Josef Ridders gibt Beiratsvorsitz nach 18 Jahren ab
„Barrierefreiheit nutzt allen‘“

Greven -

18 Jahre sind genug. Josef Ridders war von Anfang an Vorsitzender des Behindertenbeirats der Stadt Greven. Jetzt gibt er seinen Posten auf. Und zieht positives Resümee.

Mittwoch, 11.11.2020, 17:40 Uhr aktualisiert: 12.11.2020, 09:58 Uhr
Marita Dirks-Kortemeyer und Josef Ridders
Marita Dirks-Kortemeyer und Josef Ridders Foto: Günter Benning

18 Jahre Vorsitzender des Behindertenbeirats: Josef Ridders (70) ist Gründungsmitglied des Gremiums, das sich für die Belange von Menschen mit Handicap einsetzt. Mit ihm und Schriftführerin Marita Dirks-Kortemeyer sprach unser Redaktionsmitglied Günter Benning.

 

Was macht der Beirat?

Ridders: Die Beiräte haben bewusst nicht den Status von Ausschüssen. Es gibt auch keine Aufwandsentschädigung. Wir sollen die Politik beraten, zum Beispiel in Fragen der Barrierefreiheit, was wir nicht nur auf die Bordsteinkante, sondern auch auf den Kopf beziehen. Wir bekommen Vorlagen aus der Verwaltung, überprüfen sie und geben Hinweise.

Geht es auch um Formulare?

Bessere Formular

Ridders: Ja, das ist ein aktuelles Thema, an dem wir seit einem knappen Jahr dran sind. Wir prüfen die Internetseiten der Stadt auf Barrierefreiheit. Da haben wir festgestellt, dass sie das bei weitem nicht sind. Wir haben vereinbart, bestimmte Passagen, auf die auch Menschen mit Behinderungen zugreifen, in leichter Sprache zu formulieren.

Dirks-Kortemeyer: In der Lebenshilfe überprüfen wir, ob die Seiten auch wirklich gut zu verstehen sind. Da kommt es einerseits auf die Sprache an, aber auch auf die Leserlichkeit, den Hell-Dunkel-Kontrast. Der Beirat berücksichtigt auch die Belange der Menschen mit Sehbehinderung oder Gehörlosigkeit. Beiden Gruppen hilft leichte Sprache, aber Kontraste sind genauso wichtig wie andererseits Gebärdendolmetscher bei bestimmten Anlässen.

Wie steht es um Erfolge?

Ridders: Wir legen schon mal den Finger in die Wunde. Da hat es viele positive Beispiel gegeben im Schulausschuss oder im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss. Da ging es etwa um Treppen oder die Vorrichtungen für Aufzüge in Schulen. Auch wenn in den Neubauten der Schulen noch keine Aufzüge eingebaut sind, so sind doch alle Vorrichtungen dafür da, dass sehr schnell nachgerüstet werden kann, wenn doch mal ein Rollstuhlfahrer kommt. Barrierefreiheit nutzt am Ende allen, auch Senioren oder Eltern mit Kinderwagen. Ein schöner Erfolg war auch, dass wir einen barrierefreien Zugang zum Ems-Beach erreichen konnten.

Gute Zusammenarbeit

Den Behindertenbeirat gibt es seit 2002. Seitdem sind Sie Vorsitzender. Reicht es jetzt?

Ridders: Ja. Vor allem auch, weil ich persönlich merke, die Motivation und die Kreativität geht so ein wenig flöten. Manches hat man eben schon sehr oft gesagt.

Wie ernst wird die Arbeit genommen?

Ridders: Es war immer eine sehr einvernehmliche Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Wenn wir Beiratsmitglieder in Ausschüssen etwas sagten, wurde nachgedacht. Und heute sind viele ehemalige Forderungen, die wir gestellt haben, selbstverständlich geworden.

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