Verein ist aufgelöst / „So ein Schritt ist sehr schwer“
Aus für den Reckenfelder Treff

Reckenfeld -

Beinahe 30 Jahre ist es her, dass der Reckenfelder Treff gegründet wurde. Nun ist das Kapitel Geschichte. Der Verein wurde aufgelöst.

Mittwoch, 18.11.2020, 10:00 Uhr
Ernst Reiling
Ernst Reiling

Als damals in Greven die Kulturinitiave gegründet wurde, da sei ihm klar gewesen, erinnert sich Ernst Reiling, „dass wir auch etwas eigenes für Reckenfeld brauchen.“ Und so kam es, dass Reiling nicht nur Mitbegründer der KI wurde, sondern auch des „Reckenfelder Treffs“.

Fast 30 Jahre ist das her. Im Oktober endete nun das Kapitel „Reckenfelder Treff“. Mit einem formellen Brief, verfasst am 19.10.20, bestätigt das Amtsgericht, dass der Verein aufgelöst und aus dem Vereinsregister gelöscht wurde.

„So ein Schritt ist sehr schwer“, sagt Reiling, der den Verein viele Jahre lang als Vorsitzender geleitet hatte. Um nun einsehen zu müssen, dass der Reckenfelder Treff keine Zukunft mehr hat. Der Vorstand – er bestand zuletzt im Grunde nur noch aus Reiling. In der Mitgliederliste standen gerade mal 18 Namen. Mit allen hat er gesprochen oder hin- und hergeschrieben. Und alle, sagt Reiling, hätten das Unausweichliche mitgetragen. Also leitete er alle rechtlichen Schritte ein. Nun ist der Verein Vergangenheit.

Auslöser war – unter anderem – die Corona-Pandemie, die Kulturveranstaltungen aktuell kaum bis gar nicht zulässt. Und daran dürfte sich auch erstmal nichts ändern, fürchtet Reiling. „Vor Mitte, Ende nächsten Jahres wird das nichts.“ Dass man lange Zeit nichts anbieten könne, „tut natürlich richtig weh. Das sich finden, die Nähe fehlt. Die Leute suchen das.“

Doch dieses Schicksal trifft auch andere Vereine, die sich deshalb nicht gleich auflösen. Weshalb der Reckenfelder Treff? „Das Nischenleben wird immer schwieriger“, sagt Reiling. Und natürlich mache sich auch eine strukturelle Krise des Vereins bemerkbar. Es gab seit Jahren immer weniger Mitstreiter, die mitgestalten wollten. Und der Vorsitzende Ernst Reiling spürte angesichts des eigenen Alters gewisse „Ermüdungserscheinungen“. Für viele Dinge, die geregelt werden müssen – Künstler buchen, Verträge machen, Ticketverkauf organisieren, Technik betreuen, Abrechnungen machen – braucht ein Verein Helfer und Leute, die sich auskennen. Eigentlich. Im Reckenfelder Treff aber gab es die zuletzt kaum noch. Viel, letztlich zu viel blieb an Reiling hängen.

Die Kulturarbeit will Reiling gleichwohl nicht einstellen. Er hofft, weiter Veranstaltungen anbieten zu können. So plant er, Prof. Klaus Hurrelmann und Aladin El-Mafaalani, deren Auftritte im Grevener Ballenlager er im Rückblick als Highlight empfindet, nochmal für einen gemeinsames Event nach Greven zu holen.

Auch an Ideen für weitere Veranstaltungen mangelt es nicht. Wohl aber an einem organisatorischen Überbau. Möglich, dass Reiling unter das Dach des Reckenfelder Bürgervereins Re-Bü-Ve schlüpft. Er kann sich eine Kooperation oder mehr vorstellen – jedoch ist noch nichts vereinbart. „Wichtig ist, dass wir die Inhalte erhalten können.“

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