NRW-Musikschulen müssen schließen
Für die Früherziehung gibt es keine Online-Alternativen

Greven -

Die Musikschulen in NRW müssen schließen. Sonja von Gostomski berichtet von den aktuellen Schwierigkeiten.

Dienstag, 03.11.2020, 11:30 Uhr
Jekits-Unterricht in der St. Martinus-Grundschule – auch dieses Angebot muss im November ausfallen.
Jekits-Unterricht in der St. Martinus-Grundschule – auch dieses Angebot muss im November ausfallen. Foto: Günter Benning

Die einen dürfen, die anderen dürfen nicht. „Donnerstagabend bekamen wir noch aus der Kultusministerkonferenz die Nachricht, Musikschulen sollen aufbleiben“, berichtet Musikschulleiterin Sonja von Gostomski, über das Auf und Ab in Corona-Zeiten, „dann ist NRW ausgeschert und wir müssen wieder schließen.“

Die Gründe dafür verstehe sie nicht, und in der jetzt gültigen Corona-Schutzverordnung würden Begründungen auch nicht mitgeteilt.

Das Paradox: Während alle Schulen geöffnet sind, können die Angebote der Musikschule etwa in den Grundschulen nicht stattfinden. Dort unterrichten Musikschullehrer gemischte Gruppen von Schülern in sogenannten Jekits-Gruppen. „Für alle Formen der Früherziehung“, so von Gostomski, „gibt es kein adäquates Online-Format.“

Schon beim ersten Corona-Lockdown für die Musikschulen war die Arbeit ausgebremst worden. Damals waren aber auch die Schulen geschlossen. „Jetzt kann man die Schüler tagsüber nicht erreichen“, so die Musikschulleiterin, „weil sie ja in der Regel im Ganztagsunterricht sind.“ Ob sie am frühen Abend noch Lust hätten, an Musikangeboten teilzunehmen, sei zweifelhaft.

Die meisten Musiklehrer hatten sich schon im Frühjahr auf den digitalen Unterricht verlegt.

Mit Skype, Zoom, Teams wurde Instrumentalunterricht gegeben. Die Verzögerung bei der Übertragung von Tönen durch das Netz verhinderte zwar, dass man gemeinsam üben konnte, aber vieles blieb doch möglich.

Mittlerweile habe die Musikschule ihre Angebote wieder hochgefahren, erklärt Sonja von Gostomski. Die Probenräume in der GBS habe man so umgestaltet, dass auch Ensembles gemeinsam musizieren konnten. Neben den wenigen Räumen an ihrem Verwaltungssitz benutzt die Musikschule aber – vor allem in Emsdetten – Räume in Schulen, die jetzt auch gesperrt sind.

Für die Musikschulleiterin liegt jetzt jede Menge Arbeit an. „Es ploppen jede Menge Anfragen auf“, sagt sie. Es müssten Absprachen mit den Eltern getroffen werden, von denen einige ärgerlich wegen der neuerlichen Kürzung sind.

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