Am Wochenende wird die neue Josef-Kirche geweiht
Altes bewahrt und Neues gewagt

Greven -

Nach 13 Monaten Bauzeit ist die neue Josef-Kirche fertig und kann am Tag der offenen Kirche besichtigt werden.

Donnerstag, 08.10.2020, 10:30 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 10:23 Uhr
Es steckt viel Neues in der Josefskirche. Das Gotteshaus wird am Samstag geweiht
Es steckt viel Neues in der Josefskirche. Das Gotteshaus wird am Samstag geweiht Foto: gun

Im gläsernen Altar bricht sich das Sonnenlicht und lässt den türkisen Kubus hoffnungsvoll strahlen. „Wir haben Altes bewahrt und Neues gewagt“, fasst Pastoralreferent Matthias Brinkschulte von der Grevener Pfarrei St. Martinus das Konzept für den Neubau der Josefskirche zusammen. Nach 13 Monaten Bauzeit ist das Gotteshaus fertig. Zur Kirchweihe am Samstag kommt Münsters Bischof Dr. Felix Genn nach Greven. Der Gottesdienst wird ab 15 Uhr live auf www.bistum-muenster.de übertragen.

Der neue Raum beeindruckt durch seine Klarheit und Schlichtheit. „Wir haben bewusst auf ein Sammelsurium verzichtet“, erklärt Brinkschulte. Altar, Tabernakel, Taufbecken, Ambo, Kerzenleuchter und Kreuz – alle liturgischen Elemente hat die Münchener Künstlerin Sabine Straub nach einem Wettbewerb aus den Materialien Glas und Stahl geschaffen. Auf die Ästhetik sei dabei besonders Wert gelegt worden.

Die Architektur der neuen Zeltkirche erinnert wegen der bekannten Lattenoptik stark an den vorherigen Bau. Es steckt aber auch viel Neues in der Josefskirche. Statt Pendelleuchten, die von der Decke scheinen, gibt es eine indirekte Beleuchtung, die farblich variabel ist. Ein Beamer ist mittlerweile Standard. „Wir haben die Chance des Neubaus genutzt“, betont Brinkschulte – ohne jedoch verschwenderisch zu sein: „Es wurde genau überlegt, wie viel Fläche und welches Equipment wir in Zukunft brauchen.“ Die Orgel wurde gebraucht gekauft.

Die wohnlichen Holzstühle sind durch Ablagemöglichkeiten miteinander verbunden und wirken wie Bankreihen. 100 Gottesdienstbesucher können in der Kirche einen Platz finden. Eigentlich. „Durch die Corona-Auflagen sind es aktuell deutlich weniger“, verweist Brinkschulte auf die Vorgaben der Ordnungsbehörden.

Zum Kirchweihfest darf jeder Verein nur einen Vertreter schicken. „Das hatten wir uns natürlich anders gewünscht“, aber der Pastoralreferent nimmt die Situation, wie sie ist. Ein Zelt für den Austausch auf Abstand nach der Festmesse steht neben der Kirche.

Durch eine flexible Wand kann der Kirchraum erweitert werden. 100 Plätze bietet der angrenzende Saal des Pfarrheims, Teil zwei des neuen Gebäudekomplexes. Dazu gehören auch eine große Küche, barrierefreie Sanitäranlagen und Gruppenräume – unter anderem auch für die Jugend der Pfarrei.

„Wir haben die neue Kirche auf dem Fundament der alten gebaut“, nutzt Brinkschulte ein Bild. Das zeigt sich an verschiedenen Punkten. Neben dem Haupteingang ist ein Bild aus der alten Josefskirche in den hellen Klinker eingelassen. Das Kreuz aus dem früheren Chorraum empfängt die Besucher schon draußen auf dem Kirchplatz. Zur Stille und zum Gebet lädt eine Marienstatue aus dem alten Krankenhaus ein. Bunte Glaselemente aus der Rosette der früheren Josefskirche konnten erhalten bleiben – und wurden in den Neubau ebenso integriert wie drei kleinere Fenster.

Nach der Einweihung am Samstag besteht Gelegenheit, sich die Kirche von 17 bis 20 Uhr anzuschauen. Zudem gibt es am Sonntag, 11. Oktober, einen Tag der offenen Kirche von 12 bis 18 Uhr. Künftig wird das neue Gotteshaus tagsüber geöffnet sein.

Immer samstags um 18 Uhr feiert die Gemeinde ab sofort an dem neuen Kirchort die Vorabendmesse. Auch die Familien- und Jugendgottesdienste finden in St. Josef statt. Daneben gibt es mittwochabends eine Werksmesse.

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