Auch unter Corona-Bedingungen darf man sich gruseln
Riesige Spinnen und Schlangen

Zweimal im Jahr - an Halloween und Karneval - gestaltet das Team den Spielzeugladen komplett neu.

Freitag, 30.10.2020, 11:00 Uhr
Rebecca Tumbrink darf ein Kostüm anprobieren
Rebecca Tumbrink darf ein Kostüm anprobieren Foto: Elena Theile

 

Reckenfeld.„Momentan gibt es bei uns Dinge zu kaufen, die nicht für zarte Kinderaugen gedacht sind. Bitte nehmen sie deshalb ihren Nachwuchs an die Hand.“ Das hat Tanja Schulte-Mensingh an die Tür ihres „Hauses der Geschenke“ geschrieben. Besser ist besser.

 

Denn es sieht gruselig aus in dem kleinen Geschäft an der Grevener Landstraße.

Abgehackte Körperteile, Skelette und riesige Spinnen sind im Schaufenster zu sehen. Ein paar Riesenschlangen gibt es und jede Menge fantastischer Kostüme.

Unsere Praktikantin darf in ein grünes Paillettenkleid schlüpfen, eine grüne Boa wird ihr um den Hals gelegt, über der blauen Perücke schwebt eine vielgliedrige Krone. „Das war schon komisch“, sagt sie, „die Schlange fühlte sich richtig echt an."

Gott sei dank – echt ist das alles gar nicht. Zweimal im Jahr – an Halloween und Karneval – gestaltet das Team den Spielzeugladen komplett neu. Kostüme, lustige Accessoires und schaurige Dekorationsartikel zieren die Räume.

In den Regalen findet man neben einem kleinen Sortiment an Spielwaren auch Totenköpfe, detailgetreue Fake-Waffen und literweise falsches Blut.

„Es juckt uns in den Fingern“, berichtet die Ladeninhaberin Tanja Schulte-Mensingh.

Doch dieses Jahr ist es etwas anders. Zwar sind die Öffnungszeiten wieder normal. Es gibt eine begrenzte Kundenanzahl von zwölf Personen, die in den Laden gelassen werden. Und natürlich muss eine Maske getragen werden.

Normalerweise wären jetzt aber beide Schaufenster „blutig“ dekoriert. Dieses Jahr ist es nur eins. In dem anderen stehen wie gewohnt Spielwaren. Und es gibt eine Umkleide weniger. Zombie-Latex-Masken gib es nicht, weil sie nicht anprobiert werden dürfen.

Das hält die Liebhaber der Halloween-Zeit jedoch nicht auf. Der Laden hat einen guten Kundenstamm. Viele kommen einfach nur zum gucken, um auch im Corona-Jahr 2020 ein bisschen Abwechselung zu haben.

Schulte-Mensingh merkt dann doch, dass in der Woche vor dem 31. Oktober weniger Kunden da sind als im Jahr zuvor. „Man weiß Mittwoch nicht, was Samstag ist“, schildert sie die aktuelle Lage. Kostüme werden aber trotzdem reichlich verkauft, da die Familien Halloween zuhause feiern möchten.

Das Grusel-Sortiment bleibt noch einige Tage nach Halloween im Laden stehen. Danach ist es nicht komplett verschwunden, sondern steht im Lager, bis zum nächsten Anlass, das Geschäft umzugestalten. Wann das sein wird, steht noch in den Sternen. Notfalls setzt der Laden wieder auf den Onlinehandel, oder den Verkauf mit einem Tresen in der Eingangstür. So funktionierte es während des ersten Lockdowns auch schon.

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