Sammlung für Kriegsgräberfürsorge
An den Schrecken von Kriegen erinnern

Greven -

„Ich sehe es als meine Aufgabe an, die Jugend darauf hinzuweisen, dass ein Krieg völlig sinnlos ist“.

Montag, 09.11.2020, 11:00 Uhr
Herbert Verlage besuchte mit seiner Gattin einen deutschen Soldatenfriedhof auf Kreta, wo er das Grab eines Verwandten fand.
Herbert Verlage besuchte mit seiner Gattin einen deutschen Soldatenfriedhof auf Kreta, wo er das Grab eines Verwandten fand. Foto: Privat

Es kommt nicht oft vor, aber hin und wieder eben doch. Dann muss sich Herbert Verlage rechtfertigen. Dafür, dass er Spenden für den „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ sammelt. Es sei doch an der Zeit, das Thema endlich ruhen zu lassen. Er solle sich lieber um die Lebenden kümmern als um die Toten. Das bekommt er dann zu hören.

Herbert Verlage bleibt in solchen Fällen ruhig und erklärt seine Motivation. „Ich sehe es als meine Aufgabe an, die Jugend darauf hinzuweisen, dass ein Krieg völlig sinnlos ist“, sagt der Grevener. Das sei der Grund dafür, warum er Spenden sammelt, mit denen – unter anderem – die Gräber gefallener deutscher Soldaten gepflegt werden. Es geht ihm nicht um Rückwärtsgewandtheit, nicht um die Verherrlichung des Soldatentums. Ganz und gar nicht. Es geht ihm allein darum, an den Schrecken des Krieges zu erinnern.

Und dabei spielt es keine Rolle, wer unter Kriegen leidet. Ob deutsche Soldaten oder russische, ob Bewaffneter oder Zivilist. Es geht um die Menschen, die Leid erfahren haben. Ein Schicksal, das aktuellen und künftigen Generationen erspart bleiben soll, sagt Verlage. Daher begrüßt Verlage auch eine Aktion des Volksbundes, mit der im hessischen Herleshausen eine besondere Kriegsgräberstätte gepflegt wird. Eine, die an das Schicksal russischer Kriegsgefangener erinnert, die dort zu Tode kamen. Sie mussten im Zweiten Weltkrieg beim Bau der Autobahn Richtung Berlin helfen. Die Gedenkstätte ist Anlaufstelle und Treffpunkt für Aktive aus unterschiedlichen Ländern. Unter anderem arbeiten Jugendgruppen daran, die Erinnerung wach zu halten. Es sind Aktionen wie diese, die Verlage als Beispiel anführt, wenn er Kritik an der vermeintlich zu deutschen Perspektive vernimmt.

In diesen Tagen startet der Grevener seine jährliche Sammlung (aktuell die elfte), die rund vier Wochen andauern wird. Verlage telefoniert „Stammkunden“ ab und freut sich natürlich über jeden, der darüber hinaus spenden möchte.

Bislang hat er die Erlöse stetig steigern können. Angefangen hat er mit rund 800 Euro, im vergangenen Jahr waren es gut 2900. „In diesem Jahr wird es wohl weniger“, befürchtet Verlage. Grund ist die abgesagte Veranstaltung anlässlich des Volkstrauertages, die Verlage sonst immer genutzt hat, um Spenden zu sammeln.

Wer Herbert Verlage unterstützen möchte oder Fragen hat, erreicht ihn in der Kolpingstraße 22 oder telefonisch unter  02571/32 14.

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