Janine Roloff prüfungsbeste MFA
Überfliegerin mit Herz und Verstand

Greven -

Prüfung unter erschwerten Bedingungen in Corona-Zeiten - Janine Roloff ließ sich davon nicht aufhalten. Sie wurde Prüfungsbeste, schaffte eine Traumnote.

Samstag, 05.12.2020, 13:57 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 14:00 Uhr
Früher sagte man Arzthelferin, heute heißt es Medizinische Fachangestellte (MFA). Janine Roloff (rechts) ist in jedem Fall eine sehr gute.
Früher sagte man Arzthelferin, heute heißt es Medizinische Fachangestellte (MFA). Janine Roloff (rechts) ist in jedem Fall eine sehr gute.

„Ist gut gelaufen“, sagt sie beinahe beiläufig. Was Janine Roloff meint, ist ihre Abschlussprüfung zur Medizinischen Fachangestellten. Und die ist offenkundig nicht nur gut gelaufen, sondern sehr gut, geradezu herausragend. Die junge Frau hat eine 1,0 und damit ein „sehr gut“ mit Sternchen geschafft – Prüfungsbeste des gesamten Jahrgangs im Bereich der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Der Verband der freien Berufe hat sie nun dafür nochmals ausgezeichnet, inklusive Urkunde und Pokal. Beides allerdings kam per Post, die Ehrung fand als Zoom-Meeting statt. „Ich habe mich trotzdem gefreut“, sagt sie.

Beinahe wäre Janine Roloff gar keine Arzthelferin geworden. „Ich hatte eine Ausbildung als Pferdewirtin begonnen“, sagt sie. Die musste sie nach einem schweren Reitunfall aber abbrechen. Zu der Zeit erkrankte ihre Mutter schwer, Janine Roloff pflegte die Mama und hatte in der Zeit viel Kontakt mit medizinischem Personal. Ergo reifte der Wunsch, umzusatteln. Während der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) in der Praxis Dr. Schröder / Dr. Leker verstarb ihr Mutter. Angesichts der nahenden Prüfung habe sie sich vorgenommen, „so gut als möglich abzuschneiden, um sie auch ein bisschen stolz zu machen.“ 96 Punkte in der Theorie, 100 in der Praxis – mehr schaffte keine. Zielstrebig und ehrgeizig ist sie im Übrigen auch im Privaten, als Turnierreiterin.

Aber nicht nur das. In der Praxis sind Kolleginnen und das Chef-Gespann auch menschlich von ihr überzeugt. „Sie ist offen und freundlich und den Menschen zugewandt“, sagt Dr. Anja Leker. „Das gibt‘s nicht, das geht nicht – solche Sätze hört man von ihr nicht“, ergänzt sie. Dr. Andreas Schröder erlebt sie als „keck, zupackend und straight“. Sie bleibe auch in fordernden Situation souverän, etwa wenn schwierige Gespräche mit Patienten geführt werden müssten. „Wir hatten schon immer tolle Auszubildende“, sagt Schröder. Aber noch nie eine Prüfungsbeste.

Die Prüfung legte Janine Roloff mitten in der Corona-Zeit ab. „Sie wurde um zwei Monate verschoben. Wir mussten also zweimal lernen.“ Auch der Arbeitsalltag in dieser Ausnahmesituation sei natürlich belastend. Man müsse angesichts vermuteter oder echter Infektionen besonders vorsichtig und noch konzentrierter sein als sonst. Aber Janine Roloff klagt nicht, sie hat die Patienten im Blick, die verunsichert und mitunter besorgt seien. „Wir sind diejenigen, die Sicherheit vermitteln müssen. Die Patienten müssen sich auf uns verlassen können.“

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