Bauernprotest
Rund 50 Traktoren blockieren Aldi-Lager in Greven

Greven -

Mit rund 50 Traktoren haben Landwirte in der Nacht zum Dienstag das Zentrallager von Aldi Discounters in Greven blockiert. Die Aktion dauert bis in den Vormittag und richtet sich gegen die Preispolitik des Einzelhandels. Auch woanders gibt es Proteste.

Dienstag, 08.12.2020, 11:30 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 11:52 Uhr
Landwirte blockieren mit ihren Traktoren eine Lagerzufahrt.
Landwirte blockieren mit ihren Traktoren eine Lagerzufahrt. Foto: Axel Heimken

Landwirte haben im Kreis Steinfurt  bis weit in den Dienstagmorgen die Zufahrt zum Zentrallager eines Discounters blockiert . Am Montagabend waren nach Polizeiangaben ungefähr 50 Traktoren angerollt und hatten das Tor des Aldi-Lagers in Greven versperrt. Am Dienstagmorgen harrte noch etwa die Hälfte der Fahrzeuge aus, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Zufahrt zu dem Lager sei damit für den Lieferverkehr die gesamte Nacht blockiert gewesen. Die Lastwagen stauten sich demnach bis zu einer nahen Bundesstraße.

Gegen 9.20 Uhr sei die durchgängig friedliche Versammlung schließlich beendet worden. Nach und nach rollten die Traktoren davon. Bereits in der vergangenen Woche hatten Landwirte immer wieder Zentrallager blockiert, um gegen die Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels zu protestieren.

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Zeitgleich fanden auch in anderen Bundesländern Protestaktionen von Landwirten statt. In Niedersachsen blockierten Hunderte Traktoren Discounter-Lager an verschiedenen Standorten. Zeitweise waren auch dort die Zufahrten nicht mehr passierbar. Eine ähnliche Blockade gab es in Rheinland-Pfalz. 

So reagieren Lidl und Aldi

Bereits vor einer Woche hatten Bauern in Westerkappeln während eines Aktionstages ein Lidl-Zentrallager blockiert . Der Discounter hatte anschließend angekündigt, bundesweit 50 Millionen Euro als Unterstützung für Landwirte zur Verfügung stellen, die unter den aktuellen Niedrigpreisen leiden. Doch die Bauern sehen darin nur ein Trostpflaster und fordern grundlegende Veränderungen

Aldi Nord hatte am Sonntag erklärt, mit Bauernvertretern zeitnah weitere Gespräche zu führen. Dabei könne es etwa um die Idee eines Fairtrades für die deutsche Landwirtschaft gehen oder die Förderung der Landwirte durch eine flächendeckende, angemessene Bezahlung bei höheren Qualitätsstandards.

Bauern wütend über Brief der Handelsketten

Auslöser der Wut der Landwirte war ein Brief der großen deutschen Handelsketten an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Darin hatten sich die Topmanager von Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) über Aussagen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner beschwert. Die CDU-Politikerin hatte ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem Landwirte und kleinere Lieferanten besser vor dem Preisdruck der Handelsriesen geschützt werden sollen und von teils unfairen Bedingungen gesprochen. Klöckner habe ein Zerrbild der Handelsunternehmen gezeichnet, klagten die Manager.

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