Gastwirte-Sprecher Furnari befürchtet zweiten Lockdown
Inzidenz über 50: „Menschen sind verunsichert und verängstigt“

Greven -

Innerhalb von zwei Tagen erhöht der Kreis die Corona-Gefährdungsstufe von 1 auf 2. Am Dienstag sollen die Regeln deshalb nochmals verschärft werden. Eine Entwicklung, die Antonio Furnari, Sprecher der Grevener Gastwirte, mit Sorge beobachtet.

Montag, 26.10.2020, 11:15 Uhr aktualisiert: 26.10.2020, 14:11 Uhr
Bei Antonio Furnari (links), Sprecher der Grevener Gastwirte, ruft die aktuelle Corona-Lage negative Erinnerungen an den Lockdown im Frühjahr hervor. Damals demonstrierten er und seine Kollegen auf dem Marktplatz mit leeren Stühlen.
Bei Antonio Furnari (links), Sprecher der Grevener Gastwirte, ruft die aktuelle Corona-Lage negative Erinnerungen an den Lockdown im Frühjahr hervor. Damals demonstrierten er und seine Kollegen auf dem Marktplatz mit leeren Stühlen. Foto: Katja Niemeyer

Die Corona-Lage hat sich übers Wochenende nochmals verschärft. Nachdem im Kreis Steinfurt bereits am Freitag die Sieben-Tage-Inzidenz mit einem Wert von 47,7 die 35er-Schwelle deutlich überschritten hatte, wurde am Sonntag der 50er-Wert übertreten. Wie die Bezirksregierung Münster am Sonntag mitteilte, liegt die Inzidenz in der Region bei 58,9 Fällen pro 100 000 Einwohner. Eine Entwicklung, die Antonio Furnari, Sprecher der Grevener Gastwirte, mit großer Sorge verfolgt. „Die Menschen sind verunsichert und zum Teil verängstigt“, sagt der Inhaber der Pizzeria Etna in Reckenfeld.

Angesichts der rasant steigenden Infizierten-Zahlen hält Furnari es außerdem für möglich, dass die Verhaltensregeln jetzt nochmals verschärft werden und es womöglich doch noch zu einem weiteren Lockdown kommt. Das, sagt er, „bereitet mir Kopfschmerzen“.

Zusätzliche Regeln für Gäste

Bereits am Freitag hatte der Kreis die Maskenpflicht auf Fußgängerzonen, den Bahnhof und auf Vorplätze sowie auf Bereiche vor gastronomischen Betrieben und Parkplätze mit mehr als zehn Stellplätzen ausgeweitet. Anders als bislang muss der Mund-Nasen-Schutz seit Samstag auch am Sitzplatz bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, aber zum Beispiel auch bei Fußballspielen getragen werden. Die Regelung gilt unabhängig davon, wie viele Zuschauer am Veranstaltungsort sind. An besonderen Festen außerhalb des privaten Wohnraumes dürfen zudem höchstens 25 Personen teilnehmen.

Diese Corona-Regeln gelten ab einer 7-Tages-Inzidenz von 50

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  • Ab einer 7-Tages-Inzidenz von 50 in einem Kreis, gilt dieser als Risikogebiet. Es gelten verschärfte Corona-Regeln.

    Foto: via www.imago-images.de
  • Es gilt eine Maskenpflicht an stark frequentierten Orten, wo keine 1,50 Meter Abstand gehalten werden kann. Außerdem ist auch an Sitzplätzen im Theater oder Kino ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

    Foto: Marijan Murat
  • Zusammenkünfte im öffentlichen Raum sind mit maximal fünf Personen oder mit Personen aus zwei Haushalten erlaubt.

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  • Es gilt eine Sperrstunde für die Gastronomie zwischen 23 Uhr und 6 Uhr.

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  • In der Zeit von 23 Uhr und 6 Uhr darf auch kein Alkohol verkauft werden, auch nicht am Kiosk oder im Supermarkt.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Feste, wie zum Beispiel Hochzeiten, sind nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt.

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Dass seine Gäste nun auch in dem Bereich vor seiner Pizzeria Masken tragen müssen, hält Furnari, wie er sagt, noch für das geringere Problem. Ihn treibt vielmehr die Verunsicherung um, die die beschleunigte Ausbreitung des Coronavirus und die damit einhergehenden zusätzlichen Regeln bei seinen Gästen auslösen. „Die strengeren Vorschriften sind ein Signal dafür, dass die Lage ernst ist“, erläutert der Gastwirt. Das hatte er bereits am Wochenende bemerkt, als die Zahl der Reservierungen, so erzählt er, deutlich zurückgegangen sei. Stattdessen beantworten der Wirt und seine Mitarbeiter in diesen Tagen immer wieder telefonische Anfragen von Menschen, die offenbar nicht wissen, was aktuell noch erlaubt ist – und was nicht.

Bessere Hilfen und mehr Planungssicherheit

Die Situation lässt bei dem Sprecher der Grevener Gastwirte negative Erinnerungen an den Lockdown im Frühjahr hochkommen im Zuge dessen er und seine Kollegen ihre Betriebe komplett schließen mussten. Fast auf den Tag genau ein halbes Jahr ist es her, dass sie mit einer Demonstration auf dem Marktplatz auf sich aufmerksam gemacht hatten.

Die Gastronomiebranche war schon da gebeutelt von heftigen finanziellen Verlusten. Im ruhigen Ton, mit nur wenig Teilnehmern, aber mit rund 200 leeren Stühlen forderten sie deshalb bessere Hilfen und mehr Planungssicherheit. Furnari hofft, dass es nicht noch einmal so weit kommt und er seine Pizzeria nicht wieder für eine Zeit lang dicht machen muss.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, hat der Kreis am Sonntag, 25. Oktober, offiziell die Gefährdungsstufe 2 festgestellt. Ab Dienstag sollen neue, noch weitergehende Regeln und Einschränkungen gelten. Wie diese konkret aussehen, darüber informiert der Kreis am heutigen Montag.

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