Bernhard Ahlert führt das Familienunternehmen in den Segmenten Verwertung, Kanal und Brennstoffe
„Kein Abfall, sondern Wertstoffe“

Greven/Reckenfeld -

Als Unternehmen ist Ahlert nicht nur regional sonder auch bundesweit tätig, als Mitglied im M.E.N, Mittelständische Entsorger-Netz.

Donnerstag, 19.11.2020, 11:00 Uhr
Ein Foto aus aus Vor-Corona-Zeiten“:
Ein Foto aus aus Vor-Corona-Zeiten“: Foto: Ahlert

Ahlert – das ist in Greven und Umgebung ja kein unbekannter Name und steht auch gleich für verschiedene unterschiedliche Unternehmen. „Deshalb beginnt unsere Firmenhistorie auch erst 1958 mit der Gründung des Betriebes durch meine Eltern, Bernhard und Helga Ahlert, und nicht schon weitere Generationen vorher“, schmunzelt Bernhard Ahlert jun.

Der Unternehmer leitet seit 2002 als alleiniger geschäftsführender Gesellschafter die „Bernhard Ahlert GmbH & Co. KG“. Die Wurzeln des Betriebes liegen im Brennstoffhandel an der Emsdettener Straße: erst Kohle, dann auch Heizöl.

Doch schon Mitte der 70er Jahre wird im Unternehmen Ahlert die Abfallwirtschaft zu einem weiteren Standbein. „Durch die Schließung der Grevener Mülldeponie hinter dem damaligen Friedhof musste der vor Ort anfallende Abfall nach Altenberge transportiert werden“, erinnert sich Bernhard Ahlert. Der Ahlertsche Container-Dienst für Betriebe und Gewerbetreibende passte damals genau in die Lücke.

Ende der 70er Jahre folgte mit der Kanalreinigung und -inspektion die nächste Erweiterung des Firmenportfolios. Mehr Dienstleistungen, mehr Mitarbeiter und mehr Fahrzeuge führten dazu, dass der Standort an der Emsdettener Straße zu klein wurde. Mangels Erweiterungsfläche und der Lage im Wohngebiet begab sich das Entsorgungsunternehmen in Absprache mit der Stadt auf Standort-Suche und wurde im Reckenfelder Industriegebiet fündig.

„Wir waren damals die ersten hier: es gab nur eine Kanaltrasse und das Grundstück wurde nur über Eck erschlossen“, blickt Bernhard Ahlert zurück, „1981 haben wir die erste Fläche hier gekauft und 1983 erfolgte der Umzug.“ Weitere Flächenzukäufe und Neubauten zur Erweiterung des Standortes an der Werner-Siemens-Straße folgten im Laufe der Jahre, zuletzt 2016. „Das ist für unser Unternehmen wichtige und notwendige Zukunftssicherung.“

Bereits während seiner Schulzeit half Bernhard Ahlert oft aktiv im elterlichen Betrieb mit, so dass sich eine kaufmännische Ausbildung als nächster logischer Berufsschritt anschloss. Das ökologische Bewusstsein des Jungunternehmers erkannte schon früh die Zeichen der Zeit: „Kein Abfall, sondern Wertstoffe!“ Die Richtung zum Entsorgungslogistiker verfolgte er damit konsequent, besonders als er 2002 die alleinige Unternehmensleitung als geschäftsführender Gesellschafter übernahm. „Die Entsorgung ist aufgrund seiner Komplexität und der Beauftragung durch die Kommunen kein einfacher Markt“, erläutert Ahlert. Besondere Vorschriften und immer neue Ausschreibungen galt es zu beachten, hohe Investitionen im Bereich der Behälter, sprich Mülltonnen, der Einsatzfahrzeuge sowie des Personals waren notwendig – im laufenden Jahr etwa 1,5 Millionen Euro. „Emsdetten war 2005 unser erster kommunaler Kunde, für den wir die komplette Entsorgungslogistik übernommen haben und deren Ausschreibung wir gerade das dritte Mal in Folge gewonnen haben“, erklärt der Unternehmer nicht ohne Stolz.

Die Grevener kennen Ahlert als Entsorger hauptsächlich durch die blaue Altpapiertonne. „Im Bereich von Altpapier erreichen wir mit 98 Prozent eine hohe Reinheit des Wertstoffs.“ Und Reinheit ist ein wichtiger Faktor für die Weiterverwertung. „Es gibt die stoffliche Verwertung, bei der aus Altpapier wieder Papier, aus Kunststoff-Verpackungen wieder PET-Flaschen oder aus Altholz, nein, keine Bäume, sondern beispielsweise Spanplatten werden“, berichtet Ahlert. „Dabei stellen wir den Recycling-Unternehmen das Grundmaterial als Rohstoff zur Weiterverarbeitung zur Verfügung, den Bauschutt allerdings verwerten wir hier vor Ort selbst zu Recycling-Schotter.“

Zusätzlich kommt es auch zur thermischen Verwertung: Wurden Müllverbrennungsanlagen früher zur Entsorgung genutzt, so sind sie heute zu wichtigen Lieferanten von Strom und Wärme geworden.

Als Unternehmen ist Ahlert nicht nur regional sondern auch bundesweit tätig. „Als Mitglied im M.E.N., Mittelständisches EntsorgerNetz, sind wir deutschlandweit vernetzt“, ergänzt seine Frau Sabine Ahlert, die ihren Mann seit fast 20 Jahren als gelernte Bankfachwirtin bei der Geschäftsführung unterstützt. Auch die nächste und damit dritte Ahlert-Generation wäre für einen Eintritt ins Familienunternehmen gut gerüstet. Der Name Ahlert kann also weiterhin in der Unternehmensführung erhalten bleiben.

 

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