Workshops für Breakdance, Rap und Graffiti im Jugendkulturzentrum Karderie
Die Bühne war ein Graffiti-Lkw

Greven -

Sie rappten und sie tanzten. Zwar in kleinem Rahmen, aber immerhin fand trotz Corona in der Karderie eine kreative Woche für Jugendliche statt

Samstag, 17.10.2020, 06:07 Uhr aktualisiert: 17.10.2020, 06:11 Uhr
Gemeinsam mit B-Girl Meow „breaken“ die Jugendlichen im Jugendkulturzentrum Karderie.
Gemeinsam mit B-Girl Meow „breaken“ die Jugendlichen im Jugendkulturzentrum Karderie. Foto: Elena Theile

„Es ist so easy, als Frau Dinge zu machen, es ist so easy, als Frau Dinge zu schaffen“, tönt die Stimme von Rapperin Leila.A. aus der Karderie. Leila.A. ist der Künstlername. Vor dem alten Gebäude des Jugendzentrums parkt ein mit Graffiti besprühter Lkw – das ist die Bühne.

Das Jugendkulturzentrum kooperierte in den Herbstferien erneut mit dem „Sozialpalast Music Convoy“ aus Kinderhaus, um Jugendlichen ein Kunstprojekt der besonderen Art zu ermöglichen.

Drei verschiedene Workshops wurden angeboten: Breakdance, Rap und Graffiti. Als gemeinsames Thema setzten sich die Künstler „Respekt“.

„Es geht dabei um Respekt in vielen Hinsichten“, erzählt Rapperin Leila.A.. „Hier kommen zum Beispiel viele Jugendliche mit Migrationshintergrund hin. Die müssen in den Straßen respektiert werden und sich beweisen können.“

Den Künstlerinnen von Music Convoy ist es vor allem wichtig, dass die Jugendlichen die Möglichkeit haben, selber zu experimentieren.

Die Leiterin des Tanz-Workshops, B-Girl Meow (auch ein Künstlername) erzählt: „Die Jugendlichen sollen sich die Tanzschritte selber ausgucken und individuell tanzen.“ Gemeinsam haben sie englische Songtexte genommen und ins Deutsche übersetzt. „So können die Jugendlichen die Wörter nehmen und dann vertanzen“, erklärt sie.

Das Team der Workshop-Leiterinnen besteht nur aus Frauen. Sie wollen zeigen, dass auch sie sich in von Männern dominierten Szenen durchsetzen können. Dabei ist Leila.A. auch ein gängiges Thema des Rap sehr wichtig: der Sexismus.

„Am Anfang nutzen die Jugendlichen häufig Wörter, die sie bei ihren Vorbildern gelernt haben. Das ändern sie dann zuerst nicht gerne. Sie wollen ihre eigenen Sachen machen, oder fühlen sich gegenüber ihren Freunden unter Druck gesetzt“, sagt sie. „Mir ist es wichtig, dass die Jugendlichen wissen, dass ich sie zwar verstehe, aber ich gebe ihnen dann auch die Bedenken zu verstehen. Was das heißt, wenn sie jetzt bestimmte Wörter oder Ausdrücke benutzen. Das respektieren sie dann“, sagt sie stolz.

Der Leiter des Jugendzentrums, Georg Dodt, ergänzt: „Sie bringt da etwas eigenes mit, eine ganz eigene Sichtweise. Das finde ich wichtig, das nehmen die Jugendlichen ernst.“

„Rap hat eine Message“, sagt Leila.A., „er spricht dafür, dass wir gehört werden wollen, dass wir gesehen werden wollen.“ Die Jugendlichen müssten lernen, dass Wörter, die im Rap verwendet werden, häufig für mehr stünden als es im ersten Moment scheint. Man müsse ganz genau hinter die Begriffe hören.

Der Graffiti-Workshop sei dieses Mal nicht so gut besucht gewesen, berichtet die Graffiti-Künstlerin Laura. Währendessen besprüht sie den großen Lkw, der auf dem Hof der GBS parkte. Die Workshops fanden in der letzten Woche auch schon in Gronau statt, da habe es wesentlich mehr Interessierte gegeben.

In Greven ist es bereits das zweite Jahr, in dem die Workshops stattfinden. In der nächsten Woche geht es für die Künstler dann weiter nach Münster. Leila.A. hofft, dass sich in der Zukunft noch mehr Mädchen, für ihren Workshop anmelden.

Am Freitagabend fanden vor dem großen Auftritt der Zucchini-Sisters im benachbarten Ballenlager die Auftritte der Kinder und Jugendlichen statt. Als Bühne diente, der mit Graffiti besprühte Lkw.

 

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