Entscheidung über den Reckenfelder Weihnachtsmarkt vertagt
Hoffen bis Mitte November

Reckenfeld -

Eine Absage wäre vor allem für die beteiligten Gruppen und Vereine, die Stände und Buden bestücken, bedauerlich.

Dienstag, 03.11.2020, 11:00 Uhr
Menschenmassen auf dem Kirchplatz – das wird es dieses Jahr nicht geben. Dennoch gibt es Hoffnung, dass der Weihnachtsmarkt – anders – stattfinden kann.
Menschenmassen auf dem Kirchplatz – das wird es dieses Jahr nicht geben. Dennoch gibt es Hoffnung, dass der Weihnachtsmarkt – anders – stattfinden kann. Foto: Rosi Bechtel

„Es wäre sehr schade“, sagt Franz-Josef Holthaus und holt tief Luft. Der Organisator des Reckenfelder Weihnachtsmarktes hat eine schwierige Entscheidung zu treffen. Muss der Markt in diesem Jahr ausfallen? So wie fast alle anderen auch, in Greven, in Münster, in Köln . . .

Die Entscheidung darüber ist nochmals vertagt worden. Ende kommender Woche wollen Holthaus und „Greven Marketing“ die Köpfe nochmals, dann abschließend, zusammenstecken. „Wir sind so verblieben, dass wir abwarten wollen, wie es sich bis Mitte November entwickelt.“ Derzeit könne man nicht verlässlich sagen, mit welchen Infektionszahlen und daraus resultierenden behördlichen Auflagen man es Mitte Dezember (dann soll der Markt stattfinden) zu tun habe. Möglich, dass die Zahlen dann weiter hoch sind – hieße: Schicht im Schacht. Möglich ist auch, dass der Trend gebrochen wird – dann könnte es doch noch klappen.

Die Aussteller brauchen irgendwann Planungssicherheit, müssen wissen: Hopp oder Top? Sechs Wochen Vorbereitungszeit müsse man eigentlich einplanen, sagt Holthaus. „Unter Druck reichen auch vier Wochen. Ich meine, wir sind ja alte Hasen“, betont der Organisator. Mit einer Entscheidung Mitte November läge man also gerade noch im Rahmen.

Viele potenzielle Aussteller sitzen auf reichlich Ware. Liköre, Marmelade, Bastel- und Dekoartikel – alles fertig, zum Teil haben die Aussteller schon vor Monaten mit den Vorbereitungen begonnen. Deshalb haben viele noch die Hoffnung, dass es vielleicht doch klappen könnte mit dem Markt. „Ich habe ganz viele Anrufe bekommen von Menschen, die sich freuen würden, wenn wir das verwirklichen könnten“, sagt Holthaus.

Zumal mit dem Ascheplatz auf dem ehemaligen SCR-Gelände ein Areal bereit stehe, das ideal geeignet sei. Es gebe dort Licht und Stromanschlüsse. Das Gelände sei umzäunt, so dass man den Zutritt regulieren und am Eingang die Daten der Besucher erfassen könne. Die Weite des Platzes würde es auch zulassen, eine Budengasse zu errichten, in der Abstandsregeln eingehalten werden könnten.

Das große „Aber“ ist aus Holthaus‘ Sicht „die Leichtsinnigkeit einiger Zeitgenossen“. Er befürchtet, dass sich manche nicht an die Regeln halten. Und einer davon sei schon zuviel. „Ich bin nicht bereit, dafür die Verantwortung zu tragen“, macht Holthaus deutlich.

Diese Bedenken sind noch nicht ausgeräumt, mit Greven Marketing spreche er auch darüber. Klar ist: Ohne ein strenges Hygienekonzept wird es in diesen Zeiten ohnehin nicht gehen.

Eine Absage wäre vor allem für die beteiligten Gruppen und Vereine, die Stände und Buden bestücken, bedauerlich. Holthaus weiß, dass die Erlöse, die die beteiligten Vereine erzielen, stets in die Vereinsarbeit fließen. Oft werden auch Hilfsprojekte in der Mission, in Schulen oder anderswo unterstützt. All das fiele weg – und auch das gemütliche Miteinander, das Reckenfelder (und auswärtige Gäste) sonst beim Weihnachtsmarkt pflegten.

Die Weihnachtsmärkte in Greven (Ballenlager und Niederort) sind bereits vor einiger Zeit abgesagt worden.

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