Diamantene Hochzeit Ursula und Herbert Kortmann
Fast alle Grevener Senioren kennen die Beiden

Greven -

Ursula und Herbert Kortmann sind beide gebürtige Grevener.

Donnerstag, 19.11.2020, 11:30 Uhr
Sie sind seit 60 Jahren ein verheiratetes Paar: Ursula und Herbert Kortmann konnten ihre diamantene Hochzeit feiern.
Sie sind seit 60 Jahren ein verheiratetes Paar: Ursula und Herbert Kortmann konnten ihre diamantene Hochzeit feiern. Foto: HK

Kennen gelernt haben sie sich beim Bilder gucken. Im Fotohaus Overkamp an der Münsterstraße waren immer die aktuellsten Bilder aus Greven zu sehen. Aus dem ersten Kennenlernen wurde eine Ehe, eine Familie. Und gestern, 60 Jahre später, konnten Ursula und Herbert Kortmann ihre diamantene Hochzeit feiern. Natürlich nur im kleinen Kreis – es ist halt Corona.

Ursula und Herbert Kortmann sind beide gebürtige Grevener. Ursula war damals Bürokauffrau, Herbert als Busfahrer in der ganzen Welt unterwegs. Nach der Hochzeit kamen zwei Söhne zur Welt, die beide noch in Greven wohnen.

Ursula Kortmann wechselte in die Modebranche und kaufte 1973 ein Modegeschäft an der Marktstraße. Ursula Moden erarbeitete sich einen guten Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus. „Die Kundschaft kam aus dem gesamten Münsterland“, erinnert sich die 80-Jährige. In dem Geschäft verkaufte sie zunächst Abend-Garderobe und Trachten, später kamen Brautmoden hinzu.

Im Geschäft war Ursula auf sich gestellt, denn Herbert Kortmann war meistens unterwegs. Als Busfahrer durchfuhr er alle Länder in Europa, war auch in Asien, Afrika, Amerika und Kanada auf der Straße. „Bis heute stehen fast sechs Millionen Kilometer auf meinem Tacho“, erzählt der 82-Jährige, der für sein unfallfreies Fahren regelmäßig ausgezeichnet wurde. Zum 50-jährigen Jubiläum gab es gar das „Goldene Lenkrad“ der Bundesverkehrswacht.

1995 war Schluss, Herbert Kortmann durfte wegen einer schweren Erkrankung keinen Bus mehr fahren. Aber: Ruhestand war nicht angesagt. Kortmann wurde Mitglied des neu gegründeten Seniorenbeirates und später dessen Vorsitzender. Und er bewegte einiges. „Neben vielen Stadtrundfahrten und Busfahrten nach Berlin waren das Seniorenmessen, das Aufstellen von mehr Ruhebänken, Änderungen im Fußgängerbereich, teilweise längere Grünphasen für Fußgänger an den Ampeln, der Bau von Fußgängerüberwegen und die Erstellung einer Patientenverfügung“, zählt der Senior auf. Und auch aktuell ist er noch aktiv und bietet Beratungsstunden in seinem Beratungsbüro an.

Und auch seine Frau Ursula legte nach dem Ende der beruflichen Karriere nicht die Hände in den Schoß. Sie gründete einen Seniorenstammtisch, dem schnell bis zu 400 Senioren angehörten. „Das war etwas, was in Greven fehlte“, erklärt die Seniorin.

Ursula und Herbert Kortmann sind aufgrund ihres Engagement bei fast allen Senioren in Greven bekannt. Trotzdem wurde gestern leider nur im ganz kleinen Rahmen gefeiert – Corona sei Dank.

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