spiegelreflex-Kameras hochwertige Bilder und Videos liefern. Zum Beispiel eine Dokumentation von der Kandidaten-Aufstellung der CDU.

Bei der SPD gibt es mit Holger Woestmeyer und Ralf Brinkbäumer zwei Hobbyfotografen, die mit ihrer Ausrüstung gut ausgeleuchtete Kandidatenporträts ebenso abliefern können wie Drohnenflüge an Grevens Kulisse entlang. Da ruckelt nichts – auch nicht bei Bildern im freien Lauf. Dafür sorgen Handy-Gimbals oder Handstative mit Stabilisator.

Verteilt werden die Filme über die sozialen Medien, die in Greven viele Anhänger haben. So schnellte die Mitgliederzahl der Facebook-Gruppe „Greven aktuell“ in den vergangenen Monaten auf über 10 000 Mitglieder. Das Risiko für die Kandidaten: Ausgedehnte Diskussionen unter den Teilnehmern, die viel Zustimmung, aber auch Kritik zeigen.

Neben den „neuen“ Medien steigen die Kandidaten allerdings auch intensiv in den normalen Wahlkampf ein. Kriegeskotte lädt zum Gespräch auf dem Markt ein, Aden zum Treff mit seinem Dienstherrn, dem Landrat des Kreises Coesfeld. Außerdem hat er in einer Pressemitteilung seinen Arbeitsplan vorgelegt: Was er in den ersten 100 Tagen als Bürgermeister angehen will.

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