Mitgliedertreffen des Parkinson-Forums mit zugeschalteten Referenten
„Eine gelungene Premiere“

Lüdinghausen/Borghorst -

Das Parkinson-Forum Kreis Steinfurt, zu dem auch Mitglieder aus Lüdinghausen und Umgebung gehören, hatte zu seinem jüngsten Treffen, die Referenten digital zugeschaltet. So konnten die Mitglieder über neue Erkenntnisse über die Krankheit informiert werden. Auch ihre Fragen wurden beantwortet.

Donnerstag, 15.10.2020, 12:15 Uhr aktualisiert: 19.10.2020, 10:20 Uhr

„Natürlich hätten wir Prof. Dr. Tobias Warnecke und seinen Kollegen Dr. Nils Warneke vom Universitätsklinikum Münster (UKM) gerne persönlich hier begrüßt“, betonte Reiner Krauße, Vorsitzender des Parkinson-Forums Kreis Steinfurt, zu dem auch Mitglieder aus Lüdinghausen und Umgebung gehören, während des Mitgliedertreffens der Selbsthilfeorganisation. „Wegen der Corona-Pandemie ging das aber nicht.“ Absagen kam für Krauße und seine Vorstandskollegen allerdings nicht in Frage. „Dann holen wir die Referenten eben virtuell zu uns“, wird Krauße in einer Pressemitteilung zitiert.

Augenprobleme

„Das ist auch für mich die erste derartige Veranstaltung mit einer Selbsthilfegruppe. Sensationell, dass das so klappt“, freute sich Warnecke, Oberarzt der Neurologie am UKM. So erfuhren die rund 70 Gäste in seinem Referat online, welche Augenprobleme Morbus Parkinson verursachen kann. Dabei erläuterte Warnecke, dass einige Symptome zum Teil früh auf eine Parkinson-Erkrankung hinweisen können. „Wo fängt Parkinson an?“, fragte der Neurologe und erläuterte verschiedene Typen und Subtypen der Krankheit. „Oft wird übersehen, dass Sehstörungen von Parkinson kommen“, beklagt er und fordert: „Wir müssen mehr Augenärzte für unser Parkinson-Netzwerk gewinnen und für diese Zusammenhänge sensibilisieren.“

Warneke, Oberarzt der UKM-Klinik für Neurochirurgie, wiederum brachte die Teilnehmer anschließend auf den neuesten Stand zum Thema Tiefenhirnstimulation, indem er unter anderem hierzu vorab erhaltene Fragen beantwortete. „Wichtig vor einer Operation sind unbedingt entsprechende Voruntersuchungen“, wird der Chirurg in der Pressemitteilung zitiert. Er verwies außerdem darauf, dass nach der Implantation des Gehirnschrittmachers zirka ein Jahr für dauerhafte Einstellungen anzusetzen sind: „Das Gehirn muss sich erst an die Stimulation gewöhnen.“

61 Neuaufnahmen

„Ihr habt alles perfekt erklärt“, dankte ihnen der Forum-Vorsitzende zum Abschied. „Tolle Premiere. Super gelungen“, lautete der einhellige Tenor am Ende der Veranstaltung. Bereits zu Beginn des Treffens hatte Krauße trotz der aktuellen Pandemie durchaus auch positive Nachrichten im Gepäck: „Wir haben aktuell 443 Mitglieder. Allein vom 1. Januar bis heute verzeichneten wir 61 Neuaufnahmen.“ Das Coronavirus hätte zwar dafür gesorgt, dass die Weihnachtsfeier dieses Jahr ausfiele, aber mit dem Vortrag des Kardiologen Dr. Christian Fechtrup über „Perspektive der Herzmedizin in den nächsten Jahren“ stehe am 11. November (Mittwoch) noch ein sehr interessantes Thema auf der Agenda.

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