Wie sich Jugendliche in der Politik Gehör verschaffen wollen
Miteinander reden und handeln

Greven -

Ein eigenständiges Jugendparlament gibt es in Greven nicht, grundsätzliches Interesse an Politik gleichwohl.

Mittwoch, 04.11.2020, 11:00 Uhr
Jugendliche und Politiker im Austausch. Bestes Beispiel dafür war das Projekt „Du hast die Wahl“, hier ein Bild nach dem Auswertungs-Workshop Ende September.
Jugendliche und Politiker im Austausch. Bestes Beispiel dafür war das Projekt „Du hast die Wahl“, hier ein Bild nach dem Auswertungs-Workshop Ende September. Foto: th

Dass ein Engagement in einem Stadt-Parlament jüngere Leute nicht in Scharen anzieht, ist eine Tatsache. Ein Blick auf das Durchschnittsalter des Grevener Rates, der an diesem Mittwoch zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt, belegt: Mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren repräsentieren die Kommunalvertreter mehrheitlich die zweite Lebenshälfte.

Gleichwohl, auch das soll gesagt sein, Grevens Stadtrat hat sich nach der Wahl am 13. September merklich verjüngt. Im vorherigen Rat betrug der Altersschnitt noch knapp 61 Jahre. Jüngstes Ratsmitglied ist mit 26 Jahren Tim Venschott (CDU). Am Kopf des Sitzungstisches nimmt mit Dietrich Aden ein Bürgermeister Platz, der mit seinen 32 Jahren so jung ist wie keiner seiner Vorgänger zuvor. Überdies versuchen sich Jugendliche außerhalb des Rates und seiner Fachausschüsse Gehör zu verschaffen. Die Initiative „Flash die Politik“ ist seit knapp zwei Jahren eine Art außerparlamentarisches Sprachrohr für die Interessen junger Menschen.

Ein eigenständiges Jugendparlament gibt es in Greven nicht, grundsätzliches Interesse an Politik gleichwohl. Letzteres kann Lena Schwabe bestätigen. „Junge Menschen sind in jedem Fall politisch“, lautet ihre Einschätzung. Die Sozialarbeiterin begleitet die 15-köpfige Gruppe, die regelmäßig tagt und sich vor allem auf die Fahnen geschrieben hat, Jugendliche und Entscheidungsträger miteinander ins Gespräch zu bringen.

Klingt einfach. Und ist es im Grunde auch: Zusammensitzen, sich kennenlernen, einander zuhören. Mit diesem Rezept begegnen sich Jugendliche und Kommunalpolitiker seit 2019, bauen Hemmschwellen ab und entwickeln gemeinsam Ideen.

Daraus hervorgegangen ist auch Initiative „Du hast die Wahl“. Ein gelungenes Beispiel, meint Lena Schwabe, wurde das Projekt doch von Beginn an von beiden Seiten gestützt.

Und ein Erfolg, auch das stellt die Projektleiterin nach erfolgter Auswertung fest. Schwabe verweist auf mehrere Workshops, die Meeting-Lounge mit über 300 Schülern und schließlich das Wahlstudio im Ballenlager. Dass nach Projektende drei weitere Jugendliche hinzugestoßen sind, bestätigt Schwabe in ihrer Einschätzung der Bedeutung einer eigenständige Jugendpolitik.

Wenn es nach ihrem Willen und dem der Jugendlichen geht, bleibt es nicht bei einer „Eintagsfliege. Wir wollen weitere Projekte zwischen der Flash-Gruppe und der Kommunalpolitik initiieren.“ Und auf diesem Weg den Interessen der jungen Bürger der Stadt Gehör weiterhin verschaffen.

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